Verheerende Unwetter

Hochwasser in Europa: Elbe-Flut erreicht Sachsen – Wohl Wochen bis Wasser abfließt

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  • Teresa Toth
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    Michelle Brey

Pegel steigen, Deiche drohen zu brechen. In Tschechien und Polen ist das Hochwasser extrem. Brandenburg wappnet sich für neue Lage. Der News-Ticker.

Update vom 19. September, 16.20 Uhr: Wie prognostiziert, traf das Hochwasser der Elbe aus den benachbarten Ländern am Donnerstagmorgen in Sachsen ein. Der Wasserstand betrug 6,57 Meter, während der normale Pegel bei 1,58 Meter liegt. Alarmstufe 3 wird ausgerufen, wenn der Wasserstand über sechs Meter steigt. Im Gegensatz zu Polen oder Tschechien, wo die Blicke immer noch ängstlich auf viele Deiche und Dämme gerichtet sind, scheint die befürchtete Katastrophe in Deutschland jedoch wahrscheinlich auszubleiben.

Es besteht ein vorsichtiger Grund zur Entspannung, da die Wasserstände in Deutschland zwar langsam, aber derzeit rückläufig sind. Fachleute sind der Ansicht, dass die Elbe wahrscheinlich bis Ende September trotzdem deutlich mehr Wasser führen wird als üblich.

Update vom 18. September, 14.55 Uhr: Die Zahl der Toten nach der Hochwasser- und Überflutungskatastrophe in Tschechien ist auf vier gestiegen. In der Gemeinde Kobyle nad Vidnavkou wurde die Leiche einer 70 Jahre alten Frau entdeckt, die seit Tagen als vermisst galt, wie die Polizei mitteilte. Wo die Wassermassen zurückgegangen sind, beginnt das große Aufräumen. Trinkwasser und Stromgeneratoren werden verteilt. Mehr als 300 Soldaten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums zur Unterstützung der zivilen Behörden im Einsatz: Sie sollen unter anderem Ersatzbrücken bauen.

In Sachsen ruft die Kirche derweil zu Spenden für die Menschen in den Hochwasserregionen Mittel- und Osteuropas auf. Die Landeskirche unterhält langjährige Beziehungen zu Polen und Tschechien und will schnell finanziell helfen. „Ein weiteres Mal sehen wir erschütternde Bilder von überfluteten Häusern und verwüsteten Städten“, sagte Diakonie-Chef Dietrich Bauer. 

Update vom 18. September, 9.36 Uhr: Die Pegelstände in Dresden an der Elbe haben mittlerweile Alarmstufe 3 erreicht. Gegen 8 Uhr wurden genau sechs Meter gemessen, informierte das Landeshochwasserzentrum. Demnach müssen sich Anwohnerinnen und Anwohner auf Überflutungen von bebauten Flächen, Straßen und Schienen einstellen. Dass das Hochwasser die Alarmstufe 4 ab sieben Metern erreicht, ist jedoch nicht zu erwarten.

Im Nachbarland Polen bleibt die Hochwasser-Lage derweil angespannt. Noch immer stehen viele Regionen unter Wasser. Wie die Tagesschau berichtet, will das Deutsche Rote Kreuz am Mittwoch weitere Hilfslieferungen zur Verfügung stellen. Dagegen gibt es in Tschechien vereinzelt erste Plünderungen in den Hochwasser- und Überschwemmungsgebieten. Der Polizei sind drei Fälle bekannt. Durch die Katastrophenlage drohen den Tätern bis zu 15 Jahre Haft ohne Bewährung.

