„Haben ordentlich zu tun“

Winter-Wetter sorgt für mehr als 200 Unfälle – Schnee-Chaos legt auch Alpenländer lahm

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  • Julian Mayr
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    Michelle Brey

Vor allem der Süden Deutschlands kämpft dieser Tage mit Schnee und Eis. Auch am Freitag will sich das Winter-Wetter vielerorts noch nicht abmelden.

Update vom 22. November, 6.30 Uhr: Auch wenn Meteorologe Dominik Jung für das Wochenende eine Wetter-Wende prognostiziert hatte, bleibt es auch am Freitag (22. November) in einigen Regionen Deutschlands winterlich. Vom Bodensee bis zum Schwarzwald habe die Polizei laut dpa mehr als 200 Unfälle registriert. Autos und Lastwagen würden auf den glatten Straßen kaum vorankommen, heißt es. Wie der Deutsche Wetterdienst morgens warnte, sind „von den Allgäuer Alpen bis ins Werdenfelser Land starke Schneefälle“ zu erwarten.

Während der Schneefall im Süden und am östlichen Alpenrand laut DWD mit der Zeit abklingen dürfte, kann es vor allem „von der Nordsee und dem Niederrhein bis nach Ostwestfalen und zum Harz teils kräftige Schneeschauer“ geben. Weiterhin gilt vielerorts Glättegefahr.

Tief Renate bringt vor allem dem Süden Deutschlands reichlich weiße Pracht.

Reichlich Schnee führt auch in Alpenländern zu Verkehrschaos

Ebenfalls betroffen vom Wintereinbruch waren am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag die Alpenländer. Wie das Portal 20min.ch berichtete, gab es in der Schweiz stellenweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. Es kam zu Behinderungen auf den Straßen und Einschränkungen im Bahnverkehr, berichten Schweizer Medien.

Ein ähnliches Bild war auch in Teilen Südtirols zu vernehmen. Besonders das Wipptal, das nördliche Eisacktal und das Pustertal hatten mit teils starkem Schneefall zu kämpfen, meldet Rai Südtirol. Fahrzeuge blockierten wegen rutschiger Verhältnisse die Straßen, im Pustertal sorgte ein LKW zwischenzeitlich für die Sperrung der Staatsstraße.

Aufgrund der starken Schneefälle musste in Österreich die Arlberg Passstraße gesperrt werden. Der eigentlich aufgrund einer Generalsanierung ebenfalls gesperrte Arlbergtunnel wurde frühzeitig eröffnet, Fahrzeuge wurden unter Begleitung der ASFINAG im Konvoi durch den Tunnel geschleust, berichtet ORF Tirol. Zahlreiche weitere Straßen in Österreich mussten gesperrt werden, darunter die Fernpassstraße.

„Haben ordentlich zu tun“ - Schnee-Chaos hält Einsatzkräfte in Deutschland in Atem

Update vom 21. November, 20.08 Uhr: Die ersten Schneefälle in Süd-Baden-Württemberg führen zu den ersten Unfällen aufgrund des Wetters. In den Bezirken Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis verzeichnete die Polizei bereits am frühen Abend nahezu ein Dutzend Interventionen, so ein Sprecher. Viele davon sind noch in Bearbeitung. „Wenn der erste Schnee fällt, herrscht immer ein bisschen Chaos“, äußerte der Sprecher der Polizei: „Wir haben ordentlich zu tun.“

Bislang gab es keine Verletzten. Die Interventionen betreffen hauptsächlich materielle Schäden. Darüber hinaus blockiert ein LKW die Bundesstraße 463 bei Nollhof (Bezirk Sigmaringen). Der Deutsche Wetterdienst hat aufgrund der starken Schneefälle eine Unwetterwarnung ausgegeben. Auch das Polizeipräsidium Freiburg meldete am frühen Abend mehrere wetterbedingte Einsätze.

Wie die Polizei mitteilt, kommt es wegen den starken Schneefällen und glatten Straßen vermehrt zu Unfällen.

Wetter-Warnungen in Deutschland: Teils 30 Zentimeter Neuschnee in wenigen Stunden

Update vom 21. November, 17.03 Uhr: Der Winter bringt starken Schneefall und Glätte nach Deutschland, von der besonders der Süden des Landes betroffen ist. Unwetterwarnungen aufgrund von starkem Schneefall wurden für die Regierungsbezirke Freiburg und Tübingen ausgegeben. Eine Wetterexpertin des DWD berichtete, dass bereits erste Schneeflocken auf dem Feldberg und im Breisgau bis zum Bodensee gesichtet wurden.

In den kommenden zwei Stunden sollte der Schnee auch in niedrigeren Lagen liegen bleiben, so die Prognose der Meteorologin. Es könnten bis zu 20 Zentimeter Schnee fallen, in höheren Lagen sogar bis zu 30 Zentimeter. Dies wäre der erste größere Schneefall der Saison für Baden-Württemberg. Es wird erwartet, dass die Straßen glatt werden und die Mobilität eingeschränkt sein könnte, mit möglichen Blockaden der Verkehrswege, warnte der DWD. Auch in der Nacht sollen bis zu 30 Zentimeter Schnee möglich.

