Zeitenwende

Historiker Sönke Neitzel über Deutschland in der Ära Trump: „Putin wird Berlin nicht bombardieren“

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Nato-Manöver im Jahr 1980. Deutscher Offizier mit zwei amerikanischen Kolleginnen.
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Militärhistoriker Sönke Neitzel über den Wiederaufbau der Bundeswehr, die Wehrpflicht, Atomwaffen und die wirkliche Gefahr aus dem Osten.

Professor Neitzel, sind die europäischen Staaten heute ähnlich schwach wie in den 1930er-Jahren? Hitler hatte damals leichtes Spiel. Würde das auch für Putin gelten, wenn er jetzt angreifen würde?
Ich glaube nicht. Man kann gewisse Parallelen ziehen, aber die Unterschiede sind entscheidend. Sollte Trump tatsächlich ernst machen – was wir noch nicht wissen – blieben als zentrale Garantiemächte nur noch Großbritannien und Frankreich übrig. Schon in den 1930ern waren diese beiden Staaten mit ihrer Rolle überfordert. Heute wären sie global ebenso überfordert, wenn die USA sich zurückzögen, allerdings wissen wir ja noch nicht, was Trump wirklich umsetzt. Es gibt jedoch einen zentralen Unterschied zwischen damals und heute: Hitler war den Westmächten zwar zahlenmäßig unterlegen, doch er hatte die Modernität auf seiner Seite. Das Deutsche Reich profitierte von Innovationsvorteilen, etwa im Bewegungskrieg oder in der Luftwaffe. Russland hingegen hat durch den aktuellen Krieg kaum technologische Fortschritte gemacht – eher im Gegenteil. Die einzige signifikante Anpassung betrifft den Einsatz von Drohnen, ein Bereich, in dem auch Deutschland aufholen muss. Die Frage ist jetzt eigentlich, welches Kriegsszenario man sich vorstellen muss.
Und was haben Sie da vor Augen?
Wenn man sich der Sache hypothetisch nähert, wird es in unserer Gegenwart eher nicht der Fall sein, dass Russland wie im Zweiten Weltkrieg mit drei Panzerarmeen Polen angreift, gar auf Warschau marschiert. Es gibt wirklich niemanden, den ich kenne, der so etwa als realistisch erachtet. Man glaubt eher, dass Russland sich auf ein begrenztes Testen der Nato konzentrieren wird mit dem Ziel, die Nato politisch zu zerstören. Nehmen wir an, das Zapadmanöver, das für September von Russland und Belarus geplant ist, würde dem Ziel dienen, Litauen zu überfallen. Man könnte also 100 000 Soldaten 30 Kilometer von der weißrussischen Grenze nach Vilnius marschieren lassen, was man ihnen operativ noch zutrauen könnte, mehr jedoch schon nicht mehr. Und wenn die Russen sich dort eingraben und behaupten, das sei jetzt ihr Land, stellt sich die Frage, wie Europa reagiert. Ist Europa bereit, einen Gegenangriff zu starten?
Was denken Sie?
Ich hoffe es, dass Europa bereit ist, seine Souveränität zu verteidigen. Bundeskanzler Scholz und Außenministerin Baerbock haben ja stets gesagt, dass jeder Quadratmeter NATO-Bodens verteidigt wird.
Die Kritik ist ja, dass die heutigen Politiker genauso schwach seien wie die, die in den 1930ern das Sagen hatten und die Gefahr durch Hitler unterschätzten. Reagieren wir auf mögliche Gefahren schnell genug?
Frankreich und Großbritannien waren in der Zwischenkriegszeit vor allem an Frieden interessiert. Besonders Frankreich hatte immense innenpolitische Probleme. Und man war der Auffassung, dass Hitler sich auf das unkalkulierbare Abenteuer eines Krieges kaum einlassen würde. Die Briten wachten jedoch schon 1937 allmählich auf, mit der Appeasement-Politik versuchten sie, sich Zeit für die Aufrüstung zu verschaffen. Mit der deutschen Besetzung Tschechiens im März 1939 wachten dann auch die Franzosen auf. Möglicherweise ist in Europa durch den Druck von Trump der Moment gekommen, an dem die Europäer ähnlich wie die Briten und Franzosen damals aufwachen und erkennen, dass die Amerikaner sie nicht mehr so wie erhofft unterstützen werden.
Mit welcher Folge?
Anders als damals geht es nicht um zwei Mächte wie Großbritannien und Frankreich, die sich abstimmen, sondern um 27 EU-Staaten plus Großbritannien. Das ist ein erheblicher Unterschied, besonders wenn man an die Länder in Ost- oder Südeuropa denkt. Das ist eine deutlich anspruchsvollere Aufgabe. Andererseits sollte man aber auch Demokratien nicht unterschätzen. Wenn sie einmal aufwachen, und es noch nicht zu spät ist, können sie ungeheure Kräfte entfalten. Die Überzeugung der Briten und Franzosen war es immer, dass Hitler diesen Krieg nicht wird gewinnen können. Und genauso steht es um Russland, das einen langen Krieg gegen die Europäer nicht gewinnen kann. Aber darum geht es Russland meiner Meinung nach auch nicht. Putin will nicht nach Berlin marschieren. Es geht um einen Testfall für die aus Russlands Sicht ängstlichen Europäer, um ihnen Kompromisse abzunötigen.
Die Europäer rüsten auf, viele Staaten sind ähnlich wie in den 1930er Jahren stark verschuldet.
Das Geld ist in der Tat ein Problem. Man hofft jetzt auf Eurobonds und damit darauf, dass die Deutschen den Großteil dieser neuen Schulden übernehmen. Ich finde, man müsste hier Prioritäten setzen. In so einer Zeit muss auch die EU zu harten Einschnitten besonders im hochsubventionierten Agrarsektor bereit sein. Das gilt im Übrigen auch für Deutschland. Noch haben wir einen niedrigen Schuldenstand, haben also Spielraum, aber wir müssten auch zu Kürzungen im Haushalt bereit sein, und nicht nur die Neuverschuldung so hochtreiben. Vor allem sind wir in vielen Dingen ineffizient und sollten endlich mal die PS auf den Boden kriegen, die wir ja durchaus haben. Die Frage ist: Ist man bereit, aus der Politik der Konfliktvermeidung innerhalb der Bürokratie herauszutreten? Bislang hat man wirkliche Reformen vermieden.
Wie reformfähig ist Europa?
Die Absicht, mehr Geld für die Verteidigung auszugeben, ist ein guter Schritt und ein wichtiges Signal. Aber Geld schafft noch keine Kampfkraft und folglich keine Verteidigungsfähigkeit. Auch hier zeigt der Blick in die 1930er Jahre, was eine Reformunfähigkeit wie in Frankreich für Folgen hat: Das Land wurde von Deutschland besetzt. Europa muss erst noch beweisen, dass es zu Reformen bereit ist.
Auch das Heilige Römische Reich war ein Gebilde, das oft als unfähig zu notwendigen Reformen galt. Letztlich wurde es dann von Napoleon hinweggefegt. Sind die europäischen Staaten heute in einer ähnlichen Lage?
Es gibt durchaus Parallelen. Das Heilige Römische Reich war ein loses Bündel von Staaten, die sich nur schwer auf Reformen einigen konnten. In der Folge wurden die beiden größten Mitglieder und Garanten der Sicherheit, Preußen und Österreich, mehrfach besiegt, bevor sie sich reformierten. Die entscheidende Frage lautet daher: Wann kommt die Reform? Historisch gesehen geschehen grundlegende Reformen oft erst nach militärischen Niederlagen, Revolutionen oder politischen Umbrüchen. Aber es gibt Ausnahmen. Ein Beispiel ist die preußische Heeresreform von 1859: Trotz heftigem Widerstand im Landtag setzte der Kriegsminister Albrecht von Roon eine umfassende Militärreform durch – mit dem Ergebnis, dass Preußen 1866 und 1870 militärisch erfolgreich war. Diese Siege hatten viele Ursachen, aber die Reform spielte eine wesentliche Rolle. Das zeigt: Reformen sind keine einmaligen Ereignisse, sondern langfristige Prozesse. Aber sie brauchen eine Beschleunigungsphase. Wenn wir heute über Verteidigungsfähigkeit sprechen, dann wäre das vergleichbar mit der Einführung der Wehrpflicht in den 1860ern. Damals bewies Preußen seine Handlungsfähigkeit – ein interessantes historisches Beispiel für die heutige Bundeswehr.
Was heißt das konkret für eine Bundeswehrreform?
Eine wirkliche Reform kann nur als Kabinettsprojekt funktionieren. In Großbritannien gibt es beispielsweise ein Kabinettskomitee, die die Reformen strategisch vorantreiben können. In Deutschland bräuchte es etwas Vergleichbares: nicht nur den Verteidigungsminister, sondern auch den Justizminister, den Arbeitsminister, die Bauministerin – denn die Probleme der Bundeswehr sind nicht nur militärischer Natur. Es gibt bürokratische Hürden, EU-Regeln, die die Modernisierung ausbremsen. Wir haben bisher zu viel geredet und zu wenig umgesetzt. Eine ernsthafte Bundeswehrreform braucht klare politische Führung. Ein Bundeskanzler müsste den unbedingten Willen entwickeln, Reformen auch umzusetzen. Ohne diesen politischen Willen bleibt alles Stückwerk.
In Ihrem Buch beschreiben Sie die Entstehung der Bundeswehr nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals dauerte es viel länger, als ursprünglich geplant.
Absolut. Die Bundeswehr sollte innerhalb von drei Jahren zwölf Divisionen aufstellen – das war die Zusage an die Amerikaner, verbunden mit der Aussicht auf volle Souveränität. In der Praxis zog sich der Aufbau über Jahrzehnte hin. Ein gutes Beispiel ist die Luftwaffe: Sie brauchte fast 20 Jahre, um eine schlagkräftige Struktur zu entwickeln. Heute stehen wir vor einer ähnlichen Herausforderung. Ich habe in meinem Buch geschrieben, dass es wahrscheinlich bis 2035 dauern wird, bis die Bundeswehr wieder voll einsatzfähig ist – gerechnet ab 2014, als Russland die Krim annektierte. Die entscheidende Frage ist: Wie schnell können wir jetzt Kernbereiche modernisieren? Besonders im Drohnenbereich des Heeres ist viel zu wenig passiert. Hier müssen wir klare Prioritäten setzen. Wenn das nicht der Fall ist, dauert es noch länger, dann reden wir über einen Zeitraum, der bis in die 2040er Jahre hineinreicht, bis die Bundeswehr auf dem Level ist, auf dem sie sein sollte. Wir müssen Tempo machen.
Ist das eine Parallele zu den preußischen Reformen Mitte des 19. Jahrhunderts?
Ja, durchaus. Auch Preußen brauchte Jahrzehnte, um seine militärische Schlagkraft zu optimieren. Die Siege von 1866 und 1870 waren nicht das Ergebnis einer plötzlichen Wende, sondern eines langen Reformprozesses. Allerdings dürfen wir uns nicht zu viel Zeit lassen. Wenn wir erst Mitte der 2040er-Jahre eine einsatzbereite Bundeswehr haben, dann haben wir das Ziel verfehlt. Die Frage ist: Können wir diesen Prozess beschleunigen? Wenn nicht, dann haben wir ein ernsthaftes Problem.
Die Bundeswehr hat heute eine zivile Verankerung. Ist das aus militärischer Sicht ein Problem oder ein Vorteil?
Grundsätzlich ist es positiv, dass die Bundeswehr in die Gesellschaft integriert ist. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs war das Konzept klar: Die Bundeswehr sollte eine Armee der Demokratie sein. Die Skepsis gegenüber dem Militär war groß, und es gab die Vorstellung, die Streitkräfte müssten politisch „eingekapselt“ werden, um jede Gefahr für die Demokratie zu verhindern. Aber das darf nicht dazu führen, dass wir die eigentliche Aufgabe der Bundeswehr vergessen: Sie ist keine Außenstelle der Bundeszentrale für politische Bildung und nicht primär für Hochwasserschutz zuständig. Sie ist eine Armee, die für den Ernstfall vorbereitet sein muss. Und das bedeutet: Sie muss in der Lage sein, uns zu verteidigen.
Viele Menschen haben eine grundsätzliche Skepsis gegenüber militärischer Stärke.
Ja, aber wir müssen uns ehrlich machen: Warum haben wir eine Armee? Wofür geben wir Milliarden aus? Jahrzehntelang war die Vorstellung, dass die Bundeswehr im Grunde nicht für den Kampf gedacht ist. Aber das ist eine Illusion. Die Realität ist: Wenn Russland das Baltikum angreift, dann brauchen wir eine Bundeswehr, die kämpfen kann. Dann zählen nicht politische Bildung und theoretische Debatten, sondern ganz praktische Fragen: Haben wir genug Drohnen? Haben wir genug Munition? Können wir das Baltikum verteidigen?
Sönke Neitzel.

Zur Person

Sönke Neitzel, geboren 1968 in Hamburg, lehrt an der Universität Potsdam. Dort ist er Professor für Militärgeschichte / Kulturgeschichte der Gewalt. Zuvor war er Professor in Glasgow und London. Er wurde an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz promoviert und habilitierte sich auch dort.

Seine Forschungen befassen sich vor allem mit der Geschichte des Hochimperialismus und dem Zeitalter der Weltkriege.

Aber ist eine starke Bundeswehr nicht auch ein Risiko für die Demokratie? In Bezug auf Weimar sprach man vom „Staat im Staate“.
Das halte ich für eine überholte Sichtweise. Die Bundeswehr ist heute fest in die Demokratie eingebunden. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sie eine Gefahr für den Staat darstellt. Es gab nur in der Zeit von 1916 bis 1918 eine Phase, in der nicht der Primat der Politik in Deutschland galt. Natürlich muss die Armee demokratisch kontrolliert bleiben. Aber die entscheidende Frage ist doch: Ist sie auch effizient? Ich will, dass wir als demokratischer Staat effizient sind – bei den Universitäten, beim Bahnverkehr und eben auch bei der Bundeswehr. Wir müssen uns klar darüber werden: Mit einem reinen Bekenntnis zur Demokratie wird man Putin nicht abschrecken. Es braucht aber eine glaubhafte Abschreckung. Und das bedeutet, dass die Bundeswehr wieder eine echte Streitkraft sein muss – nicht nur eine Institution mit hohen Ausgaben, sondern mit echter Verteidigungsfähigkeit.
Es gab auch rechtsextreme Tendenzen in der Bundeswehr.
Es gab und gibt Demokratiefeinde in der Bundeswehr, es wäre fatal, so etwas zu negieren. Aber diese Armee war immer da, um die Demokratie zu verteidigen und hat eine feste Verankerung in unserem politischen System.
Trotzdem wurde die Aufgabe der Wehrpflicht 2011 auch deshalb kritisiert, weil man so die Verankerung in der Gesellschaft lösen würde.
Und deswegen verstehe ich die jetzige Diskussion auch nicht. Deutschland ist neben Frankreich das klassische Wehrpflichtland. Seit 1813 hat es bis auf die Zeit in der Weimarer Republik und jetzt seit 2011 immer eine Wehrpflicht gegeben, sie liegt in der DNA von Deutschland. Besonders die SPD war historisch gesehen immer eine Befürworterin der Wehrpflicht, daher verwundern mich die Debatten gerade auch in der SPD, die sich in Teilen nun vehement gegen die Wehrpflicht ausspricht. Ich finde, dass die Bürger auch einen Waffendienst leisten können, um ihr Land, diese Demokratie zu schützen, wenn es erforderlich ist. Wir müssen uns mehr auf unsere Wurzeln berufen, wenn wir über eine Militärreform sprechen. Und damit meine ich auch, dass man die uralte Tradition einer dezentralen Organisation wiederentdeckten sollte, in der man dem gebildeten Offizier auch vertraut und ihn nicht nur kontrolliert.
Heute will man europäisch verteidigen. Deutschland soll unter den sogenannten Atomschutzschirm der Franzosen Schutz finden. Doch schon in zwei Jahren könnte dort Marine Le Pen als Präsidentin zu finden sein. Und nun?
Frankreich schützt durch seine Atomraketen zurzeit nur sich selbst und kein anderes Land. Sie haben nur die sehr starken Sprengköpfe und letztlich keine taktischen Nuklearwaffen. Es fragt sich, ob Deutschland nicht besser geschützt wäre, wenn es selber Nuklearsprengköpfe besitzen würde. Technisch würde das gehen, Deutschland baut ja auch atomwaffenfähige U-Boote für Israel. Aber das ist eine politische Frage. Die Frage ist ja, wie schützen wir uns und werden wir erpressbar? Wir können noch nicht wie Frankreich und Großbritannien unser eigenes Land verteidigen, deshalb sollte man über eine nukleare Bewaffnung zumindest nachdenken.
Das dürfte zu erheblichem Widerstand in der deutschen Bevölkerung sorgen, man braucht ja nur an die Nato-Doppelbeschlüsse und die Demonstrationen denken…
Natürlich gibt es da viele Reflexe, besonders im linken politischen Lager. Ich halte diese Debatte aber für notwendig, in der Gesellschaft, aber auch an den Universitäten. Es gibt viel zu wenig Expertise in Deutschland auf diesem Gebiet. Proteste werden bei keinem sicherheitspolitischen Thema zu vermeiden sein. Man kann das ja auch positiv sehen, wir sind Gott sei Dank eine liberale Demokratie und da kann man eben auch seine eigene Meinung sagen und vertreten. Dennoch halte ich solche Beschlüsse für durchsetzungsfähig. Adenauer hatte auch keine Umfrage gemacht, bevor er die Wehrpflicht in Deutschland wieder einführte, Schmidt und Kohl haben den Nato-Doppelbeschluss trotz erheblichen Protests umgesetzt. Die Deutschen waren im Übrigen nie Pazifisten, zumindest nicht in der Mehrheit.
Zurzeit überschlagen sich die Nachrichten aus Übersee. Wäre es nicht angebracht, kühlen Kopf zu bewahren statt sich mit Aufrüstungsvorschlägen zu überbieten und einmal zu überlegen, wie eine kluge Reform der Sicherheitskräfte aussehen könnte?
Es ist ein sehr guter Gedanke, nicht aus der Panik heraus zu entscheiden. Richtig ist, wir sind nicht im Kalten Krieg, es droht kein Dritter Weltkrieg, Putin wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht Berlin bombardieren lassen. Aber es ist eine Illusion zu glauben, man müsse nur Frieden fordern und auf Russland zu gehen und schon sei für Sicherheit gesorgt. Es geht um die Frage, wie verteidigungswillig und -fähig der „Westen“ ist. Wer militärisch nicht befähigt ist, wird auch am Tisch der Diplomatie wenig mitzureden haben, so sieht die Realität nun einmal aus, auch wenn mir das persönlich nicht gefällt. Man sollte sich also nichts vormachen. Europäische Friedenstruppen in der Ukraine wird Putin niemals akzeptieren. Er ist militärisch in einer viel günstigeren Position als die Ukraine, auch wenn die Bäume für Russland nicht in den Himmel wachsen. Ich glaube, die Wehrlosigkeit hat Putin erst ermutigt, die Schritte in der Ukraine zu tun. Dafür haben wir einen hohen politischen Preis gezahlt. Deshalb sollte man die Bundeswehr als militärisches Projekt jetzt ernst nehmen.

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