Berlin - In Deutschland werden immer weniger Wohnungen gebaut. Folge: Die Preise steigen. Der Deutsche Mieterbund warnt vor einer Ghettoisierung einkommensschwacher Schichten.
Angesichts anhaltenden Wohnungsmangels haben Experten vor sozialen Spannungen in Deutschland gewarnt. Nach einer Prognos-Studie, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, wird es im Jahr 2025 in drei Vierteln der deutschen Regionen zu wenig Wohnungen und damit steigende Mieten geben.
Der Deutsche Mieterbund (DMB) warnte vor einer Ghettoisierung einkommensschwacher Schichten und einem Anstieg der Kriminalität. Nach Angaben des DMB werden jährlich 175.000 Wohnungen und damit 200.000 zu wenig gebaut. Werde hier nicht kurzfristig gegengesteuert, müsse mit deutlich steigenden Mieten und “mit der Unbezahlbarkeit angemessenen Wohnraums für immer größer werdende Schichten gerechnet werden“, sagte der Bundesdirektor des DMB, Lukas Siebenkotten. Er kritisierte, “dass der Sozialwohnungsbau nahezu vollständig zum Erliegen gekommen ist“. Zudem forderte er einen deutlichen Ausbau des Angebots altersgerechter Wohnungen.
Die Prognos-Studie sagt für das Jahr 2025 für jede zweite Region Deutschlands ein Wohnungsdefizit und unterdurchschnittliche Einkommen voraus. Am stärksten betroffen seien Niedersachsen, Hessen und Berlin. Ähnlich sei die Lage am Niederrhein, in Teilen des Ruhrgebiets, im nördlichen Baden-Württemberg sowie im Norden und Osten Bayerns. Vor allem Familien, Singles und Rentner würden unter den steigenden Mieten leiden, heißt es in der Studie.
In der Studie wurden die Prognosen zur demografischen Entwicklung mit denen zur Einkommensentwicklung verknüpft. Die Daten werden auf der Ebene der 97 deutschen Raumordnungsregionen ausgewiesen.
DAPD