Update vom 18. September, 6.41 Uhr: Die Hochwasser-Lage in Deutschland ist nach wie vor angespannt. Noch immer steigen die Pegelstände an der Elbe in Sachsen. Laut Landeshochwasserzentrum soll in Dresden in den nächsten Stunden Alarmstufe 3 erreicht werden. Am frühen Mittwochmorgen wurden dort 5,98 Meter gemessen. Dagegen wurde der Pegel in Schöna bereits für Alarmstufe 3 überschritten. Dort lag der Stand bei 6,54 Metern. Die Stände sollen erst in der Nacht zu Donnerstag wieder sinken. Für Anwohnerinnen und Anwohner bedeutet die Alarmstufe 3: bebaute Flächen, Straßen und Schienen können überflutet werden.

Menschen fahren in Polen mit einem Boot über eine überschwemmte Straße.

Auch in Brandenburg bereiten sich die Kommunen auf ein Hochwasser an der Oder vor. Krisenstäbe sind bereits in Alarmbereitschaft. „Wir hoffen das Beste, aber bereiten uns auf das Schlimmste vor“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstagabend. In Polen und Tschechien stehen noch immer größere Gebiete unter Wasser. Bis die Behörden Entwarnung geben, wird es noch Tage dauern. Bislang kamen bei den Hochwassern in Europa mehr als 20 Menschen ums Leben. In Tschechien werden mehrere Menschen vermisst.

Keine Entwarnung von Überschwemmungen in Polen, Tschechien und Sachsen

Update vom 17. September, 22.30 Uhr: Das Wetter in Polen, Tschechien und Sachsen soll sich in den kommenden Tagen deutlich bessern. Dennoch gibt es nach den schweren Überschwemmungen weiterhin keine Entwarnung. In Dresden stieg der Elbpegel fast bis zur Sechsmetermarke, die er dieser in der Nacht auf Mittwoch übersteigen soll – es herrscht die Alarmstufe drei. Die höchste Alarmstufe vier wird aktuell nirgendwo gemeldet, wie die Hochwasserzentrale schreibt. Am Pegel Schöna an der Grenze zu Tschechien gilt die dritthöchste Alarmstufe.

Aufgrund der nachlassenden Niederschläge sanken viele Wasserpegel aber schon wieder. An der Neiße, der Spree und der Schwarzen Elster wird mit weiter sinkenden Pegeln gerechnet. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg bereiten sich die Menschen hingegen erst auf steigende Pegel und Fluten vor. Auch in Oppeln und Breslau in Südpolen hatten die Menschen in den vergangenen Tagen schwer zu kämpfen, vor allem Deichbrüche sind auch in den nächsten Tagen noch zu erwarten.

Der Wasserstand der Elbe steigt auf fast sechs Meter an

Update vom 17. September, 20.00 Uhr: Die Pegelstände in vielen Flüssen Sachsens scheinen niedriger zu sein, als zunächst befürchtet wurde. Die Elbe schwillt hingegen immer weiter an, am frühen Abend wurde ein Pegel von 5,90 Metern gemessen. Vor den schweren Überschwemmungen lag der normale Pegel bei nur 1,42 Metern. Auch die Pegelstände anderer Flüsse in Sachsen steigen, ähnlich wie in Brandenburg. Dort traten die Elbe, die Spree sowie die Lausitzer Neiße über die Ufer. Erste Vorkehrungen wurden in den betroffenen Regionen getroffen.

„Mein geliebtes Klodzko“: Beklemmende Bilder zeigen Verwüstung durch Hochwasser-Katastrophe in Polen