Update vom 21. November, 14.15 Uhr: In Deutschland bleibt es weiterhin winterlich. Im Süden werden starke Schneefälle erwartet. „Mit einer nördlichen Strömung fließt weiterhin Polarluft ein“, erklärt Meteorologe Christian Herold vom DWD die Hintergründe. „Das heißt, es bleibt weiterhin kalt, mit Schneeregen-, Schnee- und Graupenschauern. In den Nächten gibt es Frost, sodass auch Straßenglätte Thema bleibt.“

Die Wetterkarte ist dementsprechend eingefärbt. Für nahezu ganz Deutschland warnen die Experten vor Frost. Die Warnungen gelten zumeist bis Freitagvormittag/-mittag. Hinzu kommen teils – wie etwa in Regionen Niedersachsens – Warnungen vor leichtem Schneefall: „Es tritt im Warnzeitraum oberhalb 400 Meter leichter Schneefall mit Mengen zwischen ein Zentimeter und drei Zentimeter auf. In Staulagen werden Mengen bis fünf Zentimeter erreicht. Verbreitet wird es glatt.“

In Bayern und Baden-Württemberg ist die Wetterkarte teils orange und rot gefärbt. Bis Freitagmorgen heißt es von den Experten für Teile Bayerns: „Es tritt im Warnzeitraum starker Schneefall mit Mengen zwischen 15 Zentimeter und 25 Zentimeter auf. Verbreitet wird es glatt.“ In Baden-Württemberg könnten der Prognose nach in Staulagen auch bis zu 30 Zentimeter Schneefall erreicht werden.

Wintereinbruch in Deutschland: Schnee, Glätte und Frost bestimmen das Wetter

Update vom 21. November, 5.45 Uhr: Deutschland wird vorerst auch weiter von winterlichen Wetterbedingungen beherrscht. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) donnerstagmorgens (21. November) informierte, ist polare Meeresluft aus Nordwesten weiterhin für unbeständiges und winterliches Wetter verantwortlich. Gebietsweise falle Niederschlag, laut DWD „oft bis in tiefe Lagen als Schneeregen, Schnee und Graupel“. Am Vormittag ist außerdem mit „gebietsweise leichtem Frost“ zu rechnen. Es kann also rutschig werden.

In den Mittelgebirgen könne auf 200 bis 400 Metern Höhe auch „häufiger 1 bis 5 cm Neuschnee“ binnen weniger Stunden fallen. Oberhalb von 500 Metern ist laut DWD sogar Dauerfrost zu erwarten. Im Tagesverlauf klingen die Schneeschauer dann ab, lediglich im Nordwesten, an den Küsten und den östlichen Mittelgebirgen warnt der Wetterdienst vor „teils kräftigen Schauern mit lokaler Glättegefähr.“

Wetter bleibt kalt: Schneefälle und Glatteis, wie hier in München, sorgen dieser Tage für Glättegefahr.

Winter-Wetter in Deutschland hält bis Wochenende an

Erstmeldung vom 20. November: Frankfurt – Es schneit. Deutschland erlebt einen ersten kleinen Vorgeschmack auf den Winter 2024/25. Das Wetter ist kalt und von Schnee geprägt. Erste Weihnachtsstimmung kommt auf. Meteorologen warnen vor Glätte am Mittwoch (20. November). Bis Ende der Woche bleibt es frostig – dann soll es eine Wetterwende geben.

Schneefallgrenze sinkt bis auf etwa 400 Meter – Bilder zeigen Wintereinbruch in Deutschland

