Scholz entlässt Lindner

Vertrauensfrage nach Ampel-Beben: Wie es mit der Koalition jetzt weitergehen kann – die Szenarien

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Scholz feuert Lindner und stellt die Ampel-Koalition vor einer Zerreißprobe. Wie geht es nach dem Krisentreffen heute Abend weiter?

Update vom 6. November, 23.22 Uhr: Die FDP zieht all ihre Minister aus der Bundesregierung zurück. Das kündigte Fraktionschef Christian Dürr in Berlin an. Damit beendet die FDP das Dreierbündnis der Ampel-Koalition.

Update vom 6. November, 22.17 Uhr: Die CSU im Bundestag fordert angesichts des Scheiterns der Ampel-Koalition schnelle Klarheit für eine vorgezogene Bundestagswahl. „Es braucht die Vertrauensfrage so schnell wie möglich“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte hinzu: „Regierungsvakuum ist keine Option für Deutschland. Wir sind bereit für schnelle Neuwahlen.“

Lindner weist Scholz Schuld am Scheitern der Ampel-Koalition zu

Update vom 6. November, 22.03 Uhr: Die FDP werde weiterhin dafür kämpfen, im nächsten Jahr Teil einer neuen Regierung zu sein, sagte Lindner abschließend.

Update vom 6. November, 22.02 Uhr: Vor der Presse sagte Christian Lindner soeben, dass Olaf Scholz die wirtschaftlichen Sorgen der Bevölkerung „lange verharmlost“ habe. Die Gegenvorschläge des Kanzlers seien „matt und unambitioniert“, und würden keinen Beitrag zu einer Wirtschaftswende beitragen. Scholz habe am Mittwochnachmittag von Lindner „ultimativ verlangt“, die Schuldenbremse auszusetzen.

Habeck über Ampel-Krise: Werden Weg für Neuwahlen „zügig“ freimachen

Update vom 6. November, 21.55 Uhr: In Berlin erklärte Robert Habeck, dass der Tag nach der US-Wahl nun mit dem „Bruch der Ampelregierung“ ende, fühle sich „falsch und nicht richtig an“. Es sei nicht notwendig gewesen, kritisierte Habeck. Möglichkeiten habe es gegeben. Man werde den Weg für Neuwahlen „zügig“ freimachen, sagte er weiter. Im Frühjahr wird Deutschland demnach über eine neue Regierung abstimmen.

Update vom 6. November, 21.46 Uhr: Scholz sei sich mit Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) einig, dass Deutschland schnell Klarheit über den weiteren politischen Kurs brauche, sagte er am Abend in Berlin. In den Sitzungswochen des Bundestags bis Weihnachten wolle er alle Gesetze zur Abstimmung stellen, die keinen Aufschub duldeten. Dazu gehören nach seinen Worten die Stabilisierung der Rente sowie Sofortmaßnahmen für die Industrie.

Nach Lindner-Rausschmiss: Scholz will Vertrauensfrage Mitte Januar stellen

Update vom 6. November, 21.37 Uhr: Bundeskanzler Scholz will am 15. Januar die Vertrauensfrage stellen. Demnach könnte es im März 2025 Neuwahlen geben.

Update vom 6. November, 21.28 Uhr: Die Ampel-Krise spitzt sich dramatisch zu. Die Entlassung von Christian Lindner sei nötig gewesen, um Schaden von Deutschland abzuwenden, sagte Olaf Scholz soeben vor der Presse in Berlin. Noch am Nachmittag habe er der FDP ein Angebot zur Schließung der Haushaltslücke unterbreitet, was jedoch abgelehnt worden sei. Lindners mangelnde Lösungsbereitschaft wolle Scholz dem Land „ersparen“. „Sachfremd“ und „zu oft“ habe Lindner taktiert und Scholz‘ Vertrauen gebrochen.

Krisengipfel im Kanzleramt: Zukunft der Ampel-Koalition steht auf dem Spiel

Erstmeldung: Berlin – Die Zukunft der Ampel-Koalition steht auf dem Spiel und wird sich heute Abend entscheiden. Nach mehreren Versuchen, ihre tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten zu klären, treffen sich die führenden Vertreter der Ampel-Koalition seit 18 Uhr im Koalitionsausschuss. Neben dem Kanzler sind auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Finanzminister Christian Lindner (FDP) und weitere Minister sowie die Führungskräfte der Ampel-Fraktionen und -Parteien anwesend.

Olaf Scholz (SPD) ist der Gastgeber der Gespräche im Kanzleramt. Die Atmosphäre wird als „ernst und durchaus angespannt“ beschrieben, so ein Koalitionspartner gegenüber der dpa. Das heutige Ampel-Treffen soll Aufschluss über die politische Zukunft Deutschlands geben. Die Koalition, bestehend aus Scholz, Habeck und Lindner, ist in Bezug auf Wirtschafts- und Finanzpolitik stark gespalten. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung hat Finanzminister Lindner dem Kanzler bereits Neuwahlen vorgeschlagen, was Scholz jedoch ablehnte, wie Table.Media am Abend berichtete. Stattdessen entließ der Kanzler seinen Finanzminister.

Krisen-Treffen heute zur Ampel-Zukunft: Lindner kokettiert mit Neuwahlen und Koalition-Bruch

In den letzten Monaten hat Finanzminister Lindner durch mehrere Alleingänge die Möglichkeit eines Ampel-Bruchs erhöht. Zuletzt veröffentlichte er ein eigenmächtiges Papier zur liberalen „Wirtschaftswende“. Mit seiner Wirtschaftsvision, die sozial- und klimapolitische Positionen der Ampel-Koalitionspartner Grüne und SPD völlig außer Acht lässt, macht Lindner das Ende der Ampel noch wahrscheinlicher. Lindners Papier schlägt unter anderem Kürzungen beim Bürgergeld, Steuersenkungen für Unternehmen und Lockerungen der Klimavorgaben vor.

Die Ampel-Krise spitzt sich dramatisch zu.

Eine Einigung zwischen den Ampel-Koalitionspartnern scheint derzeit unwahrscheinlich. Aber welche Optionen gibt es, wenn SPD, Grüne und FDP keine gemeinsame Lösung finden? Eine Möglichkeit wäre, dass die FDP die Koalition verlässt oder Kanzler Scholz die FDP-Minister entlässt. In diesem Fall müssten sich SPD und Grüne fragen, wie sie ohne eine Mehrheit im Parlament regieren können.

Minderheitsregierung nach Ampel-Aus? SPD und Grüne mit wenig Rückhalt im Parlament

Angesichts der derzeit bundesweit eher ablehnenden Haltung gegenüber den politischen Ideen von SPD und Grünen wäre eine Minderheitsregierung kaum handlungsfähig, sollte das Ampel-Aus tatsächlich eintreten. „Eine Minderheitsregierung anzuführen, wird sehr schwer sein, da die übrigen Parlamentsparteien nicht bereit sein werden, dieser Regierung zu Mehrheiten zu verhelfen“, so Stefan Marschall, Politikprofessor an der Universität Düsseldorf, gegenüber Focus.

Insbesondere in Bezug auf das Milliardenloch im Haushalt 2025 wäre eine Einigung mit einer Minderheitsregierung äußerst schwierig. Die Union drängt bereits auf Neuwahlen und würde wahrscheinlich wenig Bereitschaft zeigen, SPD und Grünen zu Mehrheiten im Parlament zu verhelfen.

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Vertrauensfrage von Kanzler Scholz und Neuwahlen nach Ampel-Ende

Das wahrscheinlichere Szenario nach einem Ampel-Ende wären Neuwahlen. Laut Politikwissenschaftler Marshall würde eine solche Neuwahl jedoch erst in einigen Monaten stattfinden: „Der Kanzler kann die Vertrauensfrage stellen, der Bundestag kann darüber frühestens 48 Stunden nach Einreichung des Antrags entscheiden. Lehnt der Bundestag den Antrag ab und der Bundeskanzler beantragt die Auflösung des Parlaments beim Bundespräsidenten, hat dieser 21 Tage Zeit, den Bundestag aufzulösen und Neuwahlen anzuberaumen.“

In Deutschland wird von einer Vertrauensfrage im Sinne von Art. 68 Grundgesetz (GG) gesprochen, wenn der Bundeskanzler beim Bundestag den Antrag stellt, ihm das Vertrauen auszusprechen. Sollte die FDP tatsächlich aus der Koalition ausscheiden, wäre dies das wahrscheinlichste Szenario und Kanzler Scholz würde die Vertrauensfrage wahrscheinlich noch vor Weihnachten stellen. In der politischen Szene Berlins wird bereits der 9. März 2025 als mögliches Datum für Neuwahlen gehandelt. Dies wäre etwa ein halbes Jahr vor der eigentlichen Bundestagswahl, die für den 28. September 2025 geplant ist. (Redaktion mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Hannes P. Albert/dpa

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