Der Bezirk Klodzko um die gleichnamige Kleinstadt wurde von der Hochwasser-Katastrophe besonders hart getroffen. Am Samstag (14. September) war ein Damm in Miedzygorze geborsten, am Sonntag (15. September) ein weiterer in Stronie Slaskie.
Der Bezirk Klodzko um die gleichnamige Kleinstadt wurde von der Hochwasser-Katastrophe besonders hart getroffen. Am Samstag (14. September) war ein Damm in Miedzygorze geborsten, am Sonntag (15. September) ein weiterer in Stronie Slaskie.  © Krzysztof Zatycki/picture alliance/dpa/AP
Die „Perle des Glatzer Tals“ völlig überflutet. Bis zu 1,5 Meter hoch stand das Wasser im Stadtzentrum von Klodzko, berichten polnische Medien.
Die „Perle des Glatzer Tals“ völlig überflutet. Bis zu 1,5 Meter hoch stand das Wasser im Stadtzentrum von Klodzko, berichten polnische Medien.  © Maciej Kulczynski/picture alliance/dpa/PAP
In den Sozialen Medien kursieren Videos von der Hochwasser-Katastrophe in Polen. Eines zeigt die Flutwelle, die nach dem Dammbruch am Sonntag durch Stronie Slaskie schoss.
In den Sozialen Medien kursieren Videos von der Hochwasser-Katastrophe in Polen. Eines zeigt die Flutwelle, die nach dem Dammbruch am Sonntag durch Stronie Slaskie schoss.  © Screenshots/X
Nicht das einzige Haus, das beim Hochwasser im Bezirk Klodzko schwer beschädigt wurde. In der Region kommt es außerdem zu Ausfällen bei der Wasser- sowie Gasversorgung.
Nicht das einzige Haus, das beim Hochwasser im Bezirk Klodzko schwer beschädigt wurde. In der Region kommt es außerdem zu Ausfällen bei der Wasser- sowie Gasversorgung. © Maciej Kulczynski/picture alliance/dpa/PAP
Im Laufe des Montags (16. September) haben sich die Wassermassen aus Klodzko verflüchtigt. Jetzt kommen die massiven Schäden ans Licht.
Im Laufe des Montags (16. September) haben sich die Wassermassen aus Klodzko verflüchtigt. Jetzt kommen die massiven Schäden ans Licht.  © Screenshot/X
„Mein geliebtes Klodzko“, schreibt eine Frau aus Polen neben einem weinenden Emoji zu den Bildern aus der historischen Stadt.
„Mein geliebtes Klodzko“, schreibt eine Frau aus Polen neben einem weinenden Emoji zu den Bildern aus der historischen Stadt.  © Screenshot/X
Das Ausmaß der Verwüstung in Klodzko ist schier unvorstellbar. Die Wassermassen schlugen Fenster ein, zerdrückten Hauswände, Autos und Straßen.
Das Ausmaß der Verwüstung in Klodzko ist schier unvorstellbar. Die Wassermassen schlugen Fenster ein, zerdrückten Hauswände, Autos und Straßen.  © Screenshot/X
Die Überschwemmungen zogen sich durch ganz Niederschlesien im Südwesten von Polen. Hier das Hochwasser im Kurort Ladek-Zdroj.
Die Überschwemmungen zogen sich durch ganz Niederschlesien im Südwesten von Polen. Hier das Hochwasser im Kurort Ladek-Zdroj.  © Maciej Kulczynski/picture alliance/dpa
Autos und Häuser hielten dem verheerenden Hochwasser teils nicht stand. Hier ein mitgerissener Pkw in Ladek-Zroj.
Autos und Häuser hielten dem verheerenden Hochwasser teils nicht stand. Hier ein mitgerissener Pkw in Ladek-Zroj.  © Maciej Kulczynski/picture alliance/dpa
Verwüstete Straßen in der Stadt Glucholazy (Bad Ziegenhals). Bei den Überschwemmungen riss das Kopfsteinpflaster auf.
Verwüstete Straßen in der Stadt Glucholazy (Bad Ziegenhals). Bei den Überschwemmungen riss das Kopfsteinpflaster auf.  © Michal Meissner/picture alliance/dpa/PAP

Viele der Hochwasser-Orte haben immer wieder neue Todesfälle zu beklagen. In Polen, Tschechien und Österreich stieg die Zahl der Opfer auf über 20 an. In den nächsten Tagen könnte diese Zahl noch einmal ansteigen, wie Einsatzkräfte vor Ort befürchten.

