Tödliche Tornado-Superzellen verwüsten mehrere US-Bundesstaaten – sogar Experten überrascht
VonJakob Koch
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Tornado-Superzellen haben mit enormer Kraft Kentucky und Missouri getroffen. Viele Menschen sind verletzt – es gibt 25 Tote. Weitere Unwetter nahen.
St. Louis – Verheerende Tornados haben am Wochenende die südlichen Vereinigten Staaten heimgesucht und mindestens 25 Menschen das Leben gekostet. Besonders betroffen waren die Bundesstaaten Kentucky und Missouri, wo ganze Gemeinden verwüstet wurden, tausende Menschen ohne Strom blieben und die Infrastruktur schwer beschädigt wurde. Und die Prognose sieht düster aus: Der National Weather Service (NWS) warnte, dass die Tornado-Gefahr noch nicht vorüber ist.
Tornado-Superzellen wüten in den USA: Hohe Schäden und steigende Opferzahlen
In Kentucky wurden allein 18 Todesopfer gemeldet, darunter 17 in Laurel County und eine weitere Person in Pulaski County. Missouri verzeichnete sieben weitere Tote, darunter fünf in der Stadt St. Louis. Dort wurden mindestens 5000 Gebäude beschädigt, Dächer abgedeckt und Stromleitungen zerstört. Die verheerenden Schäden wurden durch Tornado-Superzellen verursacht – hochorganisierte, länger andauernde Stürme, die stärkere Winde und größeren Hagel erzeugen als typische Gewitter.
Die Feuerwehr von St. Louis führte Haus-zu-Haus-Suchen durch, um Überlebende zu finden, während Bürgermeisterin Cara Spencer die Situation als „horrend“ beschrieb. „Der Verlust von Menschenleben und die Zerstörung sind wirklich schrecklich“, sagte sie und betonte, dass die Rettung von Leben und die Sicherheit der Bewohner oberste Priorität haben.
Neben den Todesopfern wurden Dutzende Menschen verletzt, viele davon schwer. In St. Louis wurden 38 Verletzte gemeldet, die meisten durch einstürzende Gebäude und umgestürzte Bäume. In Kentucky dauern die Such- und Rettungsmaßnahmen an, da die Behörden befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen könnte.
Schwere Stürme in den kommenden Tagen – weiter hohe Tornado-Gefahr
Die Tornados hinterließen eine Spur der Verwüstung, mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h, die ganze Häuser zerstörten und Fahrzeuge durch die Luft schleuderten. In den schwer betroffenen Gebieten wurden nächtliche Ausgangssperren verhängt, um Plünderungen zu verhindern und die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten. Rund 140.000 Haushalte in Kentucky und Missouri waren zeitweise ohne Strom. Bis Sonntagabend waren noch immer 50.000 Menschen in Missouri und 29.000 in Kentucky ohne Elektrizität, wie die Plattform PowerOutage.us meldete.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Die Tornado-Gefahr ist noch nicht vorüber, warnt der National Weather Service (NWS). Weitere schwere Stürme werden in den kommenden Tagen erwartet, insbesondere in den Staaten Oklahoma, Kansas und Texas. Auch Teile von Nebraska und Colorado könnten betroffen sein. Die Wetterdienste prognostizieren starke Gewitter mit heftigen Windböen, großem Hagel und der Möglichkeit weiterer Tornados.
Außergewöhnlich intensive Tornado-Saison in diesem Jahr – Klimawandel könnte Rolle spielen
Die betroffenen Regionen gehören zu „Tornado Alley“, einem Gebiet in den USA, das besonders häufig von Tornados heimgesucht wird. Obwohl Mai und Juni als Hauptsaison gelten, sprechen Experten von einer überraschend intensiven Tornado-Saison in diesem Jahr. Der Klimawandel könnten laut Wissenschaftlern eine Rolle spielen, indem dieser die Bedingungen für solche extremen Wetterereignisse begünstigt.
Kentuckys Gouverneur Andy Beshear zeigte sich erschüttert über die Ereignisse. „Wir beginnen den Tag mit der traurigen Nachricht, dass wir mindestens 18 Menschen durch die Stürme verloren haben. Leider wird diese Zahl voraussichtlich noch steigen. Bitte beten Sie für die betroffenen Familien“, sagte er in einer Erklärung. Auch Missouris Gouverneur Mike Kehoe sprach von einer „wahrhaft verheerenden“ Situation. Übrigens: Kürzlich gab es auch eine Superzellen-Warnung für Deutschland – sogar mit Tornado-Gefahr.