Aktuelle Lage

Ukraine-Krieg aktuell: Heute neue Verhandlungen – US-Delegation sieht Fortschritte

  • schließen
  • Jens Kiffmeier
    Jens Kiffmeier
    schließen

Rückt ein Ende vom Ukraine-Krieg näher? In Berlin verhandelt Selenskyj mit Donald Trumps Vertretern. Unterstützung kommt aus Frankreich. Der News-Ticker.

Dieser Ticker ist beendet. Weitere Informationen zum Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update, 7:30 Uhr: Selenskyj hat betont, dass es derzeit keinen direkten Dialog mit der russischen Seite gebe. Vielmehr übermittle die amerikanische Seite, die russischen Positionen. Kiew wiederum bespreche mit den USA nicht nur die bilateralen Beziehungen, sondern auch die ukrainische Reaktion auf die „Signale der Russen“. Kompromisse von der russischen Seite seien nur zu erwarten, wenn die USA und andere Verbündete Druck ausübten.

Update, 6:30 Uhr: Russland nimmt heute nicht an den Ukraine-Gesprächen teil. Sollte es demnächst einen zwischen den USA, der Ukraine und den Europäern abgestimmten Friedensplan geben, wird zunächst weiter völlig offen sein, ob und inwieweit Moskau den Vorschlägen zustimmen wird. Vor den jüngsten Gesprächen hatte sich Russland eher argwöhnisch geäußert. Die Beiträge der Europäer und der Ukraine zu Trumps Friedensplan würden „wohl kaum konstruktiv sein“, meinte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow. 

Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Truppenbesuch im Ukraine-Krieg.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 15. Dezember, 5:05 Uhr: Der US-Sondergesandte Steve Witkoff äußert sich nach den mehrstündigen Gesprächen im Kanzleramt mit der ukrainischen Delegation um Präsident Wolodymyr Selenskyj positiv. Heute soll das Ringen der beiden Seiten um eine Friedenslösung für den Ukraine-Krieg weitergehen. Gastgeber Friedrich Merz erwartet am Abend im Kanzleramt zudem zahlreiche europäische Staats- und Regierungschefs, um weiter über den Ukraine-Krieg zu beraten. Sollten sich die Ukraine, die USA und Europa auf einen gemeinsamen Friedensplan einigen, bliebe dennoch eine Frage völlig offen: Wird Russland den Vorschlägen zustimmen?

Update, 22:05 Uhr: Das erste Gespräch zwischen Wolodymyr Selenskyj und den Sondergesandten von Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, ist abgeschlossen. Am morgigen 15. Dezember sollen die Verhandlungen über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs fortgesetzt werden. Der ukrainische Präsident strebt dabei verbindliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine an und kann hierbei auf Unterstützung aus Europa zählen. Selenskyj ist aber offenbar auch zu weitreichenden Zugeständnissen an Putin bereit.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Unterstützung aus Frankreich für Ukraine-Gespräche in Berlin

Update, 19:17 Uhr: Im Vorfeld der Berliner Gespräche über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs hat Wolodymyr Selenskyj mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron telefoniert. Das gab Macron auf der Plattform X bekannt. Er betonte, Frankreich stehe fest an der Seite der Ukraine und werde sich weiterhin für einen belastbaren und dauerhaften Frieden einsetzen, der die Sicherheit und Souveränität der Ukraine sowie Europas langfristig garantiere. Selenskyj bedankte sich unter dem Beitrag und erklärte, beide Seiten arbeiteten eng zusammen und koordinierten ihre Maßnahmen im Interesse der gemeinsamen Sicherheit. Die Gespräche Selenskyjs mit Vertretern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump dauern unterdessen an.

Ukraine greift Russlands Energieversorgung im Ukraine-Krieg an

Update, 18:23 Uhr: Nach Darstellung des ukrainischen Generalstabs haben die ukrainischen Streitkräfte in der Nacht zum Sonntag (14. Dezember) auf der Krim einen mit Treibstoff beladenen Zug mithilfe von Drohnen angegriffen. Der Generalstab informierte darüber über den Kurznachrichtendienst Telegram. In dem veröffentlichten Video ist offenbar der Moment des Einschlags zu sehen, gefolgt von Aufnahmen des in Brand geratenen Zuges. Infolge des Angriffs sei der Pendlerverkehr durch den Ort Jantarnoje auf der Krim eingestellt worden, wie die BBC berichtete.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg beginnen in Berlin

Update, 17:18 Uhr: Die Gespräche über eine mögliche Lösung des Ukraine-Kriegs haben in Berlin begonnen. Das gab der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj um 16:23 Uhr deutscher Zeit in einem Facebook-Beitrag bekannt. Die dazu veröffentlichten Fotos zeigen Selenskyj gemeinsam mit Friedrich Merz an einer Seite eines großen Verhandlungstisches. Ihnen gegenüber sitzt die US-Delegation, angeführt von Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.

