- VonEileen Kelpeschließen
Bereits im dritten Jahr in Folge erlebt Island einen erneuten Vulkanausbruch in der Nähe der Hauptstadt Reykjavik – mit spektakulären Bildern. Droht ein Chaos wie bei Eyjafjallajökull?
Reykjavik – Eruptionen, Rauchschwaden, Lavaströme – auf Island ereignete sich am späten Montagnachmittag ein spektakuläres Naturschauspiel in beeindruckenden Bildern. Unweit der isländischen Hauptstadt Reykjavik sprudelte spritzende Lava aus der Erde, direkt nordwestlich des Berges Litli-Hrútur auf der dünn besiedelten Reykjanes-Halbinsel, teilte die isländische Wetterbehörde Vedurstofa mit. Es ist bereits der dritte Vulkanausbruch innerhalb von zweieinhalb Jahren.
BREAKING 🚨 New footage shows volcano eruption near Iceland’s capital, Reykjavik, with people roaming dangerously close to it pic.twitter.com/kcX0JT4sZi
— Insider Paper (@TheInsiderPaper) July 10, 2023
Spektakuläre Bilder: Folgen des Vulkanausbruchs bei Reykjavik noch nicht absehbar
Bei diesem Ausbruch bildete sich laut der isländischen Wetterbehörde mittlerweile eine rund 900 Meter lange Erdspalte, aus der die Lava strömt. Laut dpa wird eine solche Eruption auch als „Spalteneruption“ bezeichnet, da die Lava in diesem Fall nicht explosionsartig aus einem Krater spritzt, sondern aus einer Erdspalte strömt. Wie lange der Ausbruch dieses Mal dauern wird, ist bislang noch unklar. Die Gefahr für Wohngegenden und wichtige Infrastruktur werde als gering betrachtet, teilte die isländische Regierung mit.
Behörden warnen vor gefährlicher Gasbildung: Touristen sollen Vulkangebiet meiden
Die Wetterbehörde warnte vor starker und gefährlicher Gasbildung, die sich bis in die Hauptstadtregion erstrecken könnte. Reisende sollten das Vulkangebiet meiden, bis Experten die Bedingungen vor Ort beurteilt hätten. Die beiden Ausbrüche 2021 und 2022 hatten viele Vulkanologen, aber auch Wanderer und Touristen angezogen. Experten rechneten bereits mit dem Ausbruch, da bereits tausende Erdbeben im Vorfeld gemessen wurden.
Bislang Entwarnung für den Sommerurlaub: Flugverkehr bleibt geöffnet
Auch wenn die Ausmaße und die Dauer des Ausbruchs noch nicht absehbar sind, gibt die isländische Regierung bislang Entwarnung: Störungen des Flugverkehrs seien aktuell nicht zu befürchten. Der Sommerurlaub sollte dadurch also nicht gefährdet sein. Im Frühjahr 2010 hatte das noch ganz anders ausgesehen: Der Ausbruch des Vulkangletschers Eyjafjallajökull stürzte den internationalen Flugverkehr damals über Tage ins Chaos. (eike/dpa)
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