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Maximilian Kettenbach
Karolin Schaefer
Romina Kunze
Alina Schröder
Jennifer Lanzinger
Marokko kämpft seit Tagen gegen die Folgen der Erdbeben an. Internationale Hilfe nimmt die Regierung nur bedingt an. Derweil läuft die Uhr gegen die Verschütteten.
- Schweres Erdbeben in Marokko: In der Nacht zum Samstag (9. September) bebte in zahlreichen Regionen die Erde.
- Erdbeben weit spürbar: Selbst Menschen in Spanien und Portugal wurden aus dem Schlaf gerissen. Das Beben soll eine Stärke von rund 6,8 gehabt haben.
- Zahl der Todesopfer steigt: Die marokkanische Regierung zählte über 2900 Todesopfer. Viele Menschen werden noch immer vermisst.
Update vom 14. September, 13.33 Uhr: In Marokko ist die Lage nach dem Erdbeben weiter verheerend. Viele Ortschaften sind nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten. Rettungskräfte versuchen Betroffene zu unterstützen, indem sie Hilfsgüter aus Flugzeugen abwerfen. Auch Freiwillige kümmern sich um die Menschen in den Katastrophengebieten, etwa eine Urlauberin aus Frankreich. „Diese Leute haben nichts“, schilderte sie gegenüber CNN.
Das entlegene Dorf Tenzirt im Atlasgebirge, etwa 80 Kilometer von Marrakesch entfernt, hat es ebenfalls schwer getroffen. Wie die arabische Nachrichtenagentur Al Jazeera berichtete, sei die Ortschaft nahezu von der Landkarte verschwunden. Tenzirt „gibt es nicht mehr“, sagte ein Bewohner dem Portal. Die meisten Häuser hätten sich in Ruinen verwandelt. Auch öffentliche Verkehrsmittel fehlen, lediglich ein Transporter bringt Verletzte in Krankenhäuser nach Marrakesch.
Überlebende müssen zwischen den Trümmern unter freiem Himmel übernachten. „Letzte Nacht sind wir fast vor Kälte gestorben“, schilderte ein weiterer Bewohner. Die Regierung in Marokko steht unter Druck, mehr internationale Hilfe anzunehmen. Bislang hat das nordafrikanische Land offiziell nur Unterstützung aus vier Ländern akzeptiert.
Erdbeben in Marokko: Hilfstransport des Deutschen Roten Kreuzes plötzlich abgesagt
Update vom 14. September, 8.05 Uhr: Auch Tage nach dem schweren Erdbeben mangelt es an notwendigen Dingen zum Überleben. Rettungskräfte haben noch nicht alle Dörfer im schwer getroffenen Atlasgebirge erreichen können. Nach Informationen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) sind etwa 100.000 Kinder von der Katastrophe betroffen. Angesichts der Zerstörung seien viele Familien obdachlos geworden.
Der für Donnerstag geplante Hilfstransport des Deutschen Roten Kreuzes in die Erdbebengebiete ist abgesagt worden. „Aus Gründen, auf die wir und auch unsere Partner der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung keinen Einfluss haben, wurden kurzfristig neue Regularien und Vorschriften bekanntgegeben, die den Start des Flugzeugs am heutigen Tag unmöglich machen“, hieß es in einer Mitteilung des DRK. Die Regierung in Marokko steht unter Druck, mehr internationale Hilfe anzunehmen. Bislang hat das nordafrikanische Land offiziell nur Unterstützung aus vier Ländern akzeptiert.
Laut Innenministerium wurden bisher 2946 Tote und 5674 Verletzte gemeldet. Es wird jedoch befürchtet, dass die Zahlen steigen. Währenddessen warnte die marokkanische Nachrichtenseite Hespress vor möglichem Menschenhandel mit jungen Mädchen. In den sozialen Medien würden Beiträge kursieren, in denen marokkanische Männer die Not auszunutzen versuchten und vorschlügen, minderjährige Erdbebenopfer zu heiraten, um sie „vor ihren Tragödien zu bewahren“, berichtete Hespress.
Verheerendes Erdbeben in Marokko: Versorgungslage nach wie vor problematisch
Update vom 13. September, 7.34 Uhr: Nach dem Erdbeben in Marokko wächst die Not und Verzweiflung bei Betroffenen. Die Versorgungslage für die Überlebenden ist nach dpa-Angaben weiterhin sehr problematisch. Viele Menschen, die durch das Beben obdachlos wurden, müssen dringend mit Lebensmitteln und Wasser versorgt werden. In den Katastrophengebieten wird ab Mittwochnachmittag leichter Regen erwartet. „Selbst leichte Niederschläge könnten die Rettungs- und Hilfsbemühungen in der am stärksten betroffenen Region im Atlasgebirge behindern und auch die Bewohner gefährden“, berichtete das marokkanische Nachrichtenportal Hespress. Gerüchte über bevorstehende heftige Regenfälle dementierte hingegen das Wetteramt.
