Russland

Reaktionen auf Tod Nawalnys: „Bedrohung für Putin“

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Alexej Nawalny im Jahr 2013, damals noch in Freiheit.
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Der Tod des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny löst auf der ganzen Welt Entsetzen aus. Viele Machen den russischen Machthaber Putin verantwortlich.

Der Tod des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny löst unter Historikern und Politikwissenschaftlern Entsetzen aus. Viele machen den russischen Präsidenten Wladimir Putin direkt für den Tod Nawalnys verantwortlich.

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Nawalnys letzter Auftritt im Video

„Putin sendet ein Signal nach München“, schreibt etwa der Politikwissenschaftler Carlo Masala. In München findet gerade die Sicherheitskonferenz statt, an der Putin nicht teilnehmen wird. Er zeigt aber, wie er mit seinen politischen Gegnern umzugehen pflegt.

Die US-amerikanische Historikerin und preisgekrönte Journalistin Anne Applebaum schrieb auf der Kurznachrichtenplattform „X“: „Sie töteten ihn, weil er sogar im Gefängnis für das Regime eine Bedrohung war, das von Lügen und Geheimnissen lebt.“ Weiter schreibt sie: „Nawalny bedrohte Putin, weil er das Ausmaß seines Diebstahls und seiner Korruption enthüllte. Putin tötete Nawalny, weil er nicht zulassen konnte, dass diese Wahrheit bekannt wird.“

Nawalny: Nach Spaziergang unwohl gefühlt

Nawalny soll sich dem Angaben der russischen Behörden nach während eines Spaziergangs unwohl gefühlt haben und sei dann ohnmächtig geworden. Es hieß, er sei schnell gestorben, Wiederbelebungsversuche seien umsonst gewesen. Vermutlich sei ein Blutgerinnsel die Ursache seines Todes. Doch wie bei offiziellen russischen Behördenangaben in solchen Fällen, bleiben erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen. Aufklären lässt sich der Tod wohl erst nach einem Regime-Wechsel in Russland.

In den sozialen Medien wird an die zahlreichen prominenten Opfer Putins erinnert. Dazu zählen Personen wie Politkowskaja, Litwinenko, Skripal, Changoschwili, Tjuljakow, Prigoschin oder Maganow. Auch der Name Boris Nemzow fällt. Er zählte zu jenen Politikern, denen sehr stark an einer Demokratisierung Russlands gelegen war.

Er wurde auf einer Brücke vor dem Kreml erschossen. Seine Tochter Schanna Nemzowa, die in Bonn lebt, unterstützt seit Jahren demokratische Kräfte in Russland, um eine Alternative zu Putin zu schaffen. Doch das Regime in Moskau scheint nach den Turbulenzen, die Söldner-Führer Prigoschin mit seinem „Marsch auf Moskau“ auslöste, an Stabiliät gewonnen zu haben.

Dass Putin höchstselbst Nawalny nach dem Leben trachtete, daran hatte der Oppositionspolitiker nie einen Zweifel. „Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht, und andere Versionen des Tathergangs habe ich nicht“, sagte Nawalny im Jahr 2020 nach einem Giftanschlag auf ihn.

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