Biographie

Angela Merkels Biographie offenbart ein gefährliches Vermächtnis

Die ersten Seiten der Memoiren erscheinen. Manchmal schärfer als erwartet. Steckt da noch Sprengkraft für den Merz-Wahlkampf drin?

Politik heißt manchmal, sich bis aufs Äußerste zu verstellen. Das hat neulich recht gut geklappt mit Angela Merkel und Friedrich Merz. Zum 70. Geburtstag der Altkanzlerin hatte der CDU-Chef in Berlin einen Festakt auszurichten. Man weiß, dass sich beide seit Jahrzehnten nicht mögen, sich eher belauern, Merz nannte Merkels letzte Amtszeit einst „grottenschlecht“. Jenen Septemberabend überstanden beide aber unfallfrei: Lobreden, Blumen, Händedruck, ab und zu ein verschmitztes Lächeln. „Jeder weiß, dass wir Höhen und Tiefen hatten“, sagt sie nur.

Merkel-Biographie gibt Anlass zu Sorge in Union

In der Union denkt man gern an den Abend mit der „lieben Angela“ und dem „lieben Friedrich“ zurück. Denn es gibt Mut für die Tage, die nun vor CDU und CSU liegen: Merkel wird nächste Woche ihre Autobiografie vorlegen, und in der Union geht die Sorge um, wie scharf sie ausfallen wird. Es gäbe ja einiges an Abrechnungspotenzial, vor allem nach den Verwerfungen um Merkels Migrationspolitik und nach den Kurswechseln, die Merz der CDU verordnet hat. Kurz gesagt: Weite Teile der Union hadern mit ihrer Kanzlerin, beißen sich nur mühsam auf die Zunge, und sie bleibt fast allen CDU-Terminen auffällig fern.

Angela Merkel - Ende einer Ära: