Krebserkrankung

Schwedische Studie zeigt: Rauchen erhöht Sterberisiko bei Prostatakrebs

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Schwedische Forscher haben einen alarmierenden Zusammenhang entdeckt: Rauchen erhöht das Sterberisiko bei Prostatakrebs-Patienten.

Lund – Jährlich werden über 65.000 Männer in Deutschland mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert. Bei frühzeitiger Erkennung ist eine effektive Behandlung möglich. Dennoch zählt Prostatakrebs zu den tödlichsten Krebsformen. Wissenschaftler aus Schweden haben eine Korrelation zwischen Rauchen und dem Sterberisiko ermittelt. Es scheint, dass Raucher, die an Prostatakrebs leiden, eine geringere Überlebensrate aufweisen als Nichtraucher, so das Ergebnis einer Studie der Universität Lund in Schweden.

Rauchen erhöht das Sterberisiko bei Prostatakrebs

Forscher analysierten für ihre Studie zu Prostatakrebs Daten von 350.000 Männern

Es ist allgemein bekannt, dass Rauchen das Risiko für Lungenkrebs erhöht, aber es scheint auch andere Krebsformen zu fördern. Dies ist einer der Gründe, warum Großbritannien plant, Zigaretten auf lange Sicht zu verbieten. Schwedische Forscher wollten den möglichen Zusammenhang zwischen Rauchen und Prostatakrebs untersuchen. Daher analysierten sie die Daten von über 350.000 Männern, die in fünf schwedischen Bevölkerungsstudien gesammelt wurden – einschließlich Selbstauskünften über die Rauchgewohnheiten der Männer.

Das nationale Register für Prostatakrebs lieferte zusätzliche Informationen, wie etwa die Art des Tumors bei der Diagnose und den Grund für dessen Entdeckung. Die Studie, die den Namen „Smoking and Risk of Prostate Cancer and Prostate Cancer Death: A Pooled Study“ trägt, brachte folgende Erkenntnisse hervor:

  • Rauchende Prostatakrebs-Patienten hatten ein um 20 Prozent höheres Risiko, an der Krankheit zu sterben als Nichtraucher.
  • Mit Übergewicht sowie Fettleibigkeit erhöhte sich das Sterberisiko von Rauchern mit Prostatakrebs.
  • Mit der Intensität und Dauer des Rauchens stieg die Wahrscheinlichkeit zu sterben weiter an.

Rauchende Männer und Prostatakrebs: Neue Studie fordert weitere Forschung

Sylvia Jochems, die Erstautorin der Untersuchung, stellt fest, dass Männer, die rauchen, ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs haben – unabhängig vom Stadium des Tumors bei der Feststellung. Allerdings seien zusätzliche Studien erforderlich, so die Wissenschaftler in einer Presseerklärung.

„Wir müssen mehr darüber wissen, ob Rauchen oder andere Risikofaktoren, wie soziodemografische Faktoren, für diesen Zusammenhang verantwortlich sind. Weitere Studien sind erforderlich, um die wichtige Frage zu klären, ob sich die Prognose durch einen Rauchstopp nach einer Prostatakrebs-Diagnose verbessert“, äußerte Tanja Stock, die leitende Autorin der Studie, in der Erklärung. Eine separate Untersuchung hat ergeben, dass zunehmend auch jüngere Menschen von Krebs betroffen sind.

Früherkennung von Prostatakrebs: Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig

Prostatakrebs stellt die am weitesten verbreitete Krebsdiagnose bei Männern in Deutschland dar. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregistrierdaten des Robert Koch-Instituts sind jährlich rund 65.000 Männer in Deutschland von dieser Krankheit betroffen. Sie gilt zudem als die zweithäufigste Krebsart, die einen tödlichen Verlauf nimmt.

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Die Aussichten auf Genesung bei Prostatakrebs steigen, je früher die Krankheit diagnostiziert wird. Daher ist es für Männer von entscheidender Bedeutung, Krebsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Aufgrund der oft unspezifischen Symptome im Frühstadium dieser Krebsart, ist es von besonderer Wichtigkeit, auf potenzielle Anzeichen von Krebs zu achten. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) weist darauf hin, dass spezifische Beschwerden häufig erst dann auftreten, wenn der Tumor bereits eine gewisse Größe erreicht hat und sich auf die Harnröhre ausgebreitet hat.

Auch bestimmte Lebensmittel haben einen großen Einfluss auf das Krebs-Risiko. Das ergab eine Studie mit mehr als 500.000 Teilnehmenden.

 Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Teresa Toth sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © R. Rebmann/ Imago

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