VonKai Hartwigschließen
Mit Kanus und aufblasbaren Booten stellen sich Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten einem Kreuzfahrtschiff in den Weg. Der Urlaubsdampfer kann nicht pünktlich auslaufen.
Update vom 17. Juni, 21.47 Uhr: Mit zweistündiger Verspätung hat das Kreuzfahrtschiff „Aida Diva“ nach einer Blockade von Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten in Rostock-Warnemünde abgelegt. Mit Kanus und kleinen Booten hatten die Demonstranten am Samstag die pünktliche Abfahrt verhindert. Die Polizei räumte die Blockade unter anderem mit Booten. Die Gruppe, die sich „Smash Cruiseshit“ nennt, kritisierte in einer Mitteilung Klimaschäden, die durch Kreuzfahrten entstünden.
Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten hindern „Aida“ Kreuzfahrtschiff am Auslaufen – Reederei reagiert auf Aktion
Erstmeldung vom 17. Juni, 21.12 Uhr: Frankfurt/Rostock-Warnemünde – Mit einer spektakulären Aktion auf dem Wasser haben Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten in Rostock-Warnemünde ein Kreuzfahrtschiff am Auslaufen gehindert. Die Aktivistinnen und Aktivisten blockierten dabei mit mehreren Kanus und kleineren Schlauchbooten die „Aida Diva“. Das Kreuzfahrtschiff konnte den Hafen dadurch nicht pünktlich verlassen. Bei den beteiligten Aktivistinnen und Aktivisten handelt es sich um Mitglieder der Gruppe „Smash Cruiseshit“.
Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten am Samstagabend damit begonnen, sich teils direkt an der „Aida Diva“ zu positionieren. Zudem brachten sie dort Transparente an. Einige Fotos der Aktion publizierte die Gruppe auf Twitter. Schon am Freitag (16. Juni) hatten Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ auf Sylt protestiert.
Einsatzkräfte der Polizei begannen im Rostocker Hafen inzwischen damit, an Land wie auch mit Booten zu Wasser, die Protestaktion der Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten zu unterbinden. Laut Angaben der Aktivistinnen und Aktivisten versuchten Polizeiboote dabei, Schlauchboote der Aktivistinnen und Aktivisten ihrerseits zu blockieren, um so weitere Aktionen zu verhindern. Die Reederei Aida Cruises, zu deren Flotte die „Aida Diva“ gehört, gab ein Statement zu dem Vorfall ab. Wie eine Unternehmenssprecherin schriftlich bekannt gab, hoffe man, dass die außerplanmäßige Verspätung keine Auswirkungen auf den weiteren Reiseverlauf haben wird.
„Aida“-Reederei glaubt, dass Reiseplan trotz Blockade eingehalten werden kann
Demnach sollte das Schiff ursprünglich am Samstag (17. Juni) zu einer fünftägigen Kreuzfahrt in Richtung Schweden aufbrechen. Im Zuge der Reise ist für Sonntag (18. Juni) ein Seetag geplant, am Montag (19. Juni) um 10.00 Uhr soll die „Aida Diva“ im Hafen von Stockholm anlegen. „Wir sind zuversichtlich, dass die Protestaktion im Interesse des Gemeinwohls schnell und friedlich beendet werden kann“, meinte die Sprecherin der Aida-Reederei.
Wie im Anlaufplan des Rostocker Hafens zu lesen ist, hatte die „Aida Diva“ dort um 18.00 Uhr losfahren sollen. Jedoch befand sich das Kreuzfahrtschiff auch mehr als eineinhalb Stunden nach der geplanten Abfahrt weiter im Hafen Rostock-Warnemünde. Auf einem Banner der Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten, das diese an dem Kreuzfahrtschiff angebracht hatten, ist eine Forderung der Gruppe zu lesen: „Seenotrettung im Mittelmeer statt Luxusdampfer in jedem Meer.“
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Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten der Gruppe „Smash Cruiseshit“ hindert schon zuvor Kreuzfahrtschiff am Auslaufen
Eine Mitteilung der Gruppe „Smash Cruiseshit“ übte starke Kritik am Kreuzfahrttourismus. Dieser sei klimaschädlich, hieß es darin. Auch Bemühungen der Unternehmen, technische Verbesserungen an den Ozeanriesen vorzunehmen, würden nichts bringen, so die Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten. Ihrer Ansicht nach gebe es für Menschen alternative Lösungen, sich zu erholen. Außerdem wollen die Aktivistinnen und Aktivisten erreichen, dass Kreuzfahrtunternehmen auch für vermeintliche ökologische Schäden durch ihre Schiffe verantwortlich gemacht werden können. Die „Aida“-Reederei verwies derweil auf technische Innovationen innerhalb des Unternehmens: „Bis 2050 streben wir den klimaneutralen Schiffsbetrieb an.“
Schon im Jahr 2019 war die Gruppe „Smash Cruiseshit“ mit einer vergleichbaren Aktion in Kiel aufgefallen. Damals hatten die Aktivistinnen und Aktivisten es geschafft, das Auslaufen eines Kreuzfahrtschiffes um einige Stunden zu verzögern. Der Hafen Rostock-Warnemünde gilt als wichtiger Standort für Kreuzfahrten. Zum Start der Saison 2023 werden mehr als 130 Schiffsanläufe erwartet. Außerdem ist Rostock der Hauptsitz der Reederei Aida Cruises. (kh)
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