Neun Jahre Haft

Kreml-Gegner Nawalny in neuem Prozess der Veruntreuung schuldig gesprochen

Der Kreml-Gegner Alexej Nawalny wurde in einem umstrittenen Prozess von einem russischen Gericht der Veruntreuung schuldig gesprochen und zu neun Jahren Haft verurteilt.

Update vom 22. März, 15.45 Uhr: Nach der Verurteilung des bereits inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny zu weiteren Jahren Straflager hat seine Frau Julia ihm den Rücken gestärkt. „Wir sind bereits mehr als 20 Jahre zusammen, und Jahr für Jahr lernen wir, gute Eltern und gute Ehepartner zu sein“, schrieb Julia Nawalnaja auf ihrer Instagram-Seite. „Und wenn wir durchgehend Druck standhalten müssen, dann werden wir auch diese Aufgabe meistern.“

Dazu postete Nawalnaja ein Foto, das sie, Alexej und die beiden gemeinsamen Kinder Darja und Sachar zeigt. „Ich liebe dich, mein teuerster Mensch auf dieser Welt“, beendete die 45-Jährige ihren Beitrag. „Und bereits seit vielen, vielen Jahren höre ich nicht auf, stolz auf dich zu sein.“

Neben den neun Jahren Straflager unter besonders harten Haftbedingungen wurde der Kreml-Kritiker Nawalny zudem zu einer Geldstrafe von 1,2 Millionen Rubel (umgerechnet 8200 Euro) verurteilt, wie die Agentur Interfax meldete.

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny zu neun Jahren Straflager verurteilt

Update vom 22. März, 13.44 Uhr: In dem umstrittenen Prozess gegen den inhaftierten Kreml-Gegner Alexej Nawalny hatte ein russisches Gericht den 45-Jährigen bereits der Veruntreuung schuldig gesprochen. Nun wurde das Strafmaß festgelegt: Der Kreml-Kritiker wurde zu neun Jahren Straflager mit besonders harten Haftbedingungen verurteilt. Nawalnys Anwälte hatten Freispruch gefordert.

Kreml-Gegner Nawalny schuldig gesprochen

Erstmeldung vom 22. März, 9.37 Uhr: Moskau - Der inhaftierte Kreml-Gegner Alexej Nawalny wurde von einem Moskauer Gericht in einem weiteren umstrittenen Prozess schuldig gesprochen. In dem als politische Inszenierung kritisierten Verfahren sprach die Richterin den bekanntesten Gegner von Kreml-Chef Wladimir Putin unter anderem wegen Betrugs in besonders großem Umfang für schuldig. Das meldete die Agentur Interfax am Dienstag (22. März) aus der Verhandlung.

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny sitzt bereits eine zweijährige Haftstrafe ab.

Kreml-Gegner Nawalny in neuem Prozess der Veruntreuung schuldig gesprochen

Nawalny habe sich auf dem „Weg der Täuschung und des Missbrauchs von Vertrauen das Vermögen von Fremden“ erschlichen, so die Richterin Margarita Kotowa. Das Strafmaß für den 45-Jährigen war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Veruntreuung und Missachtung von Gerichtsauflagen in der vergangenen Woche 13 Jahre Haft für den Oppositionellen gefordert. Nawalnys Anwälte fordern Freispruch.

Verantworten musste sich der zweifache Familienvater diesmal wegen angeblicher Veruntreuung von Geldern für seine inzwischen in Russland verbotene Anti-Korruptionsstiftung und wegen Beleidigung einer Richterin in einem früheren Verfahren. Nach Angaben seines Teams hatten ihm bis zu 15 Jahre Haft gedroht.

Erneuter Schuldspruch Nawalnys: Menschenrechtsorganisationen verurteilen den Prozess

Der Putin-Gegner Nawalny sitzt in der 100 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Strafkolonie eine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen Betrugs ab, zu der er vor gut einem Jahr in einem anderen Prozess verurteilt worden war.

In dem neuen Verfahren wird Nawalny vorgeworfen, an seine politischen Organisationen gezahlte Spendengelder für persönliche Zwecke genutzt zu haben. Nawalny und seine Anwälte weisen die Vorwürfe zurück und sprechen von „politischer Verfolgung“. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International verurteilten den Prozess als Farce. (dpa/Afp/jsch)

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