VonGiorgia Grimaldischließen
Nach dem starken Unwetter zieht sich das Hochwasser langsam zurück und hinterlässt Zerstörung. Eine Expertin erklärt, wie Sturmfluten entstehen und warum wir sie häufiger erleben könnten.
Die Sturmflut vom vergangenen Samstag, die an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gewütet hat, gilt als das stärkste Ostseesturmhochwasser seit 1872. Rund 2000 Menschen mussten ihre Häuser wegen Überschwemmungen verlassen und wurden evakuiert. Eine Frau auf Fehmarn starb, zwei Einsatzkräfte wurden leicht verletzt, so die Bilanz der Feuerwehr Schleswig-Holstein.
Besonders in Flensburg, aber auch in Kiel, Damp, Arnis, Maasholm, Eckernförde und Ostholstein hat die Sturmflut schwere Schäden verursacht. Die Landesregierung hat am Montag über Konsequenzen und Hilfsmaßnahmen beraten, der Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte den betroffenen Kommunen Unterstützung zugesagt. Die zuständigen Behörden schätzen die Summe der Schäden bereits jetzt auf eine dreistellige Millionenhöhe.
10 Bilder zeigen, wie es nach der Sturmflut an der Ostsee aussieht




Was ist eine Sturmflut?
BuzzFeed News Deutschland hat bei Expert:innen nachgefragt. Corinna Schrum vom Institut für Küstensysteme des Helmholz-Zentrum Hereon erklärt: „Unter einer Sturmflut verstehen wir durch Windeinfluss erzeugte hohe Wasserstände an den Küsten und in den Flussmündungen, deren Höchstwerte die für die Region festgelegten Grenzwasserstände übersteigen.“
Müssen wir in Zukunft öfter mit Sturmfluten rechnen?
Schrum sagt „Ja, allerdings ist es nicht so einfach“, denn der Wind sei entscheidend und sorge für starke Schwankungen in der Häufigkeit. An der Nordsee werde eine leichte Sturmflut bis zu zehnmal pro Jahr erwartet, eine schwere Sturmflut im Mittel etwa alle zwanzig Jahre.
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Doch auch der Meeresspiegel, der durch den Klimawandel ansteigt, sorge dafür, „dass Sturmfluten langfristig höher auflaufen können, auch wenn keine Veränderung der Sturmaktivität beobachtet wird.“ Die Expertin erklärt es so: „Der Anstieg des Meeresspiegels hebt dabei das Ausgangsniveau an. Der Effekt ist in etwa vergleichbar dem eines Kindes, das in der Badewanne sitzt und versucht, den Fußboden nass zu spritzen. Wenn mehr Wasser in der Wanne ist (Anstieg des Meeresspiegels), muss es weniger heftig planschen (Sturm), um den gleichen Effekt (Fußboden nass, Sturmflut) zu erzielen.“
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(Mit Material der dpa)
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