Ukraine-Krieg

Russische Rakete trifft Nato-Staat: Polen spottet über „speziellen“ russischen Flugkörper 

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Eine russische Rakete landete in einem polnischen Wald nahe der ukrainischen Grenze - mit einem Gefechtskopf aus Beton. In Polen sorgt das für Spott.

München – Im Ukraine-Krieg setzt Russland auch auf den Einsatz von Raketen. Seit Monaten muss die ukrainische Flugabwehr tausende Flugkörper aus Russland abwehren. Immer wieder werden auch Städte getroffen, die nicht direkt an der Front liegen. Auch Lwiw, eine Stadt im Westen der Ukraine direkt an der Grenze zu Polen, gerät immer wieder unter Beschuss.

Bei einem solchen Angriff war bereits im Dezember 2022 eine Rakete irrtümlich in einem Wald in Polen niedergegangen. Die Raketentrümmer wurden erst im April in dem Wald in der Nähe der Stadt Bydgoszcz gefunden. Nun verkündete das polnische Präsidialamt, dass auch der zur Rakete gehörende Gefechtskörper aufgetaucht sei, wie das Nachrichtenportal t-online.de berichtet.

Russlands Raketen im Ukraine-Krieg: Gefechtskopf enthält keinen Sprengstoff

Nach Aussage des polnisches Regierungssprecher hat der Gefechtskopf keinen Sprengstoff enthalten. „Der ist ziemlich speziell, denn er ist aus Beton“, merkte zudem Pawel Szrot, Kabinettschef von Präsident Andrzej Duda, in einer Show des Radiosenders Rmf.fm an. „Diese Rakete kann ohne das Gewicht des Gefechtskopfs nicht fliegen. Also hat jemand dieses Spitzenprodukt russischer Technologie dort eingebaut.“

Möglicherweise wurde der Beton-Gefechtskopf vom russischen Militär lediglich zur Verwirrung der ukrainischen Luftabwehr eingesetzt. Bei der gefundenen Rakete, einer CH-55, handele es sich um eine russische Erfindung aus den 70er-Jahren, die ursprünglich dafür gedacht sei, mit nuklearen Sprengköpfen ausgestattet zu werden. Mit einer Länge von sechs Metern erreicht die Rakete eine Reichweite von etwa 3000 Kilometern, berichtet die Berliner Zeitung.

Eine russische Rakete ist auf polnischem Grund gelandet.

Russische Rakete landet in Polen: Nato-Staat leitet Ermittlungen ein

Der NATO-Staat Polen hatte nach dem Raketeneinschlag sofort mit seinen Ermittlungen zum Hergang des Geschehens begonnen. Hierzu forderte das Land auch Unterstützung vom US-amerikanischen Geheimdienst an.

In dem Interview mit dem Radiosender Rmf.fm lobte Kabinettschef Pawel Szrot jetzt den polnischen Präsidenten: „Diese ganze schwierige Situation zeigt, wie wichtig die Rolle des Präsidenten in unserem Verfassungssystem ist. Er hat sich auf die Seite der polnischen Sicherheitsinteressen gestellt.“ Seiner Meinung nach brauche die Ukraine „Unterstützung, um ihre Freiheit, Souveränität und Unabhängigkeit zu schützen“, berichtet der Radiosender.

Erst kürzlich verkündete Russland, angeblich eine unaufhaltbare U-Boot-Rakete zu entwickeln: Diese soll alle Raketenabwehrsysteme überwinden können.

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