Nach schweren Überschwemmungen: Leicht Entwarnung in Polen und Sachsen

Update vom 17. September, 17.50 Uhr: Polen kämpft noch immer mit den Folgen der schweren Überschwemmungen. In einigen von den Unwettern betroffenen Gebieten wurde mittlerweile deutlich besseres Wetter angesagt. Das Genuatief, das in Genua schwere Schäden angerichtet hatte, zieht von Polen weg in Richtung Südwesten. Das Meteorologische Institut in Polen meldete, dass das bessere Wetter erst einmal anhalten soll.

Am Dienstag wurden vielerorts bereits 27 Grad gemessen, in Polen kam es nicht erneut zu schweren Regenfällen. Am Mittwoch soll sich diese Situation nicht großartig ändern, in vielen Orten sind keine weiteren Regenfälle angekündigt. Im Süden und Osten kann es jedoch erneut nass werden. In Polen sind als Folge der Überschwemmungen zwei weitere Tote von der Polizei gemeldet worden. Eine männlich Leiche entdeckten die Einsatzkräfte in einem Auto im Dorf Ladek-Zdroj. Der zweite Mann lag tot in Stronie Slaskie im Flussbett der Biala Ladecka. Die Zahl der bestätigten Toten steigt damit auf sechs.

In Sachsen entspannte sich die Lage ebenfalls deutlich. Umweltminister Wolfram Günther gab an, dass der Freistaat „mit einem blauen Auge, vielleicht noch nicht einmal“ davongekommen sei. Im Gegensatz zu vielen von schweren Überschwemmungen betroffenen Gebieten sei Sachsen „vergleichsweise glimpflich davongekommen.“ Die stark betroffenen Gebiete in Polen, Tschechien und Niederösterreich will Sachsen deshalb beim Kampf gegen die Fluten unterstützen.

Millionenschaden in Tschechien durch extreme Hochwasser – Erste Schätzungen

Update vom 17. September, 16.44 Uhr: Die Versicherungsunternehmen in Tschechien haben eine vorläufige Bewertung der Zerstörung durch die aktuelle Hochwasser- und Flutkatastrophe vorgenommen. Ein Sprecher des nationalen Versicherungsverbands äußerte gegenüber der Agentur CTK, dass man mit versicherten Schäden in Höhe von etwa 670 Millionen Euro rechne. Dabei würden Privathaushalte und Industrie- und Gewerbesektor jeweils die Hälfte der Schäden tragen. Sollte diese Prognose zutreffen, wäre es die zweitschwerste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes nach der verheerenden Flut von 2002, gemessen an der Schadenssumme.

Allerdings sind nicht alle Hausbesitzer versichert. Daher haben Hilfsorganisationen zu Spenden aufgerufen. Die staatlichen Forstbetriebe Lesy CR schätzten ihre Schäden in einer ersten Prognose auf mehr als acht Millionen Euro. Sie berichteten, dass etwa 260.000 Kubikmeter Holz in den Staatswäldern beschädigt wurden. Die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, die Wälder zu meiden, da selbst bei Windstille Bäume ohne Vorwarnung umfallen könnten.

Die Schäden an der Verkehrsinfrastruktur dürften ebenfalls erheblich sein. Zahlreiche Brücken wurden zerstört oder beschädigt. Der Hauptbahnhof in Ostrava an der Oder war zeitweise überflutet. Es ist noch ungewiss, wann die drittgrößte Stadt Tschechiens wieder per Bahn erreichbar sein wird.

Update vom 17. September, 15.55 Uhr: Auch in Brandenburg steigen die Wasserstände: Die Flüsse Lausitzer Neiße, Elbe und Spree sind bereits über die Ufer getreten. Laut dem Hochwasserportal des Landes wurde bisher die Hochwasser-Alarmstufe 1 für den Pegel der Spree in Spremberg, Klein Bademeusel und die Elbe-Stadt-Mühlberg ausgerufen.

