Luftverschmutzung

Luftqualitäts-Index: Karte zeigt, wo in Deutschland die Atemluft besonders unrein ist

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Luftverschmutzung ist eine unsichtbare Gefahr, denn sie kann körperliche Beschwerden hervorrufen. Eine Karte zeigt die Qualität der Atemluft in Ihrer Region.

Frankfurt – Saubere Atemluft trägt zu unserem wesentlichen Wohlbefinden bei. Für viele Menschen gilt sie als selbstverständlich, daher merken wir oftmals nicht, wie verschmutzt die Luft eigentlich ist. Schlechte Luftqualität wirkt sich nicht nur negativ auf das Wohlbefinden aus, sie kann auch Krankheiten hervorrufen und daher gefährlich für unsere Gesundheit werden.

Luftverschmutzung ist jedoch meistens unsichtbar und die Auswirkungen auf den Körper machen sich erst nach einiger Zeit bemerkbar. Mithilfe einer Online-Karte können Sie jetzt prüfen, welche Qualität die Atemluft in Ihrer Region hat. Denn: Es gibt in Deutschland auch Gegenden, in denen die Luftqualität schlecht oder sogar ungesund ist.

Wie der Mensch die Umwelt verschmutzt

Der Mensch beeinflusst die Erde nicht nur zum Positiven – das wird an vielen Stellen sichtbar. Beispielsweise am Wasser im Fluss St. Lucie in Florida: Das Wasser dort ist von Blaualgen bedeckt, die durch zu viele Nährstoffe im Wasser und sehr hohe Temperaturen entstehen können. Die Blaualgen können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen, außerdem ist der Geruch unangenehm.
Der Mensch beeinflusst die Erde nicht nur zum Positiven – das wird an vielen Stellen sichtbar. Beispielsweise am Wasser im Fluss St. Lucie in Florida: Das Wasser dort ist von Blaualgen bedeckt, die durch zu viele Nährstoffe im Wasser und sehr hohe Temperaturen entstehen können. Die Blaualgen können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen, außerdem ist der Geruch unangenehm. © Rhona Wise/afp
Mancherorts ist die Luftverschmutzung so schlimm, dass die Bevölkerung Schutzmasken trägt. Dieses Bild entstand im März 2017 in Beijing – lange bevor Masken auf den Straßen wegen Corona ein alltäglicher Anblick wurden.
Mancherorts ist die Luftverschmutzung so schlimm, dass die Bevölkerung Schutzmasken trägt. Dieses Bild entstand im März 2017 in Beijing – lange bevor Masken auf den Straßen wegen Corona ein alltäglicher Anblick wurden. © Nicolas Asfouri/afp
Tote Fische im Fluss Lempa in Guatemala. Im Jahr 2018 sind in dem Fluss in kürzester Zeit mehrere tausend Fische verendet, weil Abwässer in den Fluss eingeleitet wurden. Das verschmutzte Wasser stammte größtenteils aus Firmen, die Kaffeebohnen waschen und verarbeiten und keine Abwasserreinigungsanlagen besitzen.
Tote Fische im Fluss Lempa in Guatemala. Im Jahr 2018 sind in dem Fluss in kürzester Zeit mehrere tausend Fische verendet, weil Abwässer in den Fluss eingeleitet wurden. Das verschmutzte Wasser stammte größtenteils aus Firmen, die Kaffeebohnen waschen und verarbeiten und keine Abwasserreinigungsanlagen besitzen. © Marvin Recinos/afp
Müll, wohin man blickt: Ein Hund schaut scheinbar traurig auf einen Bachlauf in Manila (Philippinen), der komplett mit Müll gefüllt ist.
Müll, wohin man blickt: Ein Hund schaut scheinbar traurig auf einen Bachlauf in Manila (Philippinen), der komplett mit Müll gefüllt ist. © Noel Celis/afp
Am Rande des Flusses Kongo in Kinshasa sammeln Männer Plastikflaschen. Der Fluss ist für die Menschen in der Stadt Kinshasa lebenswichtig – doch er und seine Zuflüsse sind komplett vermüllt.
Am Rande des Flusses Kongo in Kinshasa sammeln Männer Plastikflaschen. Der Fluss ist für die Menschen in der Stadt Kinshasa lebenswichtig – doch er und seine Zuflüsse sind komplett vermüllt. © John Wessels/afp
Auch die Kanarischen Inseln sind nicht frei von Müll. Diese Abfälle hat ein Freiwilliger der NGO „Canarias Libre de Plasticos“ (Kanarische Inseln frei von Plastik) am Almaciga-Strand an der nördlichen Küste der Insel Teneriffa gesammelt.
Auch die Kanarischen Inseln sind nicht frei von Müll. Diese Abfälle hat ein Freiwilliger der NGO „Canarias Libre de Plasticos“ (Kanarische Inseln frei von Plastik) am Almaciga-Strand an der nördlichen Küste der Insel Teneriffa gesammelt. © Desiree Martin/afp
Schwarzer Qualm steigt aus den Schloten dieser Fähre, die gerade den Hafen Ajaccio der französischen Mittelmeerinsel Korsika verlässt. Fähren und Kreuzfahrtschiffe tragen erheblich zur Verschmutzung des Meeres in dieser Region bei.
