Ukraine-Krieg

30.000 russische Soldaten verlegt – Ukraine verfolgt konkreten Plan

+
Kursk-Offensive im Ukraine-Krieg: 30.000 russische Soldaten sollen in der russischen Grenzregion im Einsatz sein (Archivbild)
  • schließen

Putin soll immer mehr Soldaten in Kursk einsetzen. Dennoch scheint der Plan der Ukraine, umkämpfte Frontlinien in der Ukraine zu entlasten, nicht erfolgreich zu sein.

Kursk – Eines der Hauptziele der ukrainischen Kursk-Offensive soll die Ablenkung russischer Truppen von stark umkämpften Fronten in der Ukraine sein. Das erklärte der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyi, am Dienstag (27. August) laut Kyiv Independent bei einer Pressekonferenz. Nach Angaben des ukrainischen Oberbefehlshabers soll Russland bereits 30.000 Soldaten in die russische Grenzregion verlegt haben.

Bei dem Forum „Ukraine 2024. Independence“ sagte Syrskyi laut Kyiv Independent, die Präsenz russischer Truppen in Kursk werde weiter zunehmen. Die ukrainische Offensive solle jedoch hauptsächlich darauf abzielen, die Fronten Pokrowsk und Kurachowe in der Ostukraine zu entlasten. Das soll Kiew durch den Einmarsch in der russischen Grenzregion bislang jedoch nicht gelungen sein.

Umkämpfte Front im Ukraine-Krieg: Russland soll trotz Kursk-Offensive Druck im Donbass erhöhen

Über das Ziel der Ukraine sagte Syrskyi am Dienstag: „Der Feind versteht dies und konzentriert sich auf die Pokrowsk-Front, wo seine fähigsten Einheiten konzentriert sind.“ Russland solle daher darauf bedacht sein, den Druck in der Region Pokrowsk zu erhöhen. Der Kreml verstärke die Präsenz an der Front Prokrowsk weiter, erklärte der ukrainische Oberbefehlshaber.

Russischer Vorstoß im Osten der Ukraine – Ukrainischer Vorstoß in Kursk

An der Pokrowsk-Front ist die Lage besonders angespannt. Bereits seit Beginn des Krieges ist die Region stark umkämpft. Die Stadt in der Ostukraine gilt als wichtiger logistischer Knotenpunkt im Ukraine-Krieg. Rund zehn Kilometer sollen die russischen Truppen zuletzt von Pokrowsk, der Stadt im Donbass, entfernt sein. Zuletzt meldete der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte, dass täglich mehr als ein Drittel der russischen Angriffe in der Region in der Ostukraine stattfinden.

Währenddessen gehen auch die Kämpfe in der russischen Grenzregion Kursk weiter. Die Offensive geht in die vierte Woche. Nach Angaben des ukrainischen Oberbefehlshabers soll die Ukraine seit Beginn 100 Siedlungen in Russland eingenommen haben und knapp 1.300 Quadratkilometer vorgerückt sein.

ISW-Bericht über Lage im Ukraine-Krieg: Putin setzt kampffähigste Truppen in der Ostukraine ein

Einem Bericht des Institute for the Study of War (ISW) zufolge soll Russlands Präsident Wladimir Putin seine kampffähigsten Truppen für die Vorstöße in Richtung Pokrowsk einsetzten. Der Kreml versuche, „die Gewinne in Pokrowsk mit der Verteidigung gegen den ukrainischen Einmarsch im Gebiet Kursk in Einklang zu bringen“, so das ISW. Russland soll daher Soldaten aus anderen Regionen abziehen und gleichzeitig die Anstrengungen in den Gebieten um Pokrowsk verstärken, erklärte der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte.

Russisches Vorgehen soll im Einklang mit Putins „Siegestheorie“ im Ukraine-Krieg stehen

Nach Einschätzung des ISW, habe die Pokrowsk-Front für den Kreml „weiterhin Vorrang vor der Zurückdrängung der ukrainischen Kräfte aus dem Gebiet Kursk“. Demzufolge verlege Russland anstelle von Truppen von der Front im Donbass „Reserveeinheiten und Einheiten aus nicht kritischen Frontabschnitten“.

Das Vorgehen, schreibt das Institut, „steht im Einklang mit der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin formulierten Theorie vom Sieg in der Ukraine“. Demnach gehe der Kreml-Chef laut ISW davon aus, „dass die russischen Streitkräfte die Initiative aufrechterhalten und einen ständigen Zermürbungskrieg führen, um die Ukraine und ihre Partner zu besiegen“. (pav)

Kommentare