Jahrhundert-Erdbeben in Marokko – Fotos zeigen das Ausmaß der Katastrophe




Mehr als 2900 Menschen kamen den jüngsten Zahlen des Innenministeriums zufolge ums Leben. Bisher seien mit Stand gestern Mittag 5530 Verletzte gezählt worden. Die marokkanische Regierung steht weiter unter wachsendem Druck, mehr internationale Hilfe anzunehmen. Gestern besuchte König Mohammed VI., wie die Nachrichtenagentur MAP meldete, ein Krankenhaus mit Verletzten in Marrakesch.
Schwere Vorwürfe an Regierung - „Niemand ist gekommen, um uns zu helfen“
Update vom 12. September, 22.23 Uhr: Nach den heftigen Erdbeben gerät die marokkanische Regierung zunehmend in die Kritik. Aus Berlin vernahm man bereits Unverständnis darüber, dass das Land nur ausgewählte Hilfe aus dem Ausland annehme. Nun kommen kritische Stimmen auch aus der eigenen Bevölkerung.
Ein Anwohner aus Asni sieht nach dpa-Informationen die Schuld für das Unglück bei der Regierung. „Sie will nicht, dass die Häuser hier erdbebensicher gebaut werden – aus Angst, sie könnten ihren Charme für Touristen verlieren“, sagte der Mann, der bei einer lokalen Zeitung arbeitet. Das Bergdorf liegt südlich von Marrakesch, was besonders von der Katastrophe betroffen ist.
Das Atlas-Gebirge mit seiner schönen Landschaft und den an die roten Berghänge gebauten Dörfern ist eine beliebte Reiseregion. Aber nach Einschätzung von Experten sind die Häuser nicht robust genug gebaut, um starken Erschütterungen standzuhalten. Erdbeben sind in Nordafrika allerdings eher selten.
Faeser sichert Marokko Erdbeben-Hilfe zu – THW wartet nur noch auf das Gesuch der Regierung
Update vom 12. September, 19.42 Uhr: Die Hoffnung, noch Überlebende nach dem heftigen Erdbeben in Marokko zu finden, ist schwindend gering. Doch die Not ist auch für Überlebende weiterhin groß: Weit über 5000 Verletzte seien es nach Angaben des Innenministeriums. Unzählige haben durch die Erdstöße ihr Zuhause und sämtliches Hab und Gut verloren. Darunter auch viele Familien, die in den derzeit kalten Nächten im Freien schlafen müssten.
Nach Informationen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) sind etwa 100.000 Kinder von der Katastrophe betroffen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser signalisierte, dass das Unterstützungsangebot aus Deutschland gegeben ist. „Sobald wir mehr Informationen haben, welche Hilfe konkret benötigt wird, können wir unsere Spezialisten nach Marokko entsenden“, schrieb sie auf auf X mit. Das Technische Hilfswerk stehe bereit und bereite Hilfslieferungen vor, um die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten zu unterstützen, schreibt die SPD-Politikerin auf der früheren Twitter-Plattform.
„Fühlen uns komplett vergessen“: Betroffene kämpfen mit Folgen des Erdbebens in Marokko
Update vom 12. September, 16.11 Uhr: Inzwischen ist die Wahrscheinlichkeit, noch weitere Überlebende unter den Trümmern zu finden, verschwindend gering. Dennoch arbeiten die Einsatzkräfte vor Ort unermüdlich weiter. Der Fokus liegt jedoch zunehmend darauf, Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen, berichtet die dpa. In vielen abgelegenen Gegenden sei kaum etwas von der Hilfe zu spüren gewesen. So sagte eine Bewohnerin des Bergdorfes Imoulas: „Wir fühlen uns komplett vergessen. Niemand ist gekommen, um uns zu helfen.“
Um den Betroffenen zu helfen, müssen auch entsprechende Geldmittel zur Verfügung stehen. Und während die Regierung versprach, in den kommenden Tagen Details über Entschädigungszahlungen zu nennen, richtet sich Caroline Holt, Vertreterin des Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), mit einem dringenden Appell an die Öffentlichkeit: „Wir haben einen Bedarf von 100 Millionen Schweizer Franken (105 Millionen Euro), um auf die dringlichsten Bedürfnisse reagieren zu können.“
World Central Kitchen bringt Erdbeben-Hilfe in abgelegene Gebiete in Marokko
Viele Gemeinden sind durch das Erdbeben von der Außenwelt abgeschnitten. Die gemeinnützige Organisation World Central Kitchen ist unter anderem im Erdbebengebiet im Einsatz und versorgt diese Gebiete via Helikopter mit Essen. Laut einem Tweet des Gründers und Küchenchefs José Andrés transportiere die Organisation zudem Ärzte in diese abgelegenen Regionen und evakuieren Verwundete.