Schwarzer Qualm steigt aus den Schloten dieser Fähre, die gerade den Hafen Ajaccio der französischen Mittelmeerinsel Korsika verlässt. Fähren und Kreuzfahrtschiffe tragen erheblich zur Verschmutzung des Meeres in dieser Region bei. © Pascal Pochard-Casabianca/afp
Im Recyling-Center in Barva auf Costa Rica stapeln sich die Müllsäcke. In Costa Rica werden pro Tag 564 Tonnen Plastik weggeworfen – und nur 14 Tonnen davon werden wiederverwertet, so eine Statistik des zuständigen Ministeriums aus dem Jahr 2018.
Im Recyling-Center in Barva auf Costa Rica stapeln sich die Müllsäcke. In Costa Rica werden pro Tag 564 Tonnen Plastik weggeworfen – und nur 14 Tonnen davon werden wiederverwertet, so eine Statistik des zuständigen Ministeriums aus dem Jahr 2018. © Ezequiel Becerra/afp
Trauriger Anblick: Eisbären suchen auf einer Müllhalde in der Nähe der Ortschaft Belushya Guba auf der russischen Nordpolarmeer-Insel Nowaja Semlja nach Nahrung. Im Jahr 2018 wurde in dem Ort er Notstand ausgerufen, nachdem Dutzende Bären in Wohnungen und öffentliche Gebäude eingedrungen sind. Solche Konflikte könnten in Zukunft zunehmen, sagen Fachleute: Das Eis schmilzt, gleichzeitig dringen die Menschen immer weiter in das einstige Gebiet der Eisbären vor.
Trauriger Anblick: Eisbären suchen auf einer Müllhalde in der Nähe der Ortschaft Belushya Guba auf der russischen Nordpolarmeer-Insel Nowaja Semlja nach Nahrung. Im Jahr 2018 wurde in dem Ort er Notstand ausgerufen, nachdem Dutzende Bären in Wohnungen und öffentliche Gebäude eingedrungen sind. Solche Konflikte könnten in Zukunft zunehmen, sagen Fachleute: Das Eis schmilzt, gleichzeitig dringen die Menschen immer weiter in das einstige Gebiet der Eisbären vor. © Alexander Grir/afp
Treibgut der etwas anderen Art: Seit mehr als 30 Jahren werden Plastiktelefone im Stil der berühmten Katze Garfield an französischen Stränden angeschwemmt. 2019 wurde das Rätsel gelöst: Ein Schiffscontainer, der in den 1980er Jahren verloren ging, wurde in einer versteckten Meereshöhle gefunden.
Treibgut der etwas anderen Art: Seit mehr als 30 Jahren werden Plastiktelefone im Stil der berühmten Katze Garfield an französischen Stränden angeschwemmt. 2019 wurde das Rätsel gelöst: Ein Schiffscontainer, der in den 1980er Jahren verloren ging, wurde in einer versteckten Meereshöhle gefunden. © Fred Tanneau/afp
Neumodischer Müll: Ein Taucher hat einen Elektro-Roller aus dem Meer bei Marseille (Frankreich) gefischt. Seit die ersten Elektro-Roller in Marseille an den Start gingen, werden sie regelmäßig im Meer gefunden. Freiwillige Taucher sammeln die Roller wieder ein.
Neumodischer Müll: Ein Taucher hat einen Elektro-Roller aus dem Meer bei Marseille (Frankreich) gefischt. Seit die ersten Elektro-Roller in Marseille an den Start gingen, werden sie regelmäßig im Meer gefunden. Freiwillige Taucher sammeln die Roller wieder ein. © Gerard Julien/afp
Ein älterer Mann bekommt von einem Mitarbeiter des Roten Kreuzes eine Dosis Sauerstoff. Brände haben im Jahr 2019 in ganz Südostasien einen giftigen Dunst verbreitet – Schulen und Flughäfen in Jakarta wurden geschlossen, tausende Mitarbeiter mussten stattdessen Brände bekämpfen.
Ein älterer Mann bekommt von einem Mitarbeiter des Roten Kreuzes eine Dosis Sauerstoff. Brände haben im Jahr 2019 in ganz Südostasien einen giftigen Dunst verbreitet – Schulen und Flughäfen in Jakarta wurden geschlossen, tausende Mitarbeiter mussten stattdessen Brände bekämpfen. © Tri Iswanto/afp
Am Itapuama-Strand bei Cabo de Santo Agostinho in Brasilien steigt im Oktober 2019 ein Junge aus dem ölverschmutzten Meer. 2000 Kilometer Küste im Nordosten Brasiliens waren zu dieser Zeit von Öl verschmutzt – die Herkunft des Öls ist bis heute unbekannt.
Am Itapuama-Strand bei Cabo de Santo Agostinho in Brasilien steigt im Oktober 2019 ein Junge aus dem ölverschmutzten Meer. 2000 Kilometer Küste im Nordosten Brasiliens waren zu dieser Zeit von Öl verschmutzt – die Herkunft des Öls ist bis heute unbekannt. © Leo Malafaia/afp
Nicht nur Müll, Plastik oder Öl kann Wasser verschmutzen. In diesem Fall lassen Schadstoffe in Abwässern das Wasser am Strand von Marina in Chennai schäumen.
Nicht nur Müll, Plastik oder Öl kann Wasser verschmutzen. In diesem Fall lassen Schadstoffe in Abwässern das Wasser am Strand von Marina in Chennai schäumen. © Arun Sankar/afp
Eine Frau wühlt in den Müllbergen am Straßenrand von Bac Ninh im Osten von Hanoi, der Hauptstadt Vietnams.
Eine Frau wühlt in den Müllbergen am Straßenrand von Bac Ninh im Osten von Hanoi, der Hauptstadt Vietnams. © Nhac Nguyen/afp

