Große Neuerung bei Reisepässen war ab 1. Mai 2025 geplant – plötzlich folgt Kehrtwende
VonBettina Menzel
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Schluss mit Papier: Ab 1. Mai wird das Passfoto digital via Cloud an die Behörde gesendet – das soll die Passanträge vereinfachen und beschleunigen. Doch nun rudern die Behörden wieder zurück.
Update vom 2. April, 13.26 Uhr: Das Bundesinnenministerium rudert bei der Neuerung nun scheinbar doch zurück. Wie die Bildzeitung berichtet, sollen Passbilder auf Papier weiter zugelassen bleiben – trotz der geplanten Umstellung auf digitale Bilder am 1. Mai.
Ein Sprecher sagte der Zeitung: „Viele Kommunen haben aufgrund der vorgezogenen Bundestagswahl ihre Ressourcen zunächst in die reibungslose Durchführung der Wahlen investiert.“ So seien zahlreiche Behörden technisch noch gar nicht auf dem Stand für die Umsetzung der neuen Vorgabe. Auch an der erforderlichen TÜV-Zertifizierung fehle es. Der Sprecher weiter: „Auch die Arbeitskampfmaßnahmen in den Kommunen führten punktuell dazu, dass für den Rollout vorgesehene Standorte nicht ausgestattet werden konnten.“
Der herkömmliche Prozess bleibe also erst einmal bestehen, gelte jedoch nur in Fällen ohne Alternativen. Bis mindestens 31. Juli 2025 solle man also weiterhin mit einem ausgedrucken Foto einen Pass beantragen können.
Reisepass: Wie neue Passbilder die Beantragung vereinfachen sollen
Berlin – Wer ab 1. Mai einen neuen Reisepass beantragt, braucht ein digitales Passbild. Gedruckte Fotos auf Papier nimmt die entsprechende Passstelle dann nicht mehr an. Die biometrischen, digitalen Ausweisbilder macht ein spezieller Automat auf dem Amt oder ein lizenzierter Fotograf – der sie dann via Cloud direkt an die Behörde übermittelt.
Deutschland hinkt in der Digitalisierung hinterher. Mit den digitalen Passfotos will man einen Schritt in Richtung Entbürokratisierung und Digitalisierung gehen, heißt es in einer Mitteilung der Bundesregierung. Die Passbeantragung soll damit „einfacher und schneller“ werden. „Wir ersparen Bürgerinnen und Bürgern mühsame Wege zum Amt. Und wir ersparen manchen das böse Erwachen kurz vor dem Urlaub, dass der Pass abgelaufen ist. Künftig erhalten Bürgerinnen und Bürger auf Wunsch per Mail Erinnerungen an den Ablauf ihrer Dokumente“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser im vergangenen Juli.
In den Behörden sollen künftig Selbstbedienungsstationen stehen, die biometrische Angaben wie das Lichtbild, Fingerabdrücke und die Unterschrift digital erfassen können. Alternativ lassen sich die Fotos auch bei in einem zertifizierten Fotostudio anfertigen. Bürger und Bürgerinnen bekommen aber künftig kein Bild mehr in die Hand, vielmehr wird das Passfoto direkt über die Cloud an die Passstelle übermittelt, wie Henning Arndt, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Centralverband Deutscher Berufsfotografen, der Bild sagte. „Der Kunde erhält einen QR-Code, mit dem das Bild im Bürgeramt abgerufen werden kann“, erklärte Arndt weiter.
Änderung ab 1. Mai: Digitale Passfotos kommen
Jährlich beantragen etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland einen neuen Reisepass oder Personalausweis. Für die Erstellung des Passbilds wählten bislang viele den Service im Drogeriemarkt. Das soll auch ab 1. Mai weiterhin möglich sein: „Ein relevanter Teil der Passfotos in Deutschland wird in unseren dm-Märkten erstellt. Diesen Service möchten wir den Kunden auch in Zukunft anbieten“, sagt dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer der Bild. Neben dm sollen demnach auch Märkte wie Rossmann und Müller an entsprechenden Möglichkeiten arbeiten.
Weniger Schlange, mehr Service: Was sich bei der Passbeantragung sonst noch ändert
Das Innenministerium bietet ab 1. Mai auch die „Möglichkeit einer postalischen Direktzustellung von Reisepässen und Personalausweisen an die inländische Meldeanschrift der antragstellenden Person.“ Der Weg zum Amt, um den Pass abzuholen – und oft zähes Schlangestehen – fallen damit weg. Wer seine E-Mail-Adresse hinterlegt, erhält auf Wunsch eine Erinnerung, wenn es Zeit wird, einen neuen Pass zu beantragen. Auch Änderungen an Dokumenten sollen künftig einfacher werden: Bislang musste die Behörde Anpassungen unterschreiben und das Datum vermerken. In Zukunft soll das auch ohne behördliche Unterschrift und Datum möglich sein – digital und einfacher.
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