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Der deutsche Astronaut Matthias Maurer ist mit einer SpaceX-Kapsel zur Internationalen Raumstation ISS geflogen. Wer ist Maurer und was macht er im Weltall?
Frankfurt – Er ist der vierte deutsche Astronaut, der an Bord der Internationalen Raumstation ISS lebte und arbeitete: Matthias Maurer. Doch wer ist der deutsche Astronaut der europäischen Raumfahrtorganisation Esa eigentlich? Matthias Maurer ist Materialwissenschaftler: Er hat Ingenieursdiplome in Materialtechnik, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, einen Doktortitel in Materialwissenschaft und einen Master-Abschluss als Wirtschaftsingenieur.
| Name | Matthias Josef Maurer |
|---|---|
| Geboren | 18. März 1970 in St. Wendel |
| Beruf | Materialwissenschaftler und Astronaut |
Doch seit 2008 geht es für Maurer ums Weltall: Der gebürtige Saarländer hat es 2008 im Auswahlverfahren für europäische Astronaut:innen der Esa unter die zehn besten Bewerber geschafft und begann 2010 für die Raumfahrtorganisation zu arbeiten.
2015 wurde Matthias Maurer offiziell in das europäische Astronautenkorps aufgenommen. Es folgten die astronautische Grundausbildung sowie ein Astronauten-Training, das missionsunabhängige Elemente zum Inhalt hat. Im Dezember 2020 wurde offiziell verkündet, dass Matthias Maurer für die Esa zur Internationalen Raumstation fliegen wird. Das spezifische Training für seine Mission „Cosmic Kiss“ absolvierte Maurer im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln, bei der Nasa in Houston, bei SpaceX in Kalifornien, in Russland, Japan und Kanada.
„Das ist ein sehr intensives Training, ein sehr hartes Training“, erinnerte sich Maurer bei einer Pressekonferenz vor seinem Flug ins All. „Das Training unter Wasser ist körperlich und mental anstrengend. Ich muss konzentriert sein und meine Sicherheit im Blick haben – ich möchte nicht wegdriften und als Weltraumschrott enden.“
Matthias Maurer fliegt als vierter deutscher Astronaut zur Internationalen Raumstation ISS
Matthias Maurer ist als erster deutscher Astronaut mit einer Rakete und der „Crew Dragon“-Raumkapsel von SpaceX zur ISS aufgebrochen. Mit dabei waren drei Nasa-Astronaut:innen: Raja Chari, Thomas H. Marshburn und Kayla Barron. An Bord der ISS sollte Maurer Geschichte schreiben: Er sollte der erste europäische Astronaut sein, der einen „russischen“ Außenbordeinsatz absolvieren wird – dieser Einsatz fand jedoch nicht statt. Bisher sind europäische Astronauten mit den Raumanzügen der Nasa aus der ISS ausgestiegen.
Matthias Maurer war vom 11. November 2021 bis 6. Mai 2022 an Bord der Internationalen Raumstation ISS und war insgesamt der zwölfte deutsche Astronaut im Weltall. Gemeinsam mit seinem US-Kollegen Raja Chari unternahm Maurer einen Außenbordeinsatz, bei dem er unter anderem neue Schläuche an einem Kühlsystem anbrachte und eine Kamera austauschte.
An Bord führte Maurer 36 deutsche und mehr als 100 internationale Experimente durch und betreute sie. Bei einigen handelte es sich um Grundlagenforschung in der Schwerelosigkeit, andere waren anwendungsorientiert. Beispielsweise will man auf der ISS erforschen, wie man den klimaschädlichen Prozess der Zementherstellung verbessern kann. Andere Experimente testeten beispielsweise Anwendungen nichtinvasiver Diagnostik oder neue antimikrobielle Oberflächen, die auch auf der Erde – beispielsweise in Krankenhäusern – eingesetzt werden können.
| Astronaut | ISS-Aufenthalt |
|---|---|
| Thomas Reiter | 171 Tage ab Juli 2006 |
| Hans Schlegel | 12 Tage im Februar 2008 |
| Alexander Gerst | 165 Tage ab Mai 2014 und 197 Tage ab Juni 2018 |
| Matthias Maurer | Start geplant für 30. Oktober 2021 |
Esa-Astronaut Matthias Maurer: Experimente auf der ISS durchführen
Die Künstliche Intelligenz CIMON-2 assistierte Matthias Maurer an Bord der ISS und sollte „neue Möglichkeiten der Mensch-Maschine-Interaktion zeigen“, hieß es beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auch die Auswirkungen des langen ISS-Aufenthalts sollten untersucht werden – vor allem die permanente Schwerelosigkeit, die erhöhte Strahlenbelastung im Weltall und die längere Isolation.
Auf der Internationalen Raumstation ist Matthias Maurer bei seiner Ankunft auf einen europäischen Astronauten-Kollegen getroffen: Der Franzose Thomas Pesquet war mit der SpaceX-Mission Crew-2 zur ISS geflogen und ist kurz nach Maurers Ankunft zur Erde zurückgeflogen. Maurer selbst wurde von der italienischen Esa-Astronautin Samantha Cristoforetti abgelöst.
An Bord der ISS hat Maurer mit Astronaut:innen aus zahlreichen Nationen zusammengearbeitet. Seine Botschaft: „Wenn wir außerhalb der Erde arbeiten wollen, dann müssen wir auch als Menschheit auf unserem Heimatplaneten zusammenhalten“. Die ISS habe gezeigt, dass man ein Projekt gemeinsam stemmen könne, welches die Menschheit eine und Vertrauen schaffe, zitiert das DLR Maurer auf seiner Website. (tab)

