VonUlrike Hagenschließen
Bereits 30 Minuten Telefonieren mit dem Handy pro Woche stellen eine Gesundheitsgefahr dar. Es erhöht das Risiko von Bluthochdruck deutlich, warnen Experten.
Guangzhou – Ohne Handy geht für die meisten Menschen gar nichts. Spätestens, wenn das Smartphone kaputtgeht und sich wegen der fehlenden Erreichbarkeit Panik bemerkbar macht, wird klar, wie sehr wir am Mobiltelefon hängen. Doch zum Schutz unserer Gesundheit sollte die Nutzung auf ein Minimum beschränkt werden, warnen Expert:innen. Forschungsergebnisse deuten nämlich darauf hin, dass bereits eine halbe Stunde Telefonieren vom Handy aus pro Woche mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck – und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist.
Neue Studie zeigt: Wer viel telefoniert, hat ein größeres Bluthochdruck-Risiko
Die aktuellen Forschungsergebnisse, die im European Heart Journal, einer Fachzeitschrift der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie, veröffentlicht wurden, sind alarmierend. Sie legen nahe, dass es eine direkte Verbindung zwischen der Nutzung von Smartphones zum Telefonieren und dem Risiko für Bluthochdruck gibt.
Danach ist das Führen von Telefonaten vom Handy aus für 30 Minuten oder mehr pro Woche mit einem um 12 Prozent erhöhten Risiko für Hypertonie verbunden, verglichen mit insgesamt weniger als 30 Minuten Gesprächsdauer, so die Studie. Höchste Zeit also für Digital Detox.
Fachleute warnen: „Nur 30 Minuten pro Woche am Handy können das Risiko von Bluthochdruck erhöhen“
„Es ist die Anzahl der Minuten, die man mit dem Handy telefoniert, die für die Herzgesundheit von Bedeutung ist, wobei mehr Minuten ein höheres Risiko bedeuten“, erklärt Studienautor Professor Xianhui Qin von der Southern Medical University in Guangzhou, China. „Die Dauer der Nutzung oder die Verwendung einer Freisprecheinrichtung hatten keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, einen hohen Blutdruck zu entwickeln. Es sind weitere Studien erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen“. Schweizer Wissenschaftler:innen hatten vor kurzem entdeckt, dass Kaffee das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann.
Das wirft Fragen über die Sicherheit der Nutzung eines Mobiltelefons für Anrufe auf, insbesondere bei Vieltelefonierern
Mega-Studie: Forschende untersuchten Handy-Gewohnheiten von mehr als 200.000 Personen
Das Forscherteam analysierte die Daten von mehr als 200 000 Erwachsenen aus dem Vereinigten Königreich und sammelten mithilfe von Fragebögen detaillierte Informationen über ihre Handynutzung. Erhoben wurde unter anderem, seit wie vielen Jahren die Studienteilnehmenden ein Mobiltelefon besitzen und wie viele Stunden pro Woche sie damit verbringen.
In einer 12-jährigen Nachbeobachtungszeit stellten die Wissenschaftler:innen fest, dass Menschen, die 30 Minuten oder mehr pro Woche mit ihrem Handy telefonierten, eine 12 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit hatten, Bluthochdruck zu entwickeln als diejenigen, die weniger Zeit mit Telefonieren verbrachten. Umgerechnet entspricht dies nur einer Gesprächsdauer von vier Minuten und 17 Sekunden pro Tag.
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Wer mehr als sechs Stunden telefoniert, erhöht sein Bluthochdruck-Risiko um ein Viertel
Bei genauerer Betrachtung der Ergebnisse stellte sich heraus: Personen, die mehr als sechs Stunden pro Woche telefonierten, wiesen ein um 25 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck auf, als Personen, die weniger als fünf Minuten mit dem Telefonieren verbrachten. Im European Heart Journal schreibt das Team: „Dies wirft Fragen über die Sicherheit der Nutzung eines Mobiltelefons zum Tätigen oder Entgegennehmen von Anrufen auf, insbesondere bei Vieltelefonierern.“
In Deutschland leidet jede:r Dritte unter Bluthochdruck, dem Risikofaktor Nr. 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die
für die meisten Todesfälle verantwortlich sind, so Zahlen der Deutschen Hochdruckliga. Als besonders effektiv zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben Sportmediziner:innen der Universität Hannover das Fahren mit dem E-Bike ausgemacht. Es reduziert nach neuen Studien das Herzinfarktrisiko fast um die Hälfte.
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