Weltweite Diabetes-Studie

Studie zeigt: Diabetes wird in 4 von 10 Fällen nicht erkannt

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4 von 10 Diabetes-Fälle werden laut einer Studie nicht erkannt. Erste Anzeichen werden häufig anderen Erkrankungen zugeschrieben. (Symbolbild)
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Eine Studie zeigt, dass Diabetes häufig unerkannt bleibt. Dies kann verheerende Folgen für die Gesundheit haben. So erkennen Sie erste Anzeichen.

Frankfurt – Nicht immer kann eine Erkrankung aufgrund ihrer Symptome sofort festgestellt werden. Häufig sind die einzelnen Anzeichen zu unspezifisch oder könnten auf mehrere Erkrankungen hindeuten. So leiden viele Diabetes-Patienten unter Müdigkeit und Schlappheit, wodurch viele Betroffene oft nur an einen Vitaminmangel und nicht direkt an Diabetes denken. Eine Studie der Global Diabetes Industry zeigt nun, dass in vier von zehn Fällen eine Diabetes-Erkrankung nicht entdeckt wird.

Diabetes mellitus wird umgangssprachlich häufig als Zuckerkrankheit bezeichnet und ist eine Stoffwechselerkrankung. Diese führt zu hohen Blutzuckerwerten, da der Körper nicht genügend Insulin produzieren kann. Insulin ist ein Hormon, welches für die Regulation des Blutzuckerspiegels zuständig ist. In Deutschland sind laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 7,2 Prozent der Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren an Diabetes erkrankt. Die Daten zur Studie der Global Diabetes Industry wurden weltweit ausgewertet und so zeigen sich deutliche Unterschiede.

7 Millionen Todesfälle weltweit sind auf Diabetes zurückzuführen – Krankheit wird oft nicht erkannt

Während in Europa Diabetes zu 41 Prozent nicht diagnostiziert wird, sind es in sogar Afrika 60 Prozent. Auch in Südostasien liegt die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung einer Diabetes-Diagnose bei 57 Prozent und der westlichen Pazifikregion bei 56 Prozent. „Eine begrenzte Gesundheitsinfrastruktur, einschließlich eines Mangels an medizinischem Fachpersonal und Diagnosegeräten, kann die Früherkennung von Diabetes behindern“, erklärt Forscherin Sasha Korogodsk.

Im Jahr 2021 wurden laut Studie weltweit knapp 7 Millionen Todesfälle auf Diabetes zurückgeführt. Wird Diabetes nicht erkannt, so kann dies verheerende Folgen für Betroffene haben.

Laut MSD Manuals kann Diabetes zu einer Schädigung der Nerven und einer Störung des Tastsinns führen. Durch die Schädigung der Blutgefäße steigt das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Auch eine chronische Nierenerkrankung und Verlust der Sehfähigkeit können die Folge sein. Ist die Krankheit diagnostiziert, so werden Patienten und Patientinnen in regelmäßigen Abständen ärztlich betreut und mit Medikamenten versorgt, um den Blutzucker einzustellen und möglich Folgeerkrankungen frühzeitig festzustellen.

Diabetes erkennen: Hinter diesen Symptomen könnte die Krankheit stecken

Grundsätzlich gibt es zwei Diabetes-Typen, die laut der Deutschen Diabetes Hilfe unterschiedliche Symptome aufweisen können:

Typ-2-Diabetes mellitusTyp-1-Diabetes mellitus
Infektionen (z.B. Pilzinfektionen)häufiges Wasserlassen
Müdigkeit, Schlappheit Müdigkeit, Schwächegefühl
eher selten: Durstgefühl, häufiges WasserlassenGewichtsabnahme
Schwindel
Leistungsminderung

Zudem unterscheiden sich die Symptome gesundheitsinformationen.de auch nach dem Blutzuckerspiegel:

Hoher Blutzuckerspiegel Niedriger Blutzuckerspiegel
starkes DurstgefühlKopfschmerzen, Konzentrationsstörungen/Verwirrtheit
Übelkeit Heißhunger
Schwindelkalter Schweiß, Zittern, Nervosität und Angstgefühle
Müdigkeit und Schlappheit schneller Puls
häufiges Wasserlassen blasse Gesichtsfarbe

Meist wird der Typ-2-Diabetes erst erkannt, wenn bereits eine diabetische Folgeerkrankung vorliegt, wie ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Laut Zahlen der BZgA liegt bei etwa 90 bis 95 Prozent der Patienten und -Patientinnen ein Typ-2-Diabetes vor. Ein Hauptrisikofaktor ist bei diesem Typ das Übergewicht. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind daher wichtig, um Typ-2-Diabetes vorzubeugen.

Bei dem Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die körpereigene Insulinproduktion angreift und wichtige Zellen, die für die Produktion von Insulin zuständig sind, zerstört. Häufig wird dieser Typ im Kinder- und Jugendalter festgestellt. Laut der Deutschen Diabetes Hilfe sind in Deutschland 32.000 Kinder und Jugendliche betroffen und 372.000 Menschen insgesamt betroffen.

Auch eine Herzmuskelschwäche wird häufig spät erkannt. So erkennen sie erste Symptome. (mima)

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