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Eine amerikanische Studie zeigt, dass die richtige Ernährung und Sport die Lebenserwartung erhöhen kann. Schon wenige Gewohnheiten lässt Menschen gesund altern.
Frankfurt – Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung ist gut für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden. Durch zahlreiche Studien ist wissenschaftlich belegt, dass körperliche Aktivität helfen kann, Krankheiten zu verhindern. Auch die Ernährung ist ein wichtiger Faktor. Nicht wenige Menschen setzen beim Abnehmen auf bestimmte Lebensmittel, um lästige Kilos loszuwerden. Eine im April im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlichte Studie zeigte eine erstaunliche Erkenntnis zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Fitness. Eine Studie der University of Toledo fand wiederum heraus, dass eine bestimmte Ernährungsweise das Leberkrebsrisiko bei manchen Menschen erhöhen kann.
Laut der Deutschen Krebsgesellschaft hat Ausdauertraining eine positive Auswirkung auf Organe, Hormon- und Nervensystem sowie das Herz-Kreislauf-System. Zudem kann mit Ausdauersport das Krebs-Risiko sogar verringert werden. Eine amerikanische Studie ergab darüber hinaus, dass Sport auch das Leben verlängern kann. Wer gesund lebt, lebt folglich auch länger. Wie viel länger Menschen mit einem gesunden Lebensstil tatsächlich leben, haben nun US-Forscher:innen herausgefunden.
Gesunder Lebensstil: Diese acht Gewohnheiten können die Lebenserwartung positiv beeinflussen
Eine aktuelle Studie aus den USA zeigte, dass die richtige Ernährung und Sport einen Unterschied von durchschnittlich 23 Jahren ausmachen kann. Zu diesem Ergebnis kommt die Analyse einer Langzeituntersuchung von ehemaligen Angehörigen des amerikanischen Militärs, die ein Forschungsteam auf der internationalen Konferenz Nutrition 2023 in Boston präsentierte.
Hierfür hat ein Forschungsteam um Xuan-Mai Nguyen von der University of Illinois Daten von über 700.000 US-Veteran:innen im Alter von 40 bis 99 Jahren analysiert. Als gesunder Lebensstil wurden acht Gewohnheiten definiert:
- Körperliche Aktivität
- Nicht zu rauchen
- Gut im Umgang mit Stress
- Gute Ernährung
- Alkohol nur in Maßen konsumieren
- Ausreichend Schlaf
- Pflege von positiven soziale Beziehungen
- Keine Abhängigkeit von Opioid-Schmerzmitteln
„Wir waren wirklich überrascht, wie viel man mit der Einführung von einem, zwei, drei oder allen acht Lebensstilfaktoren gewinnen konnte“, zitiert der American Society for Nutrition Nguyen aus einer Mitteilung.
Studie: Wenig Bewegung und Rauchen sind große Risikofaktoren
Die Studie zeigte, dass als größte Risikofaktoren eine geringe körperliche Aktivität, die Abhängigkeit von Opioid-Schmerzmitteln und Rauchen darstellte. Diese Faktoren waren mit einem erhöhten Sterberisiko „von jeweils um 30 bis 45 Prozent während des Studienzeitraums verbunden“. Bei schlechtem Umgang mit Stress, hohem Alkoholkonsum, ungesunder Ernährung und schlechter Schlafhygiene war das Sterberisiko „um jeweils rund 20 Prozent erhöht, beim Mangel an guten sozialen Kontakten um fünf Prozent“.
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Selbst im gesetzten Alter können Änderungen im Lebensstil folglich noch die Lebenserwartung erhöhen. „Je früher, desto besser, aber selbst, wenn Sie mit 40, 50 oder 60 nur eine kleine Änderung vornehmen, ist es immer noch von Vorteil“, so Nguyen.
Eine ungesunde Lebensweise begünstigt das Krebsrisiko
Der Lebensstil kann überdies das Risiko für Krebserkrankungen signifikant reduzieren. Wie die Deutsche Krebshilfe schreibt, könnten nach Schätzungen von Expert:innen rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. Mit Maßnahmen zur Früherkennung können Todesfälle durch Krebs verhindert werden. Denn je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begünstigen folgende Faktoren das Krebsrisiko:
- Geringe körperliche Aktivität
- Ungesunde Ernährung
- Übergewicht
- Rotes und verarbeitetes Fleisch
- Zuckerhaltige Getränke
- Tabakkonsum
- Ultraviolette Strahlung
Ergebnisse einer Studie der Union for International Cancer Control (UICC) zeigte jedoch, dass in zehn Industrieländern mit hohem Einkommen im Durchschnitt ein Drittel der Befragten keine Empfehlungen zur Krebsprävention befolgt. Die untersuchten Länder waren Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Japan, Kanada, Schweden, Spanien und die USA.
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