Whatever it takes, @WCKitchen is getting meals to communities! Many places isolated from damage so we use helicopters & also bring in doctors. After dropping food we can take people back with us...today we evacuated 8 people..injured, elderly & a pregnant woman. #ChefsForMorocco pic.twitter.com/cAzncxr0LF
— José Andrés 🇺🇸🇪🇸🇺🇦 (@chefjoseandres) September 11, 2023
Nach dem Erdbeben in Marokko ist ein schneller Wiederaufbau nötig – Regierung arbeitet Plan aus
Update vom 12. September, 11.05 Uhr: Auch das Hilfsangebot aus Österreich hat die marokkanische Regierung vorerst abgelehnt. Nur vier Hilfsangebote – von Spanien, Großbritannien, Qatar und den Vereinigten Arabischen Emiraten – wurden bisher angenommen. Steffen Krüger, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Rabat, ist jedoch davon überzeugt, dass „Marokko in den nächsten Tagen auch andere Länder einladen wird“, an den Rettungs- und Wiederaufbaumaßnahmen teilzuhaben. Das sagte er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.
Mit jeder Stunde sinkt die Wahrscheinlichkeit, weitere Überlebende in den Trümmern zu finden. Dennoch arbeiten die Hilfskräfte weiterhin daran, in schwer zugängliche Gebiete vorzudringen, die ebenfalls vom Erdbeben betroffen sind. Außerdem müssen die vielen Menschen versorgt werden, die durch das Beben verletzt wurden oder ihre Häuser verloren haben.
Nach Erdbeben naht die Regenzeit in Marokko: Steffen Krüger sieht Wiederaufbau als dringendes Anliegen
Steffen Krüger sieht den Wiederaufbau als besonders dringliches Anliegen an. Denn „die Regenzeit beginnt dort bald in der Region und natürlich dann auch der Winter. Und gerade in den höheren Gebieten fällt auch öfter mal Schnee und es gibt Minusgrade“, erklärt er.
Das ist auch der marokkanischen Regierung klar. Bereits am Freitag arbeitete ein Ministerausschuss unter Leitung von Premierminister Aziz Akhannouch einen Wiederaufbauplan aus, der Entschädigungszahlung für betroffene Familien einschließt, wie das Portal Morocco World News berichtet. Die genauen Details sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.
Marokko nimmt Erdbebenhilfe von nur vier Ländern an
Update vom 12. September, 6.43 Uhr: Die Zahl der Toten steigt weiter und die Befürchtungen sind groß, dass es nicht bei der Zahl 2862 bleibt. Doch noch immer lehnt Marokko Hilfe aus Ländern wie Deutschland ab. Bislang zeigte die Regierung in Rabat daran jedoch kein Interesse. Marokko habe sich aber für das Angebot bedankt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.
Spanien, Großbritannien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind die einzigen vier Länder, deren Hilfe Marokko bisher annahm. Beamte des Landes rechtfertigten dies damit, dass es ihrer Einschätzung nach zu chaotisch wäre, wenn plötzlich Teams aus der ganzen Welt eintreffen würden.
Schweres Erdbeben in Marokko: Suche wird immer verzweifelter
Dabei wird die Suche immer verzweifelter. In den schwer zugänglichen Erdbebengebieten in Marokko arbeiten die Einsatzkräfte nach Überlebenden am Rande der Erschöpfung. Teils mit bloßen Händen müssen sie sich bei großer Hitze durch Schutt und Trümmerhaufen vorkämpfen. Doch die Hoffnung, am vierten Tag nach dem schweren Erdbeben vom Freitagabend Menschen noch lebend zu finden, schwindet von Stunde zu Stunde. Dutzende Dörfer seien zerstört, berichtete die marokkanische Nachrichtenseite Hespress. Die Einwohner müssten nicht nur die Toten bergen und begraben, es mangele auch an Lebensmitteln und Wasser.
Der Einsatzleiter eines britischen Hilfstrupps warnte im Sender BBC vor einem steigenden Risiko von Krankheiten, wenn sich die Hilfe weiter verzögere. Die Einsatzkräfte versuchten unterdessen weiter, in entlegene Bergdörfer vorzudringen. Mit schwerem Gerät wie Bulldozern mussten in dem zerklüfteten Gelände Straßen von Geröll befreit werden, damit Krankenwagen nach Erdrutschen durchkommen.
Derweil steigt auch in der Bevölkerung die Wut auf die Regierung, weil die Hilfe zur Suche und Wiederaufbau nicht vorankommt.
Update vom 11. September, 22.47 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem heftigen Erdbeben in Marokko steigt weiter. Nach Angaben des Innenministeriums wurden am Montag 2862 Tote gemeldet, 2562 Menschen wurden bei dem Erdbeben verletzt. Die endgültige Zahl der Todesopfer ist nach wie vor unklar. Das Beben am Freitagabend erreichte eine Stärke von 6,8 und gilt als schlimmstes seit Jahrzehnten.
Marokko lehnt Hilfe aus Deutschland ab und umgibt sich mit „befreundeten Monarchien“
Update vom 11. September, 21.03 Uhr: Derzeit befinden sich Rettungskräfte aus Großbritannien samt Ausrüstungen sowie Suchhunden in Marokko. Dort wollen sie die örtlichen Einsätze nach den verheerenden Erdbeben unterstützen, teilte der britische Botschafter Simon Martin beim Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) mit. Auch eine Spezialeinheit des spanischen Militärs mit Suchhunden beteiligt sich an den Bergungseinsätzen.