In den ersten Regionen Deutschlands gab es einen Wintereinbruch. Besonders höhere Lagen sind mit Schnee bedeckt, wie hier eine Straße am Rennsteig im Thüringer Wald.
In den ersten Regionen Deutschlands gab es einen Wintereinbruch. Besonders höhere Lagen sind mit Schnee bedeckt, wie hier eine Straße am Rennsteig im Thüringer Wald. © Michael Reichel/dpa
am Holler See im Bürgerpark
Aber auch in tieferen Lagen fielen bereits die ersten weißen Flocken, etwa am Holler See im Bürgerpark (Bremen). © Sina Schuldt/dpa
Für die kommenden Tage wird mit noch mehr Schnee gerechnet, selbst in tieferen Lagen.
Für die kommenden Tage wird mit noch mehr Schnee in Deutschland gerechnet. Im Bergland sind laut Deutschem Wetterdienst (DWD) Neuschneemengen von bis zehn Zentimetern nicht ausgeschlossen. © Sina Schuldt/dpa
Straßen sind verschneit und glatt: Auf der Fahrbahn zwischen Oberhof und Zella-Mehlis in Thüringen stand bereits ein LKW quer.
Straßen sind verschneit und glatt: Auf der Fahrbahn zwischen Oberhof und Zella-Mehlis in Thüringen stand bereits ein LKW quer. © Steffen Ittig/dpa
Auch in Hamburg schneit es kräftig.
Auch in Hamburg schneit es kräftig. © Bodo Marks/dpa
Doch damit nicht genug: Neben dem Schnee fegt Sturmtief Quiteria über Deutschland – es drohen sogar Orkanböen.
Doch damit nicht genug: Neben dem Schnee fegt Sturmtief Quiteria über Deutschland – es drohen sogar Orkanböen. © Marijan Murat/dpa
Wegen der Sturmwarnung wurde am Dienstag (19. November) bereits der Zugverkehr zum Brocken der Harzer Schmalspurbahnen eingestellt.
Wegen der Sturmwarnung wurde am Dienstag (19. November) bereits der Zugverkehr zum Brocken der Harzer Schmalspurbahnen eingestellt. © Matthias Bein/dpa
In Sachsen-Anhalt sind bereits Einsatzfahrzeug des Winterdienstes unterwegs, um zugeschneite Straßen zu räumen.
In Sachsen-Anhalt sind bereits Einsatzfahrzeuge des Winterdienstes unterwegs, um zugeschneite Straßen zu räumen und zu streuen. © Matthias Bein/dpa
Eine dünne Schneedecke bedeckte am Montag auch den Großen Feldberg im hessischen Taunus.
Eine dünne Schneedecke bedeckte schon am Montag (18. November) den Großen Feldberg im hessischen Taunus. © Jan Eifert/imago
Schnee im Oberharz
Wegen des Wintereinbruchs kam es auf glatten Straßen bereits zu mehreren Unfällen, berichtet die Deutsche Presseagentur. Winterreifen sind deshalb notwendig, im Schnee helfen auch Schneeketten.  © Matthias Bein/dpa

Der Deutschen Wetterdienst (DWD) erklärt den Hintergrund der aktuellen Wetterlage: „Hinter der Kaltfront eines zum Baltikum abziehenden Sturmtiefs gelangt aus Nordwesten Meeresluft polaren Ursprungs nach Deutschland.“

Glätte, Schnee und Frost breiten sich aus. Oberhalb von 400 Metern sagt der DWD ein bis fünf Zentimeter Neuschnee voraus. „In den Alpen staubedingt länger anhaltende Schneefälle“, so die Experten. Bis zum Abend könnten bis zu zehn Zentimeter Schnee fallen, in den Allgäuer Alpen gar bis 30 Zentimeter. „Auch sonst stellenweise Glätte durch überfrorene Nässe“, lauten die warnenden Worte.

Die DWD-Wetterkarte ist daher stellenweise gelb gefärbt. Es handelt sich dabei unter anderem um Warnungen vor Glätte oberhalb von 400 oder 600 Metern. Betroffen sind mehrere Bundesländer (Stand: 9.45 Uhr, siehe Foto). Auch Frost erwähnen die Experten aus Offenbach in ihrem Warnlagebericht: „Heute früh gebietsweise Frost zwischen 0 und -4 Grad. In der Nacht zum Donnerstag und Donnerstagfrüh verbreitet leichter Frost zwischen 0 und -5 Grad, im süddeutschen Bergland und an den Alpen bei Aufklaren über Schnee mäßiger Frost bis -9 Grad.“ Auch Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net prognostizierte: „Wir müssen in den nächsten Tagen und Nächten mit erheblicher Glätte rechnen.“

Die Wetter-Vorhersage des DWD für Deutschland

Ein Blick auf die Temperaturen lässt aber ein wenig aufatmen. Denn eine richtig langanhaltende Kältephase scheint wohl vorerst nicht auf uns zuzukommen. Für Montag (25. November) sagt der Deutsche Wetterdienst etwa zehn bis 16 Grad voraus.

Und bereits das Wochenende dürfte laut DWD etwas angenehmer werden: An der See und in den östlichen Mittelgebirgen ziehen noch Schneeschauer vorbei. Ansonsten lockert es verbreitet auf und es bleibt meist trocken – wenngleich noch kühl.

Die Temperaturen in der Übersicht:

Tag, DatumHöchstwerte laut Deutschem Wetterdienst
Mittwoch, 20. NovemberZwei bis sieben Grad, im Bergland um die null Grad
Donnerstag, 21. NovemberZwischen null und sechs Grad
Freitag, 22. NovemberNull bis vier Grad, bis sechs Grad an der Nordsee
Samstag, 23. NovemberNull bis fünf Grad, bis acht Grad im Westen/Südwesten
Sonntag, 24. NovemberVier bis zehn Grad, drei bis minus ein Grad im Süden
Montag, 25. NovemberZehn bis 16 Grad, bis sieben Grad im Südosten

Nach einem kurzen Abstecher in den Winter dürft es also kommende Woche wieder zurück in den Herbst gehen – zumindest vorerst. Ein Experte sagte indes einen Rekordwinter voraus – Schneefreunden dürfte das aber nicht unbedingt gefallen. (mbr/dpa)

Rubriklistenbild: © Jason Tschepljakow/dpa

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