Update, 16:08 Uhr: Offensive trotz Ukraine-Verhandlungen: Russische Gleitbombenangriffe haben in Saporischschja mindestens elf Menschen verletzt, darunter zwei Rettungskräfte und einen Polizisten. Gebietsgouverner Iwan Fedorow meldete die Opferzahlen über Telegram, wie die Nachrichtenagentur dpa meldete. Die Angriffe beschädigten einen Supermarkt in einem Wohngebiet, wie Verwaltungsbilder zeigten. Die südostukrainische Großstadt liegt nur 25 Kilometer von der Front entfernt und wird regelmäßig bombardiert. Der Angriff überschattet die Verhandlungen für ein Ende des Ukraine-Krieges, die am Sonntag in Berlin begonnen haben.

Ende vom Ukraine-Krieg in Sicht? Merz begrüßt aktuell Selenskyj zu Gesprächen in Berlin

Update, 14:55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in Berlin zu Beratungen über einen Waffenstillstand im russischen Krieg gegen sein Land eingetroffen. Im Kanzleramt wurde er nach Angaben eines dpa-Reporters von Kanzler Friedrich Merz (CDU) herzlich begrüßt, nachdem zuvor eine US-Delegation mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, dort angekommen war.

Linke fordert vor den Berliner Ukraine-Verhandlungen dauerhaften Waffenstillstand

Update, 14:14 Uhr: Die Linke hat Kiew und Moskau vor den Berliner Ukraine-Verhandlungen zu einem dauerhaften Waffenstillstand aufgefordert. „Wir fordern die russische und ukrainische Regierung auf, das Weihnachtsfest 2025 für einen dauerhaften Waffenstillstand zu nutzen“, heißt es in einem Appell der Partei- und Fraktionsspitzen der Linken. „Die Waffen sollen dort für immer schweigen. Der Tod und die Verletzungen von Männern, Frauen und Kindern und die folgenreichen Zerstörungen müssen endlich beendet werden“, mahnt die Oppositionspartei.

Ein Waffenstillstand sei noch kein vereinbarter Frieden. Unterzeichnet ist der Appell von den Parteichefs Ines Schwerdtner und Jan van Aken, den Fraktionschefs Heidi Reichinnek und Sören Pellmann, Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow sowie Gregor Gysi und Dietmar Bartsch.

Update, 13:37 Uhr: Kaum in Berlin eingetroffen, bringt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj direkt einen Vorschlag für eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg ein. Vor der Presse sagte er, er wolle die US-Unterhändler davon überzeugen, den Frontverlauf im Ukraine-Krieg einzufrieren. „Die gerechteste mögliche Option ist, stehenzubleiben, wo wir sind“, sagte Selenskyj und fügte an: „Es handelt sich um einen Waffenstillstand: Die Parteien bleiben auf ihren Stellungen und versuchen anschließend, alle gemeinsamen Probleme auf diplomatischem Wege zu lösen.“ Weiter sagte der ukrainische Präsident: „Ich weiß, dass Russland dies nicht positiv sieht, und ich würde mir wünschen, dass die Amerikaner uns in dieser Frage unterstützen.“

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Selenskyj aktuell in Berlin eingetroffen

Update, 12:52 Uhr: Die Verhandlungen über ein Ende vom Ukraine-Krieg nehmen Fahrt auf: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll jetzt auch in Deutschland angekommen sein. Das teilt Selenskyjs Büro laut dem Nachrichtensender ntv mit. Dem Bericht zufolge bekundete er bei seiner Ankunft seine Kompromissbereitschaft für die anstehenden Gespräche mit der US-Delegation. Sicherheitsgarantien der USA sowie europäischer und anderer Partner anstelle einer Nato-Mitgliedschaft für sein Land seien ein möglicher Weg, um den Konflikt mit Russland zu beenden, wurde der ukrainische Präsident zitiert.

Ukraine-Krieg aktuell: Grüne kritisieren US-Teilnahme an Verhandlungen – Kiesewetter fordert Stärke

Update, 11:57 Uhr: Die Grünen haben die Teilnahme der USA an den Ukraine-Verhandlungen in Berlin über eine Waffenruhe scharf kritisiert. „Wieder sitzen die USA mit am Tisch und bekommen so die Chance, alles für die Geschäftsinteressen des Trump-Clans zu manipulieren und im Sinne Putins die Linien des Denkbaren zu verschieben“, sagte die Sicherheitsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, der Rheinischen Post.

Von den Berliner Gipfel-Beratungen erwarte sie „schöne Bilder, im schlimmsten Fall“ einen lukrativen „Deal für Trump auf Kosten der Ukraine und Europas, aber keinen Frieden“, sagte Nanni. Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter forderte im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media ein „vehementes“ Handeln gegen Putins „Wunschliste“.

Ukraine-Verhandlungen in Berlin: US-Delegation in Deutschland angekommen

Update, 11:02 Uhr: In der Ukraine setzt Russland seinen Angriffskrieg fort, doch in Berlin starten die Verhandlung über ein Ende der Aggression. So soll eine US-Delegation mittlerweile zu den Beratungen über einen Waffenstillstand mit einer Delegation aus Kiew angekommen sein, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Demnach trafen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, am Vormittag in einem Hotel im Zentrum der Bundeshauptstadt ein. An den Gesprächen sollen auch deutsche Vertreter teilnehmen. Ort und Inhalte der Gespräche waren bislang geheim.

