VonMoritz Bletzingerschließen
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Schnee und Eis sorgen auf Deutschlands Straßen für zahlreiche Verkehrsunfälle. Am Sonntag gilt Glätte-Warnung in der ganzen Bundesrepublik.
Update vom 5. Januar, 8.20 Uhr: Der DWD warnt bis zum Nachmittag vor erheblichem Eisansatz, vor allem vom Großraum München bis zum Bayerischen Wald. Ebenso besteht entlang der Elbe bis zum Abend eine ernsthafte Eisgefahr. Im Westen und Südwesten prognostiziert der DWD eine spürbare Milderung zum Abend hin.
Die Ursache für die rutschigen Bedingungen ist eine Warmfront, die das Land von Südwesten nach Nordosten überquert. Sie bringt Niederschläge mit sich – und dort, wo der Boden nach den heftigen Schneefällen noch kalt ist, verwandelt sich der Regen in Eis. Dieser gefrierende Niederschlag kann äußerst riskant sein.
In Bayern warnt der DWD derzeit vor einer „Gefahr für Leib und Leben“. Die Bevölkerung wird dazu aufgefordert, den Aufenthalt im Freien und Fahrten zu meiden.
Update vom 5. Januar, 6.18 Uhr: Die Prognose von Diplom-Meteorologe Dominik Jung hat sich bewahrheitet. Nach einer frostigen Winternacht ist die Hälfte Deutschlands von Schnee bedeckt und der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für das gesamte Land Wetterwarnungen ausgegeben.
Warnstufe 2 aufgrund von „markanter Glätte“ ist weitgehend von den Alpen bis zum südlichen Niedersachsen gültig. Insbesondere in der südlichen Hälfte von Baden-Württemberg und Bayern ist das Risiko am Morgen besonders hoch. Eine noch höhere Warnstufe 3 gilt in einem Gebiet, das sich von München bis Polen erstreckt.
Die Wetterkarte des DWD zeigt auch Norddeutschland in Gelb, was Warnstufe 1 bedeutet. Auch hier sind Glätte und Frost die Hauptgründe. Im Allgemeinen wird die Situation im Norden nicht so kritisch wie im Südwesten erwartet. Vor allem Autofahrerinnen und Autofahrer werden zur Vorsicht aufgerufen.
Wintersturm trifft Deutschland: Wetter-Warnungen vor Glatteisregen und Schneechaos
Frankfurt – Deutschland stehen unruhige Stunden bevor. Besonders die Nacht von Samstag (4. Januar) auf Sonntag (5. Januar) hat es wohl in sich. Dabei gab es bereits in vielen Bundesländern zahlreiche Verkehrsunfälle und -behinderungen. So kam es in der Nacht allein im Gebiet der Polizei Braunschweig zu mehr als 110 Verkehrsunfällen.
Viele Glatteis-Unfälle – Wetter-Prognose hat es weiter in sich
Bei einem Glatteis-Unfall auf der A1 bei Sittensen zwischen Hamburg und Bremen sind Hunderte Forellen auf der Fahrbahn verendet und vier Menschen verletzt worden. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg registrierte mehr als 80 Unfälle. Doch in der Nacht zum Sonntag droht laut Deutschem Wetterdienst (DWD) im gesamten Bundesgebiet Glatteis. Schuld daran ist ein Temperaturanstieg, der den Schnee in Regen verwandelt
Das trifft womöglich auch Reisende am Frankfurter Flughafen. Hier muss am Sonntag mit Flugausfällen und Verzögerungen gerechnet werden, teilte der Flughafenbetreiber Fraport auf seiner Webseite mit.
Wetter-Warnungen von DWD und weiteren Meteorologen: „Diese Nacht könnte alles lahmlegen“
Denn in einer Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD) heißt es: Deutschland muss sich ab der Nacht zum Sonntag auf gefrierenden Regen einstellen. Am Morgen wird Eiskratzen daher wohl unerlässlich sein. Zunächst falle Schnee, dann gehe dieser in gefrierenden Regen über. Eine aus dem Südwesten über das Land ziehende Warmfront bringe die Glatteisgefahr mit sich.
Das fürchtet auch Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Bei Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt gefriert der Regen sofort auf Straßen, Gehwegen und sogar Stromleitungen – eine perfekte Grundlage für spiegelglatte Flächen, sagt er. Besonders betroffen dürfte die Südwesthälfte Deutschlands sein, wo der Wetter-Umschwung zuerst einsetzt.
Jung warnt vor einer „massiven Vereisung“, die Straßen und Gehwege zeitweise unpassierbar macht. Schon in den frühen Morgenstunden könnte sich die gefährliche Lage bis in den Nordosten Deutschlands ausbreiten. Wer sich auf den Weg machen muss, sollte äußerste Vorsicht walten lassen. „Diese Nacht könnte alles lahmlegen“, mahnt Jung.
Wie das Glatteis entsteht und wie sie sich schützen
Doch wie kommt es überhaupt zu dieser gefährlichen Glatteislage? Der Schlüssel liegt laut Dominik Jung in einem meteorologischen Wechselspiel: Kalte Luft am Boden trifft auf warme, feuchte Luft in höheren Schichten. Der daraus resultierende Regen fällt zunächst in gefrorenem Zustand, taut aber beim Aufprall auf die noch gefrorenen Flächen sofort wieder an und bildet gefährliche Eisschichten. Besonders tückisch: Diese Schicht ist oft unsichtbar, weshalb Experten vor einer „tödlichen Rutschpartie“ warnen.
Was können Sie tun? Halten Sie Streusalz oder Sand bereit, verzichten Sie auf unnötige Fahrten und planen Sie Fußwege mit rutschfestem Schuhwerk. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte Winterreifen, eine warme Decke und genügend Treibstoff einplanen. Die Devise lautet: Vorsorge statt Risiko.
In diesen Regionen Deutschlands schlägt das Glatteis besonders zu
Wettertechnisch werde es dann „durchaus unschön“, stimmt auch DWD-Meteorologin Tanja Egerer zu. „Egal ob per Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß sollte man Vorsicht walten lassen und sich den örtlichen Begebenheiten dementsprechend anpassen.“
Ersten Hinweisen nach wird die Glätte laut DWD wohl zwischen Schwarzwald, Bodensee und Bayerischem Wald am gefährlichsten. Der meiste Neuschnee sei am Südrand der westlichen Mittelgebirge zu erwarten, bis zu zehn Zentimeter könnten dort binnen weniger Stunden fallen. Auch am Sonntag sei weiterhin mit Schneefall und gefrierendem Regen zu rechnen, sagte Egerer.
Wie es dann weitergeht? Voraussichtlich wird es noch milder. Doch die Wetter-Prognosen bleiben wechselhaft. (dpa, mke)
Rubriklistenbild: © Harald Tittel/picture alliance/dpa/DWD


