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Messerangriff in Aschaffenburg: Nachbarn warnten vor Tatverdächtigem – „Ich konnte nicht mehr schlafen“

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Ein Kind und ein Mann sind tot. Die Messerattacke in Aschaffenburg macht fassungslos. Der Tatverdächtige fiel schon mehrmals gewalttätig auf.

Aschaffenburg – Ein zweijähriger Junge und ein 41 Jahre alter Mann sind gestorben. Drei Schwerverletzte kamen ins Krankenhaus, darunter ein zweijähriges Mädchen. Kurz nach der Messerattacke in Aschaffenburg werden Details über den mutmaßlichen Täter bekannt. Wenige Minuten nach der schrecklichen Tat hatte die Polizei einen 28 Jahre alten Afghanen festgenommen.

Fassungslosigkeit nach der Messerattacke in Aschaffenburg: Kerzen, Kuscheltiere und Blumen liegen am Eingang vom Park Schöntal.

Messerangriff von Aschaffenburg: Video zeigt Messer-Vorfall im August

„Der Tatverdächtige ist in der Vergangenheit mindestens drei Mal wegen Gewalttaten aufgefallen“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vor der Presse noch am Mittwoch (22. Januar). Der Mann war im November 2022 nach Deutschland eingereist. „Er wurde zur psychiatrischen Behandlung eingewiesen und dann wieder entlassen“.

Im August habe es einen Vorfall mit einem Messer gegeben, berichtet ntv. Der 28-Jährige randalierte in einer Unterkunft für Geflüchtete. Aufnahmen zeigen den Messerangreifer. In dem Video ist eine tumultartigen Szene mit mehreren Personen zu sehen. Ein Mann wird offenbar von anderen am Boden festgehalten.

Nach tödlicher Messerattacke in Aschaffenburg: Polizei durchsucht Wohnung in Unterkunft

„Er hat einmal eine Frau geschnitten mit einem Messer. Habe selbst die Polizei gerufen“, erzählt eine Augenzeugin vor der Kamera einer ntv-Reporterin. Die Ukrainerin berichtet auch der Bild davon. „Der hatte einen komischen Blick“, erinnert sie sich demnach. Er habe psychische Probleme gehabt. Auch von Drogen ist die Rede. Seine Nachbarn sollen immer wieder die Polizei gerufen haben. „Ich konnte nicht schlafen wegen ihm“, zitiert die Bild einen afghanischen Flüchtling aus der Unterkunft.

Die Wohnanschrift wurde nach Angaben der Polizei durchsucht und „brachte weitere Erkenntnisse zu der psychischen Erkrankung des Mannes“. Hinweise auf eine radikale Gesinnung des Tatverdächtigen haben sich hingegen bislang nicht ergeben.

Tatverdächtige wollte vor Wochen aus Deutschland ausreisen

Anfang Dezember kündigte der Tatverdächtige selbst an, Deutschland freiwillig zu verlassen und nach Afghanistan zurückreisen zu wollen, so Herrmann. Daraufhin wurde sein Asylverfahren eingestellt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) habe ihn daraufhin zur Ausreise aufgefordert. Warum war der Tatverdächtige noch in Deutschland? Es ist eine von vielen Fragen, auf die es zunächst noch keine Antwort gibt. (ml)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Florian Wiegand

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