Ukraine-Krieg aktuell: Drohnen setzen Russlands Öl-Lager auf der Krim in Brand

Update, 10:52 Uhr: Bevor die Ukraine-Verhandlungen heute in Berlin starten, hat Kiews Armee erneut russische Öldepots angegriffen. Dabei hat die Ukraine mit einem Drohnenangriff im russischen Gebiet Wolgograd einen Großbrand in dem Öldepot der Stadt Urjupinsk ausgelöst. Gouverneur Andrej Botscharow teilte am Morgen mit, dass benachbarte Häuser evakuiert worden seien. „Nach vorläufigen Angaben wurde niemand verletzt.“ 

Ukraine-Verhandlungen heute in Berlin

Erstmeldung vom 14. Dezember: Kiew/Moskau – Die zwischen Vertretern der USA und der Ukraine geführten Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs werden am Sonntag (14. Dezember) in Berlin fortgesetzt – diesmal mit europäischer Beteiligung. Verhandelt wird zunächst jedoch auf Beraterebene und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. An den Gesprächen sollen auch deutsche Unterhändler teilnehmen.

Die USA hatten zuvor angekündigt, dass der Sondergesandte Steve Witkoff nach Berlin reisen werde. Ort und Zeitpunkt der Beratungen wurden geheim gehalten. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte seine Teilnahme an Gesprächen in Berlin. Noch ist aber offen, ob er schon heute oder erst am Montag anreist. 

Erstmals seit Bekanntwerden des umstrittenen Friedensplans der Regierung von US-Präsident Donald Trump wurde Deutschland als Verhandlungsort gewählt. Anfang Dezember hatte sich Witkoff etwa fünf Stunden lang mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen, um die ursprünglich einmal 28 Punkte des Plans durchzugehen. Putin zeigte sich danach zwar weiterhin zu Verhandlungen bereit, betonte aber, dass Russland auf dem Schlachtfeld die strategische Initiative habe – und seine Kriegsziele auch mit militärischer Gewalt durchsetzen könne, falls eine diplomatische Einigung scheitern sollte.

Bei den Gesprächen in Berlin sind aktuell keine russischen Vertreter dabei. Moskau beobachtet die Entwicklungen aber genau – vor allem mit Blick auf die von Kanzler Friedrich Merz (CDU) vorangetriebenen Pläne einiger EU-Staaten, in Belgien eingefrorene russische Staatsmilliarden für die Unterstützung der Ukraine einzusetzen. Der Kreml lehnte die jüngsten Änderungen der Europäer an dem US-Friedensplan als inakzeptabel ab. Trump wiederum macht Druck auf die Ukraine, einem Friedensabkommen zuzustimmen.

Putin hatte Gebietsabtretungen von den Ukrainern gefordert und dabei auch Territorium für Russland beansprucht, das seine Armee bislang nicht kontrolliert. Selenskyj lehnte die Putin-Forderungen ab – und verwies zuletzt darauf, dass laut Verfassung nicht er, sondern nur das ukrainische Volk per Referendum über derlei Territorialfragen entscheiden könne.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj pocht auf Sicherheitsgarantien

Der ukrainische Staatschef machte einmal mehr deutlich, dass er keine russischen Maximalforderungen erfüllen werde, die einer Kapitulationserklärung seines Landes gleichkämen. „Unsere ukrainische Verhandlungsposition ist stark, weil wir unsere Positionen an der Front, in unserer Rüstungsindustrie und in unserer inneren Stabilität behaupten“, sagte er. Russische Behauptungen zu eroberten Gebieten und Städten in der Ukraine hatte Selenskyj immer wieder als Lügen zurückgewiesen – wie zuletzt in Kupjansk im Gebiet Charkiw, wo er demonstrativ mit geballter Faust für die Kamera posierte.

„Das Wichtigste sind meine Treffen mit Vertretern von Präsident Trump sowie Treffen mit unseren europäischen Partnern und vielen führenden Politikern über die Grundlage des Friedens – eine politische Vereinbarung über die Beendigung des Krieges“, sagte Selenskyj. Ukrainische Experten arbeiteten derzeit an den Details jener Sicherheitsgarantien, die er vor einem möglichen Friedensschluss mit Russland schriftlich fixiert sehen will.

Während die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg angespannt bleibt, steigen Wladimir Putins Verluste weiter. Im Verlauf des vergangenen Tages hat die russische Armee laut Angaben des ukrainischen Generalstabs der Streitkräfte 710 Soldaten verloren. Die Kämpfer wurden entweder getötet oder verwundet. Seit Beginn der jüngsten Kämpfe im Februar 2022 steigen die Verluste im Ukraine-Krieg damit auf etwa 1.188.490 Soldaten. Zudem hat Russland 11.410 Panzer, 23.721 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 35.041 Artilleriesysteme verloren. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © imago

Kommentare