Nach CDU-Wahlsieg

Wolfgang Grupp: Friedrich Merz macht im Umgang mit der AfD einen Fehler

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Kult-Unternehmer und CDU-Wähler Wolfgang Grupp kritisiert die öffentliche Distanzierung des Wahlsiegers Friedrich Merz von der AfD. In einer Demokratie müsse man mit allen sprechen.

Burladingen - Die Bundestagswahl 2025 ist entschieden und die Union steht als Sieger fest, wenn auch mit einem niedrigeren Ergebnis als prognostiziert. Allerdings hat Baden-Württemberg, wie auch der Rest des Landes, die AfD auf den zweiten Platz gewählt, was für Wahlsieger Friedrich Merz (CDU) gewisse Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung bedeutet. Der wahrscheinlich künftige Bundeskanzler hat auf der Wahlparty in Berlin allerdings erneut eine Zusammenarbeit oder gar Koalition mit der AfD strikt ausgeschlossen, was Kult-Unternehmer und CDU-Wähler Wolfgang Grupp als Fehler ansieht.

83 Jahre Wolfgang Grupp: 25 Fotos, die den Unternehmer im Wandel der Zeit zeigen

Wolfgang Grupp früher
Als 27-Jähriger übernahm Wolfgang Grupp 1969 die Geschäftsführung von Trigema. © Trigema-Archiv
Wolfgang Grupp
Meinungsstark war er schon immer. © Trigema-Archiv
Wolfgang Grupp 1997
Grupp führte Trigema bereits in der dritten Generation. © Imago/teutopress
Wolfgang Grupp 1999
Nach seiner Trigema-Übernahme tilgte Grupp alle Schulden und steigerte den Umsatz beachtlich. © dpa/Harry_Melchert
Wolfgang Grupp im Jahr 2000
Grupp machte Trigema zu Deutschlands größtem Hersteller von Sport- und Freizeitbekleidung. © dpa/Norbert_Försterling
Wolfgang Grupp 2002
Anlässlich seines 60. Geburtstags wurde ihm im Jahr 2002 der Ehrenring der Stadt Burladingen für die Verdienste in seiner Heimatstadt verliehen. © Imago/Karo
Manager Wolfgang Gruppmit Ehefrau Elisabeth Tochter Bonita und Sohn Wolfgang
Seit 1988 ist Wolfgang Grupp mit Elisabeth Grupp verheiratet, sie haben zwei Kinder: Bonita (*1989) und Wolfgang Junior (*1991).  © Imago/Karo
Wolfgang Grupp 2004
Schon immer steht Grupp für die Textilindustrie und den Standort Deutschland ein. © dpa/Bernd Weißbrod
Wolfgang Grupp 2004
Am Firmensitz in Burladingen hängt unter anderem ein Gemälde, das Grupp selbst zeigt. © dpa/Patrick Seeger
Wolfgang und Elisabeth Grupp mit Tochter Bonita
Wolfgang und Elisabeth Grupp mit Tochter Bonita bei der Verleihung des Deutschen Gründerpreis 2009. © Imago/Eventpress
Wolfgang Grupp 2010
Heimlich wird er auch der „König von Burladingen“ genannt. © dpa/Carmen Jaspersen
Wolfgang Grupp und Familie 2010
Die Grupps beim Deutschen Gründerpreis 2010. © imago stock&people
Wolfgang Grupp 2012
Schon lange ist Grupp dafür bekannt, Werbebotschaften gezielt zu platzieren und sich ins Gespräch zu bringen. © dpa/Patrick Seeger
Wolfgang Grupp 2012
Am 70. Geburtstag von Wolfgang Grupp kam auch der Trigema-Affe zur großen Feier (2012). © Patrick Seeger/dpa
Wolfgang Grupp 2014
Grupp vor seinem Trigema-Geschäft in der „Mall of Berlin“ (2014). © Imago/photothek
Wolfgang Grupp und Familie 2015
Eröffnung der Richard Wagner Festspiele 2015. © Imago/vistapress
Wolfgang Grupp und seine Frau Elisabeth 2017
Seit 37 Jahren verheiratet, gehen die Grupps Hand in Hand durchs Leben. © Imago/Future Image
Wolfgang Grupp 2019 auf der Feier „100 Jahre Trigema“ mit Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, verlieh im Rahmen der Feier zu 100 Jahren Trigema das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse an Wolfgang Grupp. (2019) © dpa/Philipp von Ditfurth
Wolfgang Grupp 2021
Grupps Gesamtvermögen wurde 2022 auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. © IMAGO/Viadata
Bald ist es an der Zeit, die Firma abzugeben. Ob die Tochter oder der Sohn übernimmt, wird noch bekanntgegeben.
Zum 1. Januar 2024 trat Grupp als Geschäftsführer zurück und übergab das Unternehmen an seine Kinder. © dpa/Bernd Weißbrod
Familie Grupp - Trigema
Der Inhaber gab die Geschäftsführung an seine Tochter Bonita und seinen Sohn Wolfgang Grupp junior ab, Mutter Elisabeth ist als Gesellschafterin im Unternehmen tätig. (Archivbild). © Bernd Weißbrod/dpa
Wolfgang Grupp, der Eigentürmer und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema, spricht im Büro am Firmensitz in Burladingen mit einem Journalisten.
Nach der Übergabe seines Unternehmens verschwindet Kult-Unternehmer Wolfgang Grupp jedoch nicht von der Bildfläche. Er besitzt unter anderem einen eigenen Podcast namens „Mal Grupp gesagt“, in dem er aktuelle Themen aus Wirtschaft und Politik kommentiert. © Bernd Weißbrod/dpa
Bonita Grupp (links) und Wolfgang Grupp (rechts) bei der Verleihung des Deutsche Gründerpreises 2017 im Zollernhof in Berlin.
Bonita Grupp hat indessen in einem anderen Podcast erzählt, dass ihr Vater Wolfgang Grupp noch immer jedes Wochenende in einem Testgeschäft im Allgäu hinter der Kasse steht.  © IMAGO/Eventpress
"Maischberger" - Warum die Union nicht mehr der AfD rede, irritierte Wolfgang Grupp. Seine Tochter Bonita erklärte die Ursachen dafür.
Zudem ist die Familie Grupp regelmäßig zu Gast in Talkshows, wie hier bei der ARD-Show „Maischberger“. © WDR / Oliver Ziebe
Wolfgang Grupp denkt zuletzt viel über sein Leben nach.
Immer wieder äußert sich Wolfgang Grupp auch über sein Privatleben – das jedoch eng mit seiner beruflichen Karriere verbunden ist. Er befinde sich mittlerweile im letzten Abschnitt seines Lebens: „Die Firma ist weggegeben, ich kann jetzt nur noch auf das Ende warten“, sagte er in einem Gespräch mit einem YouTuber. © IMAGO/Uwe Koch

