Air Force One nicht fertig: Trump drängt Musk zu radikalen Schritten
VonTadhg Nagel
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Die neue Air Force One ist noch weit von der Fertigstellung entfernt. Trump drängt auf drastische Beschleunigungsmaßnahmen – und beauftragt Musk.
Washington, D.C. – Insidern zufolge ist US-Präsident Donald Trump wütend darüber, dass er in denselben Präsidentenflugzeugen fliegen muss wie seine Vorgänger. Jetzt hat er offenbar Elon Musk beauftragt, Boeing zur Lieferung von zwei neuen Air Force One Jets zu drängen. Diesen Wunsch hatte Trump schon während seiner ersten Amtszeit. Doch das Projekt scheint durch PR-Albträume und technische Probleme zum Scheitern verurteilt.
Laut mehreren Quellen ist Trump angeblich wütend darüber, dass er in denselben Flugzeugen fliegen muss, die seit mehr als 30 Jahren in Gebrauch sind und noch aus der Amtszeit von George H.W. Bush stammen. Eigentlich hatte der Flugzeughersteller Boeing schon während Trumps erster Amtszeit, im Jahr 2018, einen Vertrag für neue Flugzeuge unterzeichnet. Für Aufsehen hatte damals gesorgt, dass die Präsidenten-Jets in den patriotischen Farben Rot, Weiß und Blau lackiert werden sollen – genau wie seine private Boeing, die „Air Trump One“ genannt wird. Und das, obwohl das dunkle Blau thermische Probleme aufwirft.
Trump tobt über alte Air Force One: Musk soll Boeing zur schnelleren Lieferung drängen
Fertig sind die Flugzeuge auch heute nicht. „Die bauen das Ding schon ewig“, beschwerte sich Trump in seinem gemeinsamen Interview mit Musk bei Fox News diese Woche. „Ich weiß nicht, was da los ist“. Einem Bericht der New York Times zufolge, hatte der US-Präsident auch während seiner Auszeit aus dem Amt nicht vergessen. In seinem Büro in Mar-a-Lago habe er stets ein Modell des neuen Präsidentenjets stehen gehabt, heißt es dort.
Elon Musk: Erst US-Schattenpräsident – und jetzt Trump-Gegenspieler?
Trotzdem sehe es jetzt so aus, als wären die Flugzeuge erst zum Ende von Trumps Amtszeit einsatzbereit. Denn das Unterfangen sei von zahlreichen Katastrophen heimgesucht worden. Einerseits habe das Unternehmen PR-Problem gehabt – wegen abgelaufener Sicherheitsüberprüfungen seiner Mitarbeiter und einem Vorfall zu kämpfen, bei dem leere Tequila-Flaschen an Bord eines der Flugzeuge gefunden wurden. Zudem habe es einen technischen Rückschlag gegeben, als winzige Risse in den Strukturen der beiden Maschinen entdeckt wurden. Und nicht zuletzt habe die COVID-Pandemie durch Probleme mit Arbeitskräften und Lieferketten zu den Verzögerungen beigetragen.
Trump fordert niedrigere Sicherheitsstandards: Boeing soll schneller Personal einstellen
Jetzt, so der Bericht, wolle Trump die Sache beschleunigen. Deshalb habe er Musk dazu aufgefordert, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Eine sei die Herabsetzung der Sicherheitsstandards für diejenigen, die an den Flugzeugen arbeiten. Derzeit erfordere die Arbeit an dem Projekt eine hohe Sicherheitsfreigabe, auch als „Yankee White“ bekannt. Sie entspreche dem Maß an Überprüfung, das dem von Militärpersonal entspricht, das mit dem Präsidenten interagiert. Eine Senkung des erforderlichen Sicherheitsniveaus würde das Projekt beschleunigen, weil Boeing dann leichter Arbeitskräfte finden könne. Sie berge aber auch potenzielle Risiken für die nationale Sicherheit.
Auch an anderer Stelle will Musk offenbar sparen. Wie die britische Times schreibt, hat er infrage gestellt, wie viele Flugtests die Flugzeuge wirklich benötigen. Aktuelle und ehemalige Pentagon-Beamte hätten allerdings Bedenken geäußert, dass eine solche Kürzung die Sicherheit gefährden könnte.
Musk stellt Flugtests infrage: Pentagon warnt vor Risiken für die Sicherheit der Air Force One
Bereits im Dezember habe Musk das Boeing-Werk in San Antonio, Texas. Obwohl er zu dem Zeitpunkt noch kein Berater des Weißen Hauses war, habe er versucht, den Produktionsprozess zu beschleunigen. „Die Idee war, dass wir einfach einen Großteil des militärischen Materials herausnehmen und dem Präsidenten ein gut aussehendes neues Flugzeug mit kommerziellen Fähigkeiten und vielleicht einigen minimalen militärischen Upgrades zum Fliegen geben könnten“, so ein ehemaliger Pentagon-Beamter gegenüber der Zeitung.
Inzwischen zieht Trump auch in Betracht, in der Zwischenzeit einen alternativen Luxusjet zu finden, wie The Daily Beast schreibt. Am Samstag (22. Februar) habe er auf dem Palm Beach International Airport eine Boeing 747-8 inspiziert – als Seitenhieb gegen Boeing. Allerdings könne die Umrüstung eines solchen Jets ebenfalls noch zwei Jahre dauern. (tpn)