VonMoritz Bletzingerschließen
Der weiße Rauch steigt auf! Doch was folgt darauf? Die Identität des neuen Papstes bleibt zunächst ein Geheimnis. Selbst innerhalb des Vatikans muss man sich in Geduld üben.
Rom – Die Welt blickt auf die Sixtinische Kapelle im Vatikan. Seit Mittwoch (7. Mai) um 16.30 Uhr läuft das Konklave, die Wahl eines Nachfolgers für Papst Franziskus. Aber wann erfährt die Öffentlichkeit, welcher Kandidat sich durchgesetzt hat?
Konklave-Ablauf bei erfolgreicher Papstwahl: Weißer Rauch bedeutet Entscheidung
Die unbefriedigende Antwort: Das ist völlig offen. Rein theoretisch ist die Dauer des Konklaves nicht begrenzt, die Kardinäle könnten wochen- sogar monatelang wählen. Praktisch ist ein Wahl-Marathon allerdings fast ausgeschlossen. Einige Kardinäle kündigten bereits eine schnelle Papst-Entscheidung an und bei den vergangenen beiden Wahlen fiel die Wahl jeweils bereits am zweiten Tag. Das ist auch diesmal nicht ausgeschlossen und für den Fall legt sich ein Vatikan-Experte beim neuen Papst bereits fest.
Die versöhnliche Antwort: Sobald ein Kandidat die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Konklave erreicht, also als neuer Papst gewählt ist, erfährt das die Welt sofort. Das berühmte Signal: Weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle. Dafür werden die Stimmzettel unmittelbar nach der Auszählung zusammen mit speziellen Chemikalien verbrannt.
„Habemus Papam“: Wann erfährt man, wer der neue Papst ist? Ablauf nach Konklave streng geregelt
Wer genau als Papst gewählt wurde, wird allerdings nicht durch Rauchzeichen übermittelt. Den Namen des neuen Oberhaupts der katholischen Kirche kennen erst einmal nur die wahlberechtigten Kardinäle, die im Konklave dabei waren. Alle andere müssen sich gedulden, bis der neue Papst vor die Menschen schreitet.
Etwa 45 Minuten nach dem weißen Rauch beginnt die Zeremonie auf dem Segnungsbalkon des Petersdoms. „Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus papam!“ (deutsch: Ich verkünde euch große Freude: Wir haben einen neuen Papst), ruft der Kardinalsdiakon dort aus. Und präsentiert den neuen Papst. Er nennt seinen Namen auf Latein, anschließend seinen Papstnamen. Dann tritt der Gewählte auf den Balkon und erteilt nach einer kurzen Rede seinen ersten Segen als Papst.
Vatikan-Mitarbeiter verrät: Intern erfährt man den neuen Papst-Namen nicht vor dem „Habemus Papam“
Vor diesem Prozedere bleibt der Name geheim, für jeden. „Den Namen erfährt man auch intern im Vatikan erst beim Habemus Papam, wenn ihn der ranghöchste Kardinaldiakon auf dem Balkon des Petersdoms verliest“, sagt Stefan von Kempis im Gespräch mit IPPEN.MEDIA. Und von Kempis ist einer, der es besonders schnell wissen sollte. Er ist Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Vatican News, dem offiziellen Presseportal des Heiligen Stuhls. An uralter Liturgie führt auch das nicht vorbei. (moe)
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