Neue Studie entdeckt erschreckenden Zusammenhang zwischen Alzheimer und Corona-Infektion
VonKilian Bäuml
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Forschende stoßen auf Hinweise, dass eine Corona-Infektion Veränderungen im Gehirn beschleunigen kann und stellen eine Verbindung zum Alzheimer-Risiko fest.
Frankfurt – Auch mehr als fünf Jahre nach ihrem Ausbruch sind die Folgen der Pandemie in vielen Lebensbereichen noch spürbar. Forschende beschäftigen sich derweil mit den langfristigen Auswirkungen einer Corona-Infektion auf die Gesundheit. Dabei wurde in einer Studie ein möglicher Zusammenhang zwischen einer Infektion und einer Alzheimer-Erkrankung festgestellt.
Studie stellt Zusammenhang von Corona-Infektion und Alzheimer-Risiko fest
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forschenden untersuchten sowohl die Auswirkungen von leichten als auch schweren Krankheitsverläufen einer Corona-Infektion. Dabei stellten die Forschenden fest, dass sich die Biomarker nach einer Infektion verändern. Das könnte ein Hinweis auf eine mögliche Amyloid-Ablagerung im Gehirn sein. Diese Veränderung, zusammen mit Gehirnbildern und schlechteren kognitiven Tests, sind typische Zeichen einer Alzheimer-Erkrankung.
Zur Studie
Ein Team von Forschenden untersuchte Blutplasmaproben von insgesamt 1252 Personen. Die Hälfte von ihnen wurde positiv auf Corona getestet, die andere Hälfte war die Kontrollgruppe. Auch das Alter, Geschlecht und der allgemeine Gesundheitszustand wurden berücksichtigt, um Störfaktoren gering zu halten. Neben Biomarker für die Neurodegenration wurden mit dem Einsatz von ultrasensitiven Methoden insgesamt fast 1500 verschiedene Proteine gemessen, um zu verstehen, wie sich das Virus auf das Gehirn auswirkt.
Auch bei einem milden Verlauf einer Corona-Infektion lassen sich Veränderungen feststellen. Diese Biomarker-Veränderungen waren bei älteren Personen (insbesondere bei den über 70-Jährigen) und bei Personen mit bereits bestehenden Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Fettleibigkeit stärker ausgeprägt, ordnet das Fachportal news medical die Erkenntnisse ein.
Verschiedene Viren könnten sich auf das Alzheimer-Risiko auswirken – auch eine Corona-Infektion
Die festgestellten Veränderungen bei den Plasmabiomarkern deuten auf eine mögliche langfristige Auswirkung auf die Gesundheit des Gehirns hin. Daraus lässt sich für die Forschenden ableiten, dass durch eine Infektion mit dem Corona-Virus das Risiko für Alzheimer steigen könnte.
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Die Forschenden der Studie erklären, dass ihre Erkenntnisse mit früheren Berichten übereinstimmen, die auf ein höheres Auftreten von Alzheimer nach einer Corona-Infektion hinweisen. Trotzdem betonen sie auch, dass es weiterer Forschung bedarf, um die Ergebnisse ihrer Studie zu bekräftigen. Ebenfalls interessant ist, dass sich auch andere Viren auf das Alzheimer-Risiko auswirken, in einer anderen Studie wurden Herpes-Viren als mögliche Gefahr festgestellt.