Staatsoberhaupt äußert sich

Steinmeier-Statement zum Ampel-Aus: „Nicht die Zeit für Taktik“

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Die Ampel ist am Ende, Scholz hat Lindner entlassen. Nun äußert sich Bundespräsident Steinmeier zur Regierungs-Misere. Die deutsche Politik steuert auf unruhige Wochen zu.

Update, 11.15 Uhr: In seinem kurzen Statement sagte Steinmeier zum Ampel-Aus: „Unsere Verfassung hat Vorsorge getroffen für den Fall, der jetzt eingetreten ist.“ Der Bundespräsident müsse nun entsprechend handeln. „Das Ende einer Koalition ist nicht das Ende der Welt, es ist eine Krise, die wir hinter uns lassen müssen.“

Update, 11.08 Uhr: Steinmeier kündigt an, dass er Christian Lindner am Nachmittag entlassen werde. „Es ist nicht die Zeit für Taktik. Sondern die Zeit für Vernunft und Verantwortung“. Er wartet von allen, dass sie den „Voraussetzungen“ gerecht werden. Wenn ihn der Bundeskanzler nach der Vertrauensfrage darum bittet, die Regierung aufzulösen, wird er der Bitte nachkommen.

Update, 11.06 Uhr: Bundespräsident Steinmeier erklärt nun das Ende der Ampel und spricht von einer „politischen Krise“, die Deutschland nun hinter sich lassen müsse.

Erstmeldung: Berlin – Am Tag der US-Wahl gab es in Berlin den großen Knall: Die Ampel ist am Ende, Olaf Scholz (SPD) hat Finanzminister Christian Lindner (FDP) entlassen. Die großen Pläne der Regierung aus SPD, Grüne und FDP? Ein Scherbenhaufen, der nun von den verbleibenden Koalitionsmitgliedern zusammengekehrt werden muss. Inmitten des Chaos um die Ampel wird sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Vormittag zur politischen Lage äußern. Für 11 Uhr ist ein Statement geplant. Am Nachmittag sollen dann mehrere Minister entlassen und neue ernannt werden.

Steinmeier äußert sich zum Ampel-Aus: Lindner und andere Minister vor Entlassung

Das beispiellose Zerwürfnis zwischen Kanzler Scholz und Christian Lindner und das Ampel-Aus hatten sich seit Tagen abgezeichnet. Um in der Folge dennoch einen fließenden Übergang zu gewährleisten, soll ein enger Vertrauter des SPD-Politikers die Geschäfte im Finanzministerium übernehmen: Der bisherige Wirtschaftsberater von Bundeskanzler Olaf Scholz, Jörg Kukies, wird der Nachfolger von Lindner. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Zuvor hatten ARD und Bild darüber berichtet.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußert sich zum Ende der Ampel. Zudem wird er Christian Lindner entlassen und neue Minister ernennen. (Archivbild)

Bundespräsident Steinmeier wird Lindners Nachfolger wohl noch am Nachmittag ernennen. Für Überraschung am Donnerstagmorgen sorgte indes Volker Wissing. Trotz des Endes der Ampel will der Politiker bis zur geplanten Neuwahl im Amt bleiben und tritt aus der FDP aus. Olaf Scholz habe ihn gefragt, ob er bereit sei, das Amt unter den neuen Bedingungen fortzuführen, sagte Wissing in Berlin. Er habe darüber nachgedacht und dies Scholz gegenüber bejaht.

Steinmeier kündigt Statement: Aus der Ampel stellt Regierung vor Herausforderung

Steinmeier wird in seinem Statement wohl versuchen, die verbleibende Regierung auf die kommenden Monate einzuschwören. Mit dem Ampel-Bruch gibt es vorübergehend eine Rückkehr zu Rot-Grün – das erste Mal seit 2005. Die Regierung hat allerdings keine Mehrheit im Parlament. Sie soll auch nur für eine Übergangsphase bestehen, von der man noch nicht genau weiß, wie lange sie dauern wird. Am 15. Januar will Scholz die Vertrauensfrage im Bundestag stellen, um eine Neuwahl herbeizuführen.

Die CDU/CSU-Opposition fordert indes eine deutlich schnellere Neuwahl als von Bundeskanzler Scholz angestrebt. Die Wahl wäre in der zweiten Januar-Hälfte möglich, sagte der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz in Berlin. „Dafür reicht die Zeit, dafür reichen die Vorbereitungsarbeiten in allen Parteien, in allen Wahlkreisen. (…) Es gibt überhaupt keinen Grund, jetzt noch bis in das Frühjahr des nächsten Jahres hinein zu warten.“ Die internationalen Reaktionen auf das Ende der Ampel ließen nicht lange auf sich warten.

Wagenknecht äußert sich zu Ampel-Aus: Sofortiger Einstellungs- und Beförderungsstopp gefordert

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht fordert nach dem Ampel-Bruch einen sofortigen Einstellungs- und Beförderungsstopp in den Bundesministerien. „Jetzt darf es nicht noch eine ‚Operation Abendsonne‘ geben, in der die gescheiterten Ampel-Minister ihre Parteisoldaten mit Beförderungen in den letzten Wochen belohnen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. (fbu/dpa)

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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