Beim Thema Atomkraft in Deutschland konnten sich die Ampelparteien bis jetzt nicht einigen. Ein Treffen im Kanzleramt sollte dies nun ändern.
Berlin – Der AKW-Kurs der Ampelregierung, ist unklar. Seit Wochen wird in Deutschland über die Zukunft von Atomenergie diskutiert. Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich am Sonntag (16. Oktober) mit Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner getroffen, um eine Lösung im Streit um die Laufzeiten der drei noch verbliebenen Atomkraftwerke auszuloten. Das Treffen ging am Nachmittag zu Ende, über die Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.
AKW-Gipfel der Ampel: Regierungsparteien uneins über Atomenergie
Ein Kompromiss hatte sich bis zum Beginn des Gesprächs nicht abgezeichnet. Die Grünen wollen die beiden süddeutschen Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim 2 bis zum 15. April in Reserve halten und bei Bedarf weiter für die Stromerzeugung nutzen. Das dritte noch verbleibende AKW Emsland hingegen soll zum 1. Januar 2023 endgültig abgeschaltet werden.
Die FDP verlangt angesichts der stark gestiegenen Energiepreise dagegen einen Weiterbetrieb aller drei Kraftwerke bis ins Jahr 2024 und gegebenenfalls die Reaktivierung bereits stillgelegter AKW. Die SPD positioniert sich in dem Streit nicht eindeutig, ist aber eher auf der Seite der Grünen zu verorten. Sie dringt vor allem darauf, eine schnelle, pragmatische Lösung zu finden.
AKW-Gipfel der Ampel: Minister gehen wohl wortlos auseinander
Die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel, teilte via Twitter: „Finanzminister Lindner und Wirtschaftsminister Habeck haben gerade wortlos das Kanzleramt wieder verlassen. Durchbruch beim #AKW Zoff in der Ampel noch nicht in Sicht!“ (dpa/lp)