Die Alarmstufe 1 (die niedrigste von vier möglichen Stufen) bedeutet, dass Gewässer beginnen, ihre Ufer zu überschreiten. Es wird empfohlen, Tiere und Maschinen aus potenziellen Überschwemmungsgebieten zu evakuieren und Hochwasserschutzanlagen zu kontrollieren. In verschiedenen Regionen wurden bereits erste Maßnahmen getroffen und Krisenstäbe haben ihre Arbeit aufgenommen. In Spremberg beispielsweise wurden einige Fahrrad- und Fußgängerunterführungen gesperrt, wie eine Sprecherin berichtete.

In Wittenberge an der Elbe wurde vorsorglich die Baustelle der neuen A14-Brücke gesichert. An der Oder könnte die Situation jedoch kritischer werden. Das Landesamt für Umwelt hat angekündigt, dass dort ab Freitag die Alarmstufe 3 und später möglicherweise sogar die höchste Alarmstufe 4 erreicht werden könnte, insbesondere am Sonntag bei Ratzdorf südlich von Frankfurt an der Oder.

Die Alarmstufe 3 bedeutet, dass einzelne Grundstücke, Straßen oder Keller überflutet werden können. Es wird empfohlen, einen Wachdienst auf den Deichen einzusetzen und Schutzmaterial an gefährdeten Stellen bereitzustellen. Dies geht aus den Beschreibungen des Umweltministeriums zu den verschiedenen Alarmstufen hervor. Die höchste Alarmstufe 4 beinhaltet Maßnahmen zur Katastrophenabwehr, einschließlich der Vorbereitung von Evakuierungen. Es besteht die Gefahr, dass größere Flächen, auch in bebauten Gebieten, überflutet werden können.

Angespannte Hochwasserlage in Polen: Bewohner helfen, Damm zu sichern

Update vom 17. September, 14.25 Uhr: In der polnischen Stadt Nysa haben die Einwohner gemeinsam eine drohende Deichüberflutung verhindert. Monika Jurek, die Verantwortliche für die Verwaltung des Gebiets, teilte der Presseagentur PAP mit: „Nysa wurde vor dem Schlimmsten bewahrt“. Sie erklärte weiter, dass der Pegel der Glatzer Neiße nun sinkt und betonte: „Wenn das so bleibt, können wir sagen, dass Nysa sicher ist.“

In der Nacht von Montag auf Dienstag ereigneten sich in der kleinen Stadt, die ungefähr 90 Kilometer südlich von Breslau (Wroclaw) gelegen ist, dramatische Ereignisse. Die Glatzer Neiße, ein Zufluss der Oder, war über die Ufer getreten und drohte, einen Deich zu überfluten, der das Stadtzentrum schützt. Um den Deich zu verstärken, waren rund 60 Feuerwehrleute und 200 Heimatschutzsoldaten im Einsatz. Hubschrauber setzten große Säcke mit Füllmaterial ab.

Die Stadtbewohner zeigten ebenfalls enormen Einsatz. Der Bürgermeister Kordian Kolbiarz erzählte dem Radiosender Rmf.fm in der Nacht: „Auf dem Deich waren etwa 2000 Menschen: Frauen, Männer, Kinder und Senioren“. Sie bildeten eine Menschenkette, um die Sandsäcke zu bewegen. Trotz der Entstehung einer weiteren dünnen Stelle konnte der Deich den Wassermassen standhalten.

Hochwasser in Sachsen: Dritthöchste Alarmstufe am Pegel Schöna an der tschechischen Grenze

Update vom 17. September, 13 Uhr: Obwohl die Regenfälle nachlassen, bleibt die Lage in den von Hochwasser betroffenen Gebieten in Mittel- und Osteuropa weiterhin angespannt. Die Wasserstände der Elbe in Sachsen nehmen weiter zu. In Dresden nähert sich der Wasserstand der Elbe am Dienstag der Sechsmetergrenze und damit der dritten Alarmstufe, wie von der sächsischen Hochwasserzentrale berichtet wurde. Ursprünglich wurde erwartet, dass dieser Richtwert erst in der Nacht zum Mittwoch überschritten wird.