Luftverschmutzung in Deutschland: Interaktive Karte zeigt Echtzeit-Messungen

Die Website, auf welcher der Luftqualitätsindex zu finden ist, wird vom World Air Quality Index-Projekt zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um ein gemeinnütziges Projekt, welches im Jahr 2007 ins Leben gerufen wurde. Das Bewusstsein der Menschen für Luftverschmutzung soll gefördert werden, außerdem sollen durch das Projekt einheitliche und weltweite Luftqualitätsinformationen bereitgestellt werden.

Luftverschmutzung kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Eine interaktive Karte zeigt die Qualität der Atemluft in Ihrer Region. (Symbolbild)

An rund 30.000 Messstationen in über 2000 Städten der Erde werden zahlreiche Informationen zur Luftqualität gesammelt. Mithilfe der interaktiven Echtzeit-Karte können Nutzende dann schließlich sehen, wie stark die Atemluft in bestimmten Regionen verunreinigt ist.

Die interaktive Weltkarte zeigt den Luftqualitätsindex

Luftqualitäts-Index: Weltweite Übersicht über aktuelle Luftverschmutzung

Nutzende können hierfür nach dem Öffnen der Online-Karte durch Halten der STRG-Taste und Scrollen mit dem Mausrad beliebige Regionen der Welt durch Zoomen darstellen. Alternativ können mit einer Suchfunktion auch spezielle Orte weltweit gesucht werden. Ist der gewünschte Ort oder eine bestimmte Region gefunden, zeigen farbige Schilder an, wie die Luftqualität vor Ort ist.

Grüngute Luftqualität, Luftverschmutzung birgt kein oder wenig Risiko
Gelbakzeptable Luftqualität, mäßiges Risiko für Personen, die empfindlich auf Luftverschmutzung reagieren
Orangeungesund für sensible Gruppen, aber nicht für die breite Öffentlichkeit
Rotungesunde Luft, gesundheitliche Auswirkungen für alle Menschen möglich, ernstes Risiko für sensible Menschen
Lilasehr ungesunde Luft für gesamte Bevölkerung
Dunkelrotgefährliche Luft mit Gesundheitswarnung
Quelle: World Air Quality Index-Projekt

In Deutschland zeigt die interaktive Karte größtenteils grüne oder gelbe Punkte. In Ballungsgebieten können aber hier und da auch rote oder lila Punkte auftauchen. Sie zeigen eine sehr schlechte Luftqualität an. Die Daten werden in Echtzeit aktualisiert. Nutzende können sich somit über aktuelle Werte informieren.

Die interaktive Karte zeigt auch in Deutschland Orte mit einem schlechten Luftqualitätsindex

Doch nicht nur in einigen Teilen Deutschlands, auch in großen Teilen der EU ist die Luftverschmutzung viel zu hoch. Weltweit sterben sogar Millionen Menschen wegen zu vieler Schadstoffe in der Luft. Die WHO hält deshalb schärfere Grenzwerte bei Stickoxiden und Feinstaub für nötig. (hg)

Rubriklistenbild: © Javed Dar/dpa

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