Waldbrand-Katastrophe in Deutschland: Feuer „eskaliert“ – Ortschaften werden geräumt
VonRobin Dittrich
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Gleich mehrere Waldbrände bereiten den Feuerwehren in Deutschland Probleme. Der Katastrophenfall wird ausgerufen, das Feuer breitet sich weiter aus.
Riesa – Im Zuge der extremen Hitzewelle der vergangenen Tage kam es in mehreren Bundesländern Deutschlands zu Waldbränden. Während wegen des Großbrandes in Thüringen weiterhin gewarnt wird, dehnt sich der Waldbrand in der Gohrischheide weiter aus.
Waldbrand in Gohrischheide „eskaliert“ – Orte in Sachsen evakuiert
In einigen Regionen Deutschlands kletterten die Temperaturen in den vergangenen Tagen auf fast 40 Grad Celsius an. Am Dienstag, dem 1. Juli 2025, war in der Gohrischheide, einem früheren Truppenübungsplatz in Sachsen, ein Brand ausgebrochen. In der Nacht auf Mittwoch habe die Feuerwehr die Flammen eindämmen können, bis Donnerstag hätte sich das Feuer aber wieder deutlich ausgedehnt, wie die Einsatzkräfte berichten.
Über 200 Einsatzkräfte kämpfen bereits gegen die Flammen, die aus Sachsen das benachbarte Brandenburg erreicht haben. Dutzende Bewohner mussten bereits evakuiert werden, der Löscheinsatz läuft den dritten Tag in Folge. Zunächst wurden Menschen aus dem Ort Heidehäuser in Sicherheit gebracht, kurze Zeit später wurde Lichtensee evakuiert. Für diesen Ortsteil habe es in der Nacht auf Donnerstag dann Entwarnung gegeben.
Bereits am Mittwochabend hatte der stellvertretende Gemeindewehrleiter von der Feuerwehr Zeithain, Raiko Riedel, befürchtet, dass die Flammen nach Brandenburg schlagen würden. „Der Brand ist eskaliert“, sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel dann. Es ist nicht der erste Brand in der Gohrischheide, die seit einigen Jahrzehnten ein Naturschutzgebiet ist. Erst im Jahr 2022 hatte sich ein Feuer zum größten Waldbrand in Sachsen seit 30 Jahren entwickelt. Auch in Südfrankreich kam es zu mehreren heftigen Bränden.
Katastrophenfall in Thüringen ausgerufen: Großbrand in mehreren Landkreisen
In Thüringen kam es sogar zu einem Großbrand in mehreren Landkreisen. Auf rund 250 Hektar auf der Saalfelder Höhe erstreckten sich die Flammen dort. Auch am Morgen des 3. Juli 2025 gehen die Löscharbeiten der Feuerwehr weiter. Flammen seien laut eines dpa-Reporters nicht mehr zu sehen, unter Kontrolle sei der Brand aber noch nicht, wie das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt mitteilte. Seit Tagesanbruch seien erneut Löschhubschrauber im betroffenen Gebiet im Einsatz.
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Noch immer ist die Ursache des Brandes unbekannt. Ausgebrochen war dieser am Mittwoch, kurz darauf wurde der Katastrophenalarm ausgelöst. In kürzester Zeit breitete sich der Brand von zehn bis auf 250 Hektar aus, starke Winde spielten dabei eine große Rolle. Der Regen in der Nacht auf Donnerstag hätte keine Entspannung gebracht, gab ein Sprecher des Landratsamtes an. Bewohner in betroffenen Gebieten wurden vor den entstehenden Rauchgasen gewarnt, diese ziehen zum Teil sogar über die bayrische Landesgrenze. Nach der großen Hitze wird vor schweren Gewittern gewarnt. (rd/dpa)