Die dritthöchste Alarmstufe gilt nach wie vor am Pegel Schöna an der tschechischen Grenze. Allerdings wird die vierte Alarmstufe an keinem sächsischen Elbpegel erreicht. Ein sehr ausgedehnter Hochwasserscheitel wird sowohl in Schöna als auch in Dresden ab Mittwoch erwartet. Bislang sind durch die Überschwemmungen, die durch tagelangen Starkregen in Österreich, Tschechien, Polen und Rumänien verursacht wurden, mindestens 18 Menschen gestorben

In Sachsen könnte die dritte Alarmstufe des Hochwassers am Dienstag erreicht werden

Erstmeldung vom 17. September: Dresden – Tagelanger Regen sorgt vielerorts für eine brisante Hochwasserlage. In Dresden verzeichnet die Elbe weiterhin einen steigenden Pegel. Am Dienstagmorgen (17. September) näherte sich dieser mit 5,87 Metern der Sechs-Meter-Marke an. Ab einem Pegel von sechs Metern gilt Alarmstufe drei. Neben Sachsen kämpft auch Bayern mit den Folgen der Wassermassen.

Ein drastischer Verlauf, wie ursprünglich befürchtet, wird jedoch in Dresden nicht erwartet. Die Lage ist unter Kontrolle, die Feuerwehr verzeichnete bislang keinen Einsatz zur Kellerleerung. In Schöne nahe der tschechischen Grenze liegt der Pegelstand mit 6,31 Meter derweil weiterhin auf Alarmstufe drei. Anders sieht die Lage in Tschechien selbst aus.

Brisante Hochwasserlage in Tschechien: Südböhmen besonders im Fokus

Dort bleibt die Hochwasserlage kritisch. Besonders in Nordböhmen, in der Region Usti nad Labem, wird die Scheitelwelle der Elbe erst für Dienstagabend erwartet. Insbesondere in Südböhmen könnte sich die Lage zuspitzen. Dort droht der Rosenberg-Fischteich überzulaufen und könnte die Lage an der Lainsitz weiter verschärfen. Bis zu 2.000 Soldaten wurden bereits zur Unterstützung der Hilfskräfte entsandt, nachdem das Kabinett in Prag den Einsatz genehmigt hatte. Mindestens drei Menschen kamen in den Fluten ums Leben. Ein ähnliches Hochwasser-Bild zeigt sich in Österreich. Einige Orte sind noch von der Außenwelt abgeschnitten. Zudem drohen Hangrutsche.

Wetterlage in Polen weiterhin angespannt: Zeitpunkt der Flutwelle nicht klar

Eine angespannte Lage zeichnet sich auch in Polen ab:

  • Kleinstadt Nysa: Dort droht ein Deich an der Glatzer Neiße zu brechen. Rund 2000 Menschen unterstützten die Einsatzkräfte dabei, den Deich mit Sandsäcken zu sichern.
  • Breslau: Es wird eine Flutwelle der Oder am Donnerstag oder Freitag erwartet. Es gibt widersprüchliche Prognosen über den genauen Zeitpunkt der Ankunft.
  • Stronie Slaskie: Hier durchbrach der Fluss Biala Ladecka einen Staudamm und verwüstete die Stadt.

Die Stadtverwaltung warnte indes vor Falschinformationen, die in den sozialen Medien kursieren. Meldungen, dass Deiche gesprengt würden oder das Leitungswasser vergiftet sei, wurden entschieden dementiert. Stattdessen wurde klargestellt, dass die Deiche verstärkt und Polder bei Bedarf geflutet werden sollen, um die Flutwelle abzumildern. Auch gebe es Pläne für Evakuierungen, diese würden jedoch nur im Notfall greifen. Die Bevölkerung solle sich auf Informationen der Behörden verlassen, hieß es. (tt/mbr/dpa)

Rubriklistenbild: © Michal Meissner/dpa

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