Die Bevölkerung benötigt neben humanitärer Hilfe nun vor allem auch psychologische Betreuung, betonte die Hilfsorganisation Care in einem Bericht. „Neben den enormen physischen Verwüstungen wiegt vor allem auch der emotionale Schaden, der von dem erlebten Grauen und der ausgestandenen Angst verursacht wurde, sehr schwer“, erklärte Hlima Razkaoui, Generalsekretärin von Care Marokko.
Auch andere Länder boten Marokko Hilfe an, darunter Deutschland und Frankreich. Die Regierung in Rabat entschied sich allerdings vorerst nur, Helfer aus Spanien, Großbritannien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Land zu lassen. Mutmaßungen über diplomatische Spannungen wiesen Frankreich und Deutschland zurück. „Das Land kann nur allein bestimmen, welche Hilfe und in welchem Zeitraum es sie braucht“, erklärte die französische Außenministerin Catherine Colonna. Auffällig sei, dass sich Marokko offensichtlich mit „befreundeten Monarchien“ umgibt, merkte der französische Historiker Pierre Vermeren an, der an der Universität Sorbonne lehrt.
Heftiges Erdbeben in Marokko: Zahl der Todesopfer steigt
Update vom 11. September, 18.03 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach den heftigen Erdbeben in Marokko ist erneut gestiegen. Inzwischen zählt das Innenministerium am Montagnachmittag 2681 Tote, 2501 Menschen seien verletzt worden. Die meisten Todesopfer seien den Angaben zufolge inzwischen begraben worden.
Noch immer haben Rettungskräfte Probleme, entlegene Bergdörfer zu erreichen, teilte der marokkanische Justizminister Abdel Latif Wehbe dem arabischen Fernsehsender Al-Arabiya mit. Inzwischen haben die Behörden Feldlazarette nahe des Epizentrums eingerichtet, um Verletzte zu versorgen. Die endgültige Zahl der Todesopfer sowie das Ausmaß der Schäden sind aber weiterhin unklar, erklärte Wehbe.
Erdbeben in Marokko: Land verzichtet auf Hilfe aus Deutschland
Update vom 11. September, 15.44 Uhr: Das Vorgehen der marokkanischen Regierung wirft Fragen auf: Bislang verzichtet das Land trotz etlicher Opfer und vielen Vermissten größtenteils auf internationale Hilfe. Auch an der Beteiligung von Such- und Rettungstrupps des Technischen Hilfswerks (THW) bestand noch kein Interesse.
Binnen kürzester Zeit kamen rund 50 Hilfskräfte des THW zusammen. Angesichts der ausgeschlagenen Hilfe seitens Marokko sowie der schwindenden Wahrscheinlichkeit, Verschüttete noch lebend zu bergen, zogen sich die Hilfskräfte vorerst zurück. Hilfsangebote bestehen allerdings auch über diese erste Phase der Bergung hinaus: Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte mit, dass sich Deutschland bei Bedarf bei der Trinkwasserversorgung engagieren würde. Die „Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland“ (SEEWA) des THW stünde bereit, um vor Ort zu unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation.
Dass politische Gründe hinter dem Verzicht der Hilfe aus Deutschland stecken könnten, bezweifelte ein Sprecher des Auswärtigen Amte: „Ich glaube, politische Gründe kann man hier ausschließen für unseren Fall“. Die diplomatischen Beziehungen zu Marokko seien gut. Auch Frankreich bot Unterstützung an, Marokko lehnte ebenfalls dankend ab; ungeachtet des hohen Anteils marokkanisch-stämmiger Bürger in Frankreich. Die Europäische Union sicherte dem nordafrikanischen Land nach dem Unglück derweil eine Million Euro für humanitäre Hilfe zu.
Nach verheerenden Erdbeben in Marokko steigt die Zahl der Todesopfer auf 2497
Update vom 11. September, 13.04 Uhr: Während die Einsatzkräfte vor Ort weiterhin gegen die Zeit kämpfen und fieberhaft nach Verschütteten suchen, steigt die Zahl der Todesopfer auf 2497. Außerdem wurden durch die verheerenden Erdbeben in Marokko weitere 2476 Menschen verletzt. Das bestätigte das marokkanische Innenministerium am Montagmittag.
Hunderte Menschen werden demnach noch vermisst, etliche Ortschaften sind nach Erdrutschen nach wie vor nur schwer zu erreichen oder komplett von der Außenwelt abgeschnitten; insbesondere in Bergregionen. Derweil bleibt unter den Überlebenden die Angst vor Nachbeben. Viele Menschen haben mittlerweile die dritte Nacht infolge auf den Straßen verbracht.
Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO sind alleine mehr als 300.000 Menschen in und um der Großstadt Marrakesch von der Katastrophe betroffen. Mit einer Stärke von 6,8 trafen die Beben in der Nacht zum Samstag (8. September) das Land im Norden Afrikas. Internationale Hilfe in Form von Such- und Rettungstrupps lehnt die Regierung bisher weitestgehend ab. Wer sich mit Spenden engagieren möchte, sollte den Empfehlungen vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) folgen.
