- VonEileen Kelpeschließen
Vor der niederländischen Küste brennt das mit E-Autos beladene Frachtschiff weiter. Umweltorganisationen befürchten eine Katastrophe für die Nordsee.
Ameland – Feuer auf offener See: Das fast 200 Meter lange Frachtschiff „Fremantle Highway“ steht immer noch in Flammen. Rund 27 Kilometer vor der niederländischen Wattenmeerinsel Ameland versuchen Rettungskräfte das Schiff zu bergen, das in der Nacht in Brand geraten ist. Ein Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben. Die Küstenwache stellt sich auf verschiedene Szenarien ein – und hält eine Umweltkatastrophe für möglich.
Frachter brennt in der Nordsee: Bergung erweist sich als kompliziert
Der mit knapp 3000 beladene Autos Frachter, darunter auch 25 Elektroautos, war von Bremerhaven nach Ägypten unterwegs und geriet in der Nacht zu Mittwoch in Brand. Die 23-köpfige Besatzung musste das Schiff fluchtartig verlassen. Einige sprangen nach Angaben der Küstenwache auch ins Wasser – aus einer Höhe von 30 Metern. Ein Crew-Mitglied kam ums Leben, die anderen konnten teils leicht verletzt gerettet werden.
Lösch- und Bergungsschiffe gelangten schnell an den Unglücksort – auch aus Deutschland kam Unterstützung. Doch vor allem durch die Lithium-Batterien der E-Autos sollen die Löscharbeiten erschwert worden sein, sagte der Sprecher der Küstenwache. Diese könnten auch Auslöser für den Brand sein. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NOS berichtete, dass der Frachter mittlerweile mit einem Notkabel mit einem Schlepper verbunden sei, damit dieser nicht abdriftet. Trotzdem bleibe die Bergung schwierig.
Brennender Frachter: Sorge um Umweltkatastrophe in der Nordsee
Falls das Schiff sinken sollte, könnten Treibstoff, Öl und die etwa 3000 Autos ins Wasser und auf den Meeresboden gelangen. „Wir tun alles, um das zu verhindern“, sagte ein Sprecher der Wasserbehörde dem Radiosender NOS. Aber die Rettungskräfte bereiteten sich „auf alle Szenarien“ vor. Umweltorganisationen und auch Bürgermeister umliegender Gebiete sind besorgt über mögliche Schäden durch Öl oder Müll. „Das könnte eine Umweltkatastrophe für die Nordsee und das Wattenmeer bedeuten“, warnte ein Sprecher der Stiftung De Nordzee am Mittwoch.
Nordsee-Frachter in Flammen: Mehr als 3000 Autos an Bord – Fotos zeigen das Inferno




Drohende Umweltschäden durch Frachter: Sorge wächst auch an deutscher Nordseeküste
Auch an der deutschen Nordseeküste macht sich die Sorge vor einer drohenden Umweltkatastrophe breit. Aus Sicht des Bürgermeisters der deutschen Nordseeinsel Borkum könnte das Sinken des Schiffes schwere Umweltschäden zur Folge haben. „Das Schlimmste wäre, dass das Schiff sinkt und unkontrolliert Schadstoffe in das Meer gespült werden“, sagte Jürgen Akkermann (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur.
Falls Öl ausläuft, könnte es durch Westwinde bis in die Deutsche Bucht gelangen, so der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) und Bürgermeister der Stadt Varel in Friesland, Gerd-Christian Wagner. Auch auf dieses Szenario sollte man vorbereitet sein, betont er gegenüber der dpa. (eike/dpa)
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