Trinkwasserquelle für Millionen Menschen

Bedrückende Bilder der Wasserkrise: See in Italien einfach verschwunden

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Die Wasserkrise im Süden von Italien spitzt sich immer weiter zu. Auf Sizilien ist der Fanaco plötzlich weg. Es ist der dritte verschwundene See auf der Insel.

Palermo – „Auf Wiedersehen, Fanaco“, schreibt die italienische Zeitung La Repubblica. Es ist ein Abschied, der schmerzt. Der Lago Fanaco auf Sizilien ausgetrocknet und das noch früher als gedacht.

Lago Fanaco auf Sizilien: See trocknet komplett aus – Trinkwasserquelle für Millionen Menschen verschwunden

Nur noch Schlamm und Geröll sind übrig, wo früher ein fast 1,4 Quadratkilometer großer Stausee zwischen den Bergen lag. Und es sind nicht nur die tristen Bilder, die betroffen machen. Der Lago Fanaco wurde 1953 angelegt, um die Region nahe der sizilianisches Hauptstadt Palermo (1,2 Millionen Einwohner) mit Trinkwasser zu versorgen. Neun kleine Städte bezogen ihr Trinkwasser ausschließlich aus dem See.

Der Klimawandel trifft den Süden von Italien und vor allem die Inseln sehr hart. Sizilien kämpft mit einer schweren Wasserkrise, schon erste Reisende wurden weggeschickt. Nach Pergusa und Ogliastro ist der Fanaco schon der dritte See auf der Insel, der einfach verschwunden ist.

Dürre spitzt Wasserkrise im Süden von Italien zu: Gemeinden auf Sizilien rationieren Wasser

Dabei übertrifft die Realität sogar pessimistische Prognosen. Der Katastrophenschutz hatte das Austrocknen des Fanaco für den 20. Juli errechnet, tatsächlich lag er schon fünf Tage vorher brach. Schon im März zeigten Luftbilder, wie schnell es auf einmal ging.

Ausgetrocknet: Links der Lago Fanaco im März 2022, rechts im März 2024.

Auch Teile des größten Sees von Sizilien, dem Simeto, trocknen mittlerweile aus. „In den Stauseen der Insel liegen die tatsächlich nutzbaren Kubikmeter Wasser nur bei 121 Millionen. 33 Millionen weniger als im Vormonat, prozentual sind das Minus 21 Prozent“, rechnet der Corriere della Sera vor. Im Vergleich zum Vorjahr liegt das Minus bei 51 Prozent. Mehrere Gemeinden rationieren das Trinkwasser bereits. Der Katastrophenschutz arbeitet mit Vertretern der Region an einer Lösung. Aber eine dauerhafte gibt es für die Dürre auf Sizilien nicht.

Klimawandel trifft Italien: Wasserquellen versiegen oder sind belastet

Einige Quellen wurden reaktiviert, doch auch sie versiegen oder sind belastet. Im Wasser von Canicattì wurden Sulfate festgestellt, die wieder erschlossene Bubbonia-Quelle wird voraussichtlich in 120 Tagen ausgetrocknet sein. Wenn es nicht noch schneller geht, wie es beim Lago Fanaco war. (moe)

Rubriklistenbild: © Coesione Italia

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