US-Universtität

Harvard-Gelehrte klagen gegen Trump

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US-Präsident Donald Trump, stehend von links, Senator Ted Cruz, Republikaner aus Texas, und sitzend von links, Unternehmer Elon Musk und sein Sohn X Æ A-Xii besuchen einen Mixed Martial Arts-Kampf bei UFC 314 des Ultimate Fighting Championship in Miami.
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US-Regierung streicht Elite-Universität staatliche Gelder, die Professoren und Professorinnen wollen das nicht hinnehmen. Von Michael Hesse

Professoren der Eliteuniversität Harvard wollen die US-Regierung per Gerichtsbeschluss daran hindern, bis zu neun Milliarden Dollar an staatlichen Zuschüssen und Forschungsaufträgen zu entziehen. Das melden verschiedene US-Medien. In den vergangenen Monaten hat die Regierung von Donald Trump mehreren US-Universitäten staatliche Fördermittel gestrichen. Die Maßnahme ist Teil einer politischen Offensive, mit der die republikanische Regierung nach eigenem Bekunden gegen eine als „zu liberal“ empfundene ideologische Prägung der Hochschulen vorgehen will. So verlor die Universität von Pennsylvania 175 Millionen Dollar, nachdem sie Regelungen zum Hochschulsport erlassen hatte, die trans Personen nicht ausschließen. Noch drastischer traf es die Columbia University in New York: Ihr entzog die Regierung Fördermittel in Höhe von 400 Millionen Dollar. Columbia war im Frühjahr 2024 das Epizentrum propalästinensischer Proteste, die landesweit Aufmerksamkeit erregten. Wie das Wall Street Journal und die New York Times berichten, zieht das Weiße Haus nun in Erwägung, die Universität unter eine richterliche Aufsicht zu stellen. Über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren soll überprüft werden, ob die Hochschule die von der Regierung verlangten Leitlinien übernimmt. Bereits Anfang April hatte die US-Regierung angekündigt, sämtliche Fördergelder und Forschungsaufträge an die Universität Harvard in Höhe von neun Milliarden Dollar auf den Prüfstand zu stellen.

Trumps Vorgehen hatte zu Reaktionen geführt: In einem offenen Brief hatten über 2000 jüdische Professoren, Hochschulbeschäftigte und Studierende in den USA die Regierung scharf kritisiert. Sie werfen Trump vor, Antisemitismus als politisches Instrument zu missbrauchen, um eine autoritäre Kampagne gegen Universitäten, kritisches Denken und politische Gegner voranzutreiben. Insbesondere verurteilten die Unterzeichne die Abschiebung von Studierenden und Wissenschaftlern unter dem Vorwand der Bekämpfung von Antisemitismus.

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