Der ehemalige Chef des Textilherstellers Trigema mit Sitz in Burladingen (Baden-Württemberg) hatte sich im Vorfeld der Wahl deutlich für Merz und die CDU ausgesprochen und war vom Wahlsieg auch nicht überrascht, wie er in der aktuellen Folge seines Podcasts „Mal Grupp gesagt“ erklärt. „Die CDU hätte ich bei 30 und ein oder zwei Prozent mehr erwartet“, erklärt er. „Aber sie war die stärkste Partei, und das hatte ich im Vorfeld schon erwartet.“ Nicht erwartet hätte der Kult-Unternehmer aber eben eine Aussage des Wahlsiegers Merz.

Wolfgang Grupp kritisiert Merz‘ AfD-Abgrenzung – „hätte ich so öffentlich nicht gesagt“

CDU-Chef Friedrich Merz war vor wenigen Wochen in die Kritik geraten, weil er Stimmen der zumindest in Teilen rechtsextremen AfD in Kauf genommen hatte, um im Bundestag eine umstrittene Migrationsabstimmung für sich zu entscheiden. Darauffolgend hatte sich der Kanzlerkandidat der Union aber mehrfach deutlich von der Partei distanziert und eine Zusammenarbeit oder Koalitionsbildung strikt ausgeschlossen. „Dass Herr Merz klar gesagt hat, dass er gegen die AfD ist und dass er mit ihr mit Sicherheit nicht spricht, das hätte ich nicht erwartet“, sagt Grupp in der Podcast-Folge.

Der ehemalige Trigema-Chef sieht diese strikte Abgrenzung sogar als Grund dafür, dass die Union letztendlich weniger Stimmen erlangt hat, als zuvor prognostiziert. „Das hätte ich so öffentlich nicht gesagt“, macht Grupp deutlich. „Ich kann das ja nachher tun, aber ich muss das nicht öffentlich sagen, denn damit bekomme ich natürlich auch Kontrastimmen von denen, die damit nicht einverstanden sind.“ In einer Demokratie müsse man mit allen sprechen und könne nicht sagen, „mit denen will ich nichts zu tun haben“, erklärt Wolfgang Grupp.

Wolfgang Grupp hat auf die Rückkehr von Friedrich Merz gewartet

In der Podcast-Folge erklärt Wolfgang Grupp zudem, dass er während der Merkel-Jahre die CDU nicht mehr gewählt hatte, weil sie seiner Meinung nach zu weit nach links gerückt war. „Ich habe damals die CDU nicht gewählt, sondern die FDP“, führt er aus. „Ich habe klar und deutlich gesagt, dass ich warte, bis Herr Merz wieder zurückkommt, dann werde ich wieder die CDU wählen.“ Friedrich Merz hatte sich einige Jahre lang aus der Politik zurückgezogen und war als Lobbyist und Anwalt tätig.

CDU-Wähler Wolfgang Grupp (l.) sieht Friedrich Merz‘ öffentliche Distanzierung von der AfD als Fehler. (Fotomontage)

Friedrich Merz ist seit einigen Jahren wieder zurück im Politikgeschäft und nach dem Wahlsieg mit großer Wahrscheinlichkeit der nächste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Wolfgang Grupp traut ihm nach eigener Aussage zu, die Union wieder zu höheren Prozentzahlen zu führen, „wenn er auch mit anderen Parteien spricht“. Insgesamt zeigt sich der Unternehmer mit dem Wahlsieg der CDU zufrieden. In Bezug auf eine Koalition nach der Bundestagswahl haben viele andere Unions-Anhänger allerdings klare Präferenzen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/Rolf Vennenbernd/dpa

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