Hilfskräfte aus Deutschland stehen nach Erdbeben in Marokko bereit, sind aber nicht erwünscht
Update vom 11. September, 10.44 Uhr: Weite Teile Landes liegen nach den heftigen Erdbeben in Trümmern. Dennoch lässt Marokko nur bedingt Hilfe aus dem Ausland zu. Derzeit hat die marokkanische Regierung einzig „auf die Unterstützungsangebote der befreundeten Länder Spanien, Katar, Großbritannien und Vereinigte Arabische Emirate reagiert“, wie aus einer Meldung der Nachrichtenplattform Hespress hervorgeht.
Auch Deutschland will Hilfe schicken. Noch am Samstagabend (9. September) bündelte das Technische Hilfswerk (THW) Einsatzkräfte aus Deutschland am Flughafen Köln/Bonn. „Die mehr als 50 Helferinnen und Helfer der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) des THW waren innerhalb kurzer Zeit bereit, um mit ihrer technischen Expertise humanitäre Hilfe in Marokko zu leisten“, betont THW-Präsidentin Sabine Lackner in einer Pressemitteilung am Sonntag (10. September).
Doch ein Hilfegesuch seitens der marokkanischen Regierung blieb bisher aus; trotz Unterstützungsangebot durch die Hilfsorganisationen des THW und I.S.A.R Germany (International Search and Rescue). In Berlin trifft die Entscheidung Marokkos auf Unverständnis. „Dass Rabat bislang auf deutsche Hilfe verzichtet, ist unverständlich“, sagte Carl-Julius Cronenberg (FDP), Vorsitzender der Parlamentarier-Gruppe Maghreb des Bundestages gegenüber dem Tagesspiegel. Es dürfe in der momentanen Situation nicht um „falsch verstandenen Nationalstolz gehen“, so der FDP-Politiker. Wichtig sei alleine „die schnellst- und bestmögliche Hilfe für die Opfer“. Im Sinne der betroffenen Familien appelliere Cronenberg an der marokkanischen Regierung, die internationalen Hilfen anzunehmen.
Marokko lehnt internationale Hilfe nach verheerenden Erdbeben größtenteils ab
Update vom 11. September 2023, 9.29 Uhr: Die Bergungsarbeiten nach den schlimmen Erdbeben ins Marokko laufen weiter auf Hochtouren. Nun ist Hilfe aus Spanien und Großbritannien für die Rettungskräfte vor Ort eingetroffen. Berichten der marokkanischen Nachrichtenagentur MAP zufolge, seien 60 Such- und Rettungsexperten samt Ausrüstungen sowie vier Suchhunde aus Großbritannien in die betroffenen Gebiete gekommen. Spanien habe eine Spezialeinheit des Militärs mit Suchhunden geschickt. Auch kam Hilfe aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Obwohl die Lage vor Ort mitunter noch angespannt ist, beschränkte die marokkanische Regierung bislang die internationale Hilfe auf diese vier Länder. Weitere Angebote, darunter auch aus Deutschland, wurden nach sorgfältiger Prüfung der Lage durch das Innenministerium abgelehnt. Ein Mangel an Koordinierung könne in solchen Situationen eher hinderlich denn hilfreich sein, hieß es laut der marokkanische Nachrichtenseite Hespress.
Einige betroffene Gebiete waren bis zum Sonntag noch isoliert. Straßen in der bergigen Unglücksregion wurden durch Erdrutsche blockiert. Unter großer Mühe versuchen die Einsatzkräfte versuchen so schnell wie möglich in die abgeschnittenen Bergdörfer vorzudringen. Überlebende des Bebens schilderten, dass aus den Trümmern der Häuser Leichengeruch ströme.
Update von 20.19 Uhr: Die Zahl der Todesopfer steigt immer weiter. Mittlerweile bestätigt das marokkanische Innenministerium mindestens 2412 Tote. Im Land herrschen Leid, Verzweiflung und Zerstörung.
Die Gefahr von Nachbeben ist weiterhin präsent, eines traf Marokko bereits. Rettungs- und Bergungskräfte suchen pausenlos nach Überlebenden unter den Trümmern, kommen in den teils abgelegenen Bergregionen aber schwer voran. Um internationale Hilfe hat die Regierung trotzdem noch nicht gebeten.
Update von 15.45 Uhr: Nach dem starken Erdbeben wurde Marokko nun auch noch von einem Nachbeben erschüttert. Das Ausmaß ist derzeit noch nicht gänzlich geklärt, doch die Situation vor Ort ist verheerend. „Ich konnte gerade noch die Kinder packen und hinauslaufen, als ich sah, wie mein Haus vor meinen Augen zusammenbrach. Das Haus des Nachbarn ist ebenfalls eingestürzt, und unter den Trümmern liegen zwei Tote“, sagte eine Bewohnerin der Stadt Asni (Region Marrakesch-Safi) gegenüber CNN.
Die Rettungsmaßnahmen gehen ununterbrochen weiter, doch Einsatzkräfte haben mit stetigen Herausforderungen zu kämpfen. Viele der Dörfer und Städte in den Ausläufern des Atlasgebirges sind abgelegen und nur schwer zugänglich. Inzwischen sind auch Rettungsteams aus Frankreich und Spanien auf dem Weg nach Marokko. Eine Spezialeinheit des spanischen Militärs ist in das Land geflogen, wie das Verteidigungsministerium Spaniens mitteilte. Ein Team französischer freiwilliger Retter ist am Sonntagmorgen in Marokko eingetroffen, wie die französischen Behörden vor Ort meldeten.
Hilfsteams aus Deutschland werden wohl die Reise zunächst nicht antreten. Da bisher kein internationales Hilfeersuchen von Marokko eingegangen sei, würden die THW-Kräfte an ihre Standorte zurückkehren, teilte das THW am Sonntagnachmittag mit. Seit Samstagabend hatten Einsatzkräfte für einen möglichen Rettungseinsatz bereitgestanden.
Erdbeben in Marokko: Ganzes Dorf ausgelöscht – Massengrab eingerichtet
Update von 10.10 Uhr: Mehr als 2000 Menschen starben nach bisherigen Angaben durch das schwere Erdbeben in Marokko. Die Suche nach Überlebenden geht währenddessen fieberhaft weiter. Zahlreiche Hilfsteam bereiten sich auf den Einsatz vor (siehe vorheriges Update).
In abgelegenen Bergdörfern des nordafrikanischen Landes gruben sich Rettungskräfte mit schwerem Gerät durch Trümmer eingestürzter Häuser. Ein kleines Bergdorf in der Provinz Chichaoua wurde nahezu vollständig zerstört, wie der staatliche marokkanische Fernsehsender TV 2M am Sonntag meldete. 65 Leichen seien geborgen und ein Massengrab eingerichtet worden. Es wurden Drohnen eingesetzt, um den Einsatzkräften bei der Suche nach Leichen zu helfen, wie die Nachrichtenseite Hespress berichtete. Allein in Chichaoua wurden 191 Todesfälle registriert.
Insgesamt wurden nach Angaben marokkanischer Behörden bisher 2012 Todesopfer gezählt. Mindestens 2059 weitere Menschen wurden verletzt, mehr als die Hälfte davon schwer, wie lokale Medien in der Nacht auf Sonntag unter Berufung auf das Innenministerium berichteten. Das Beben der Stärke 6,8 vom späten Freitagabend war das schlimmste seit Jahrzehnten in dem nordafrikanischen Land.
Erdbeben in Marokko: Zahl der Toten steigt auf über 2000 – Helfer aus Deutschland bereiten sich vor
Update vom 10. September, 6.55 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben in Marokko ist die Zahl der Toten nach Behördenangaben auf 2012 gestiegen. Mindestens 2059 weitere Menschen wurden verletzt, wie das marokkanische Staatsfernsehen unter Berufung auf das Innenministerium in der Nacht auf Sonntag berichtete.
Die Bergungs- und Rettungstrupps stehen vor großen Herausforderungen. „Einige der am schlimmsten betroffenen Gebiete sind recht abgelegen und bergig und daher schwer zu erreichen“, teilte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in einer Mitteilung mit. Die marokkanische Nachrichtenseite Hespress berichtete am Sonntag, dass ein Einsatzteam aus Spanien mit Hunden inzwischen in Marokko eingetroffen sei, um die Such- und Rettungskräfte zu unterstützen.
Derweil stehen auch in Deutschland und anderen Ländern Hilfskräfte einsatzbereit. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind mehr als 300 000 Menschen in Marrakesch und umliegenden Gebieten vom Erdbeben betroffen. Sie verbrachten die zweite Nacht in Unsicherheit und Trauer. Die Zahl der Toten stieg nach Angaben marokkanischer Behörden auf inzwischen 2012. Mindestens 2059 weitere Menschen wurden verletzt, mehr als die Hälfte davon schwer, wie marokkanische Medien in der Nacht auf Sonntag unter Berufung auf das Innenministerium berichteten.
Das Beben vom späten Freitagabend war das schlimmste seit Jahrzehnten in Marokko. König Mohammed VI. ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Auch die Staats- und Regierungschefs der EU boten in einem Brief an den König ihre Hilfe an und drückten ihre Anteilnahme aus. „Als enge Freunde und Partner Marokkos sind wir bereit, Ihnen in jeder Weise zu helfen, die Sie für nützlich halten“, heißt es darin. Die Bundesregierung prüft, ob in den Katastrophengebieten auch Deutsche unter den Opfern sind. Derzeit lägen keine Kenntnisse darüber vor, hieß es am Samstagnachmittag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.
Nach Jahrhundert-Erdbeben: Dreitägige Staatstrauer in Marokko ausgerufen
Update von 21.10 Uhr: Marokko hat nach dem verheerenden Erdbeben eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Nationalflaggen an allen öffentlichen Einrichtungen sollen dafür auf halbmast gesetzt werden, wie die staatliche Nachrichtenagentur (MAP) unter Berufung auf eine Mitteilung des Königshofs am Samstagabend berichtete. Zuvor hatte König Mohammed VI. demnach ein Krisentreffen mit Sicherheitsbeamten abgehalten, um das weitere Vorgehen zu beraten.
Dabei habe der König allen „brüderlichen und befreundeten“ Ländern gedankt, die sich mit dem marokkanischen Volk solidarisierten und Bereitschaft zur Hilfe signalisierten, hieß es in der Mitteilung weiter.
Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben in Marokko steigt auf mindestens 1000
Update von 15.15 Uhr: Die Zahl der Toten durch das Erdbeben in Marokko steigt weiter drastisch an. Mindestens 1000 Menschen verloren demnach ihr Leben, teilte die marokkanischen Regierung am Samstagnachmittag mit. Mindestens 1204 weitere Menschen sollen Verletzungen erlitten haben.
Update von 12.35 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich erschüttert über das verheerende Erdbeben in Marokko geäußert und dem Land Hilfe aus Deutschland angeboten. „Das Technische Hilfswerk bereitet sich bereits auf einen Einsatz vor. Sobald wir mehr Informationen haben, welche Hilfe konkret benötigt wird, können wir unsere Spezialisten nach Marokko entsenden“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Samstag. Das THW habe große Erfahrung aus Rettungs- und Bergungseinsätzen nach schweren Erdbeben, zuletzt Anfang dieses Jahres in der Türkei.
„Wir sind erschüttert über die Nachrichten von dem verheerenden Erdbeben in Marokko, bei dem so viele Menschen ums Leben gekommen sind. Wir wollen der marokkanischen Bevölkerung angesichts dieser schrecklichen Naturkatastrophe beistehen“, sagte sie. Die Bundesregierung wolle helfen, schnellstmöglich Menschenleben zu retten. Faeser sagte: „Ich danke den Helferinnen und Helfern des THW schon jetzt sehr herzlich für ihre jederzeitige, großartige Einsatzbereitschaft.“
Hilfswerk Medeor unterstützt nach Erdbeben in Marokko
Und auch das Hilfswerk Action Medeor bereitet Unterstützung für das betroffene Gebiet vor. In einem ersten Schritt stelle man 30 000 Euro Soforthilfe bereit, teilte die Organisation aus Tönisvorst am Niederrhein am Samstag mit. Man stehe mit verschiedenen Partnerorganisationen in Kontakt, sondiere die Lage und bereite sich auf mögliche Anfragen vor. „Wir haben noch kein klares Bild, aber wir gehen davon aus, dass medizinisches Material, Nahrung, Zelte und Decken in großer Anzahl benötigt werden“, sagte Sid Peruvemba, Vorstandssprecher des Hilfswerks. „Die nächsten Tage werden zeigen, welche konkreten Bedarfe vorliegen und wie wir sie bedienen können.“
Auch Nachbarländer Spanien und Portugal bieten Hilfe an
Auch die Nachbarländer Spanien und Portugal haben schnelle Hilfe angeboten. „Spanien hat Marokko seine Rettungskräfte und Hilfe beim Wiederaufbau angeboten“, sagte Außenminister José Manuel Albares am Samstag am Rande des G20-Gipfels in der indischen Hauptstadt Neu Delhi.
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez, der wegen einer Corona-Infektion nicht an dem Gipfel teilnehmen konnte, sicherte Marokko die Solidarität seines Landes zu. „Spanien ist bei den Opfern und ihren Angehörigen dieser Tragödie“, schrieb der Sozialist auf der bisher als Twitter bekannten Plattform X. Auch Portugals Regierungschef António Costa zeigte sich bestürzt. „Das Erdbeben in Marokko macht uns zutiefst traurig und ich spreche seiner Majestät dem König, den Opferfamilien und dem gesamten marokkanischen Volk, unserem Nachbarn, unser Beileid aus“, schrieb er auf X. Portugals Außenministerin Teresa Gouveia bot in einer Botschaft Hilfe ihres Landes „im Rahmen des Katastrophenschutzes“ an, wie die Zeitung „Público“ unter Berufung auf das Außenministerium in Lissabon berichtete.
Erdbeben in Marokko: Zahl der Toten steigt auf mindestens 632 - Beben auch in Spanien und Portugal zu spüren
Update vom 9. September, 11.30 Uhr: Das schwere Erdbeben in Marokko forderte hunderte Menschenleben, zahlreiche Menschen wurden durch die starken Erschütterungen verletzt. Die schweren Erdstöße waren auch im Süden Spaniens und Portugals zu spüren. Bei der Notrufzentrale im spanischen Andalusien gingen kurz nach Mitternacht mehr als 20 Anrufe besorgter Bürger aus den Regionen um Huelva, Sevilla, Jaén, Málaga, Marbella und Córdoba ein, wie die Organisation auf der früher als Twitter bekannten Plattform X schrieb. Über Schäden oder gar Opfer in Spanien sei jedoch nichts bekannt geworden. Auch die Behörden im südportugiesischen Faro, im Raum Lissabon und Setúbal hätten ähnlich berichtet, schrieb die staatliche portugiesische Nachrichtenagentur Lusa.
Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 6,8 lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS im Atlasgebirge rund 70 Kilometer südwestlich der auch bei Touristen beliebten Stadt Marrakesch. Die Zahl der Toten gab das Innenministerium in Rabat am Morgen mit mehr als 600 an. Weitere mindestens 329 Menschen seien in dem nordafrikanischen Land verletzt worden. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigen werde.
Erdbeben in Marokko: Technisches Hilfswerk bereitet sich auf möglichen Einsatz vor
Update vom 9. September, 10.15 Uhr: Das Technische Hilfswerk (THW) bereitet sich nach dem schweren Erdbeben in Marokko darauf vor, möglicherweise in dem Katastrophengebiet Hilfe zu leisten. „Wir beobachten die Lage und bereiten uns gerade auf einen möglichen Einsatz vor“, sagte ein THW-Sprecher am Samstagvormittag. Es liege aber noch kein Hilfegesuch aus dem nordafrikanischen Land vor.
Das Gesuch müsste demnach an die EU oder direkt an Deutschland gerichtet werden. Mit welchen Einsatzkräften und Geräten das THW in dem Fall ausrückt, ist den Angaben zufolge davon abhängig, was konkret aus Marokko angefordert wird. Neben Bergungsteams sind etwa Wasseraufbereitungsanlagen denkbar.
Update vom 9. September, 8.35 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben in Marokko hat Bundeskanzler Olaf Scholz sein Mitgefühl ausgedrückt. „Das sind schlimme Nachrichten aus Marokko“, erklärte der SPD-Politiker am Samstagmorgen auf der Plattform X (früher Twitter). „In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei den Opfern des verheerenden Erdbebens. Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen dieser Naturkatastrophe.“ Scholz hält sich derzeit für den G20-Gipfel in der indischen Hauptstadt Neu Delhi auf.
Schweres Erdbeben in Marokko: Europäische Union bietet Hilfe an
Update vom 9. September, 6.55 Uhr: Die Europäische Union hat Marokko nach dem verheerenden Erdbeben Hilfe angeboten. „Die EU ist bereit, Marokko in diesen schwierigen Momenten zu unterstützen“, schrieb EU-Ratspräsident Charles Michel am Samstagmorgen über den Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter). Die Nachrichten aus dem Land seien schrecklich. Er sei in Gedanken bei allen, die von der Tragödie betroffen seien, und bei den Rettungskräften.
Michel äußerte sich vom G20-Gipfel führender Industrie- und Schwellenländer in der indischen Hauptstadt Neu Delhi zu den Ereignissen in Marokko. Bei dem schweren Erdbeben dort sind nach offiziellen Angaben mindestens 296 Menschen ums Leben gekommen.
Ursprungsmeldung vom 9. September: Rabat – Bei einem schweren Erdbeben in Marokko sind mindestens 296 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das Innenministerium des nordwestafrikanischen Landes am frühen Samstagmorgen mit. Außerdem wurden 153 Verletzte zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Die meisten Schäden seien außerhalb der Städte entstanden. Bilder und Videos aus sozialen Netzwerken zeigen zerstörte Gebäude in Städten und auf den Straßen sitzende Menschen. Medienberichten zufolge wurden auch historische Wahrzeichen beschädigt.
Die US-Erdbebenwarte USGS teilte mit, das Beben habe eine Stärke von 6,8 gehabt und sich in einer Tiefe von 18,5 Kilometern gut 70 Kilometer südwestlich von Marrakesch und 60 Kilometer nordöstlich der Stadt Taroudant ereignet. Das Epizentrum habe im Atlasgebirge gelegen. Das Geofon des Helmholtz-Zentrums Potsdam gab die Stärke des Bebens mit 6,9 an. Kurze Zeit später meldete die US-Behörde ein Nachbeben der Stärke 4,9.
Laut Augenzeugenberichten löste das Erdbeben in Marrakesch, Agadir und anderen Städten bei Bewohnern Panik aus. Wie die Zeitung Le Matin berichtete, war das Beben auch in Rabat und Casablanca zu spüren.
Schweres Erdbeben in Marokko: Behörden bestätigen hunderte Tote
Marokkaner posteten Videos, auf denen zu Schutt zerfallene Gebäude und beschädigte Teile der berühmten roten Mauern zu sehen sind, die die Altstadt von Marrakesch umgeben, ein Unesco-Weltkulturerbe. Andere Videos zeigen schreiende Menschen, die Restaurants in der Stadt verließen. Das Beben war Berichten zufolge auch in Portugal und Algerien zu spüren.
Nasser Jabour, Leiter einer Abteilung des Nationalen Instituts für Geophysik, bestätigte, dass die Nachbeben weniger stark seien. Das Beben sei in einem Umkreis von 400 Kilometern zu spüren gewesen, sagte er der marrokanischen Nachrichtenagentur MAP. Es sei das erste Mal seit einem Jahrhundert, dass ein derart starkes Erdbeben in Marokko registriert worden sei.
Erdbeben in Nordafrika sind relativ selten. 1960 hatte sich laut dem Sender Al Arabiya in der Nähe von Agadir ein Beben der Stärke 5,8 ereignet, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen. Im Februar hatte ein Erdbeben in der Türkei und in Syrien Tausende Menschenleben gefordert. (dpa/AFP)
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