VonRobin Dittrichschließen
Nico Reiterschließen
Im Jahr 2024 soll die Mehrwertsteuer in der Gastronomie wieder auf 19 Prozent erhöht werden. Das könnte dazu führen, dass viele beliebte Speisen erheblich teurer werden.
Frankfurt – Verbraucherinnen und Verbraucher zittern vor steigenden Preisen, die Gastronomie vor Umsatzverlust. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde die Mehrwertsteuer für Gastronomiebetriebe auf sieben Prozent gesenkt. Wenn diese 2024 wieder auf 19 Prozent steigt, werden die Preise in Restaurants, Bars und Fast-Food-Geschäften stark ansteigen.
Seit 2021 sind die Gastronomiepreise um etwa 20 Prozent gestiegen
Obwohl die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent reduziert wurde, sind die Preise in der Gastronomie in den vergangenen Jahren gestiegen. Trotzdem hat sich die Ampel-Koalition darauf geeinigt, die Mehrwertsteuer auf Speisen ab dem 1. Januar 2024 wieder auf 19 Prozent zu erhöhen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga äußerte bereits sein Entsetzen über die bevorstehenden Änderungen und sieht zahlreiche Existenzgrundlagen in der Gastronomie bedroht.
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer erfordert signifikante Preisanpassungen. „Damit trifft sie Normal- und Geringverdiener besonders hart“, erklärte Guido Zollick, Präsident des Dehoga. Die reduzierte Mehrwertsteuer wurde auch nach der Corona-Pandemie mehrfach verlängert. Ursachen hierfür waren unter anderem die Energiekrise und die hohe Inflation bei Lebensmitteln. Trotzdem stiegen die Preise in der Gastronomie seit Januar 2021 um etwa 20 Prozent - im kommenden Jahr wird das nicht mehr ausreichen.
Mehrwertsteuer erhöht sich auf 19 Prozent - diese Speisen werden dann teurer
Es wird erwartet, dass die Gastronomie die Mehrwertsteuererhöhung nicht selbst tragen, sondern die entstehenden Kosten an die Verbraucher und Verbraucherinnen weitergeben. Die Auswirkungen der Steueranpassung in Restaurants werden anhand einiger Beispiele klar. Ein Salat, der derzeit noch für 10,70 Euro erhältlich ist, würde nach der Mehrwertsteuererhöhung 11,90 Euro kosten. Für ein Pasta-Gericht, das derzeit bei etwa 15 Euro liegt, wären im Jahr 2024 16,68 Euro fällig - ein Steak steigt von 25 auf 27,80 Euro.
Da die Preise auch nach der Corona-Pandemie erheblich gestiegen sind, ist zu erwarten, dass die Gastronomie ihre Preise nicht auf ungerade Beträge anhebt. Das Pasta-Gericht würde also wahrscheinlich nicht 16,68 Euro, sondern eher 16,70 Euro kosten. Um die voraussichtlichen Preise für 2024 zu berechnen, müssen Verbraucher und Verbraucherinnen beim Restaurantbesuch 11,2 Prozent auf die aktuellen Preise aufschlagen.
Nicht nur die Gäste betrifft die geplante Änderung, auch Gastronome und Gastronominnen sind wütend. Dieser Gastwirt erteilte Bundeskanzler Olaf Scholz Hausverbot in seinem Restaurant. Er fürchtet weniger Kundschaft durch die steigenden Preise auf seiner Speisekarte. (rd mit dpa)
Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteur Nico Reiter sorgfältig überprüft.
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