Mindestens 75 Flüsse betroffen

Alaska-Flüsse färben sich orange: Phänomen birgt große Gefahren für Mensch und Natur

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Früher noch glasklar, heute schlierig-orange: Die Färbung einiger Flüsse in Alaska gibt Forschenden Grund zur Sorge.

Anchorage – Im nördlichen Alaska haben sich Dutzende Flüsse orange verfärbt. Das hat negative Auswirkungen auf Flora und Fauna, wie eine Gruppe von Forschenden beobachtet hat. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Communications Earth & Environment“. Dort führen sie die Färbung des Wassers auf Eisenablagerungen zurück. Das Eisen wird durch das Schmelzen von Permafrostböden gelöst und gelangt so in die Flüsse. Dass die Permafrostböden schmelzen, sei wiederum eine Folge des Klimawandels.

Orange Flüsse durch Klimawandel

Der erhöhte Eisenanteil im Wasser senkt den pH-Wert in Richtung Sauer und wirkt sich so negativ auf das Leben im und um den Fluss aus. Die Forschenden um Jonathan O‘Connell beobachteten an einer Stelle etwa, dass eine Fischspezies namens Salvelinus malma komplett verschwand.

Eisen im Wasser ist für die orange Färbung von mindestens 75 Flüssen im Gates of the Arctic National Park in Alaska verantwortlich.

Permafrostboden schmilzt – mit weitreichenden Folgen

Menschen, die vor Ort von den Flüssen ihr Trinkwasser beziehen, könnten von erhöhten Eisenwerten betroffen sein. Auch in den Fischen, die zum Verzehr gefangen werden, könnten sich erhöhte Eisenkonzentrationen finden, so die Forschenden. Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten, ehemaliger Leiter der Sektion Permafrostforschung am Alfred-Wegener Institut (AWI) in Potsdam, beschreibt weitere mögliche Auswirkungen des Klimawandels und dem damit verbundenen Rückgang des Permafrostbodens für den Menschen: „Vor allem in Sibirien werden einige Eisenbahnlinien nicht mehr befahrbar, weil die Schienen wegsacken“, zitiert ihn die Wissensplattform Erde und Umwelt der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V.

Was sind Permafrostböden?

Permafrostböden bedecken rund ein Viertel der Landfläche auf der Nordhalbkugel der Erde. Die Temperatur eines solchen Bodens muss für mindestens zwei Jahre unter Null liegen, um als Permafrostboden zu gelten. Viele dieser Böden sind jedoch seit Jahrtausenden dauerhaft gefroren.

In Permafrostböden ist unter anderem organischer Kohlenstoff in Form von abgestorbenen Pflanzenresten gespeichert. Wenn die Böden durch den Klimawandel auftauen, werden die Treibhausgase CO₂ und Methan frei und heizen so die Erderwärmung weiter an.

Auch Landebahnen würden absacken oder Erdöl-Pipelines möglicherweise instabil werden. Es könnten Lecks entstehen und Hunderttausende Liter von Erdöl auslaufen. „Also eine Vielzahl von Gefahren, die man bisher nicht beachtet hat“, so Hubberten. Auch den Alpenraum verändert der Klimawandel durch das Schmelzen von Permafrostböden.

Bisher war nicht bekannt, wie sich die Erderwärmung auf das Grundwasser auswirkt. Nun prognostiziert eine Studie fatale Folgen für Millionen Menschen.

Rubriklistenbild: © Ken Hill / National Park Service

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