Umweltkatastrophen drohen

Wetterprognose für Sommer 2023: Meteorologe fürchtet tropische Zustände

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Die Wetterexpert:innen sind sich bei der Sommer-Prognose für Juli und August bereits ziemlich einig. Der Trend 2022 wird sich fortsetzen. Wird das Wetter ähnlich extrem?

München – Hitzerekorde im Norden Deutschlands und historische Trockenheit im Westen. Ausgetrocknete Flussläufe und Rekordwaldbrände, sowie regionaler Starkregen und Überschwemmungen. All das war der Sommer 2022. Erwarten uns in diesem Jahr die gleichen Extreme? Ein Ausblick auf die Sommermonate 2023.

Wetterprognose für den Sommer 2023: Meteorologe fürchtet tropische Zustände

Der Sommer scheint gerade begonnen zu haben. Die letzten Maitage lockten die Menschen deutschlandweit mit viel Sonne und Temperaturen bis 27 Grad nach draußen. Perfektes Grill- und Badewetter. Doch das bringt auch bereits die ersten Dürre- und Waldbrandwarnungen mit sich – bislang vor allem im Nordosten Deutschlands. Obwohl es ein regenreicher Frühling war, sind die tiefen Bodenschichten noch von den letzten Dürren betroffen. Erste Prognosen zeigen jetzt: In den Sommermonaten Juli und August dürfte sich das 2023 fortsetzen. Auch in anderen europäischen Ländern gibt es bereits jetzt Dürren und Waldbrände - In Spanien gab es in diesem Jahr den ersten Brand sogar bereits im März.

Sowohl für Juli, als auch August scheinen sich die Wetterexpert:innen und -modelle recht einig zu sein. So prognostizieren das amerikanische und das europäische Modell für beide Monate eine durchschnittliche Temperaturabweichung über dem Klimamittel seit 1991 von ein bis zwei Grad. Fachleute gehen davon aus, dass Extrem-Hitze durch den Klimawandel in Zukunft häufiger und heftiger wird.

Expert:innen prognostizieren warmen und trockenen Sommer 2023 – mit „tropischen“ Unwettern?

„Wenn das eintritt, dann würde der Juli doch einer der wärmsten werden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“, so Wetterexperte Dominik Jung bei wetter.net. Gerade im Süden müsse laut den Trends mit Hitze gerechnet werden, ergänzt Meteorologin Corinna Borau bei wetter.com. Warm, aber auch trocken? Während Borau einen nicht zu nassen Juli prognostiziert, sieht Jung zumindest teilweise auch Phasen, die „nasser ausfallen als normal.“ Regen und warm: „Das hätte fast schon tropische Züge“, so Jung. „Da könnte es ordentlich abgehen in Sachen Unwetter, in Sachen Gewitter“, sagt er.

Der August wird anschließend laut den Vorhersagen zwar nicht mehr ganz so heiß. Trotzdem dürfte der Monat ebenfalls bis zu zwei Grad über dem Mittel liegen, so die Wetterexperten. In einigen Regionen kann es zu trocken werden, in anderen durchaus mal regnen. Als „wechselhafte Phasen“ bezeichnet es Borau. Für genauere Prognosen ist der achte Monat noch zu weit entfernt.

Zwei Frauen schützen mit einem Regenschirm vor der Sonne.

Alles in allem scheint der Sommer 2023 also zu warm und in Sachen Niederschlag durchschnittlich bis leicht zu trocken zu werden, fasst es Meteorologe Johannes Graf bei wetter.net zusammen. Insgesamt sei die Ausgangslage aber besser als im Vorjahr, so Borau. 2022 sei bereits der April viel zu trocken gewesen. „Wenn jetzt ein trockener und heißer Sommer folgt, dann ist die Lage vermutlich nicht ganz so extrem wie im letzten Jahr“, folgert die Meteorologin. Dennoch: Der Temperaturtrend zeigt nach oben. Eine Studie wagte kürzlich eine drastische Wetter-Prognose: Viele Menschen müssen laut Experten ihre Heimat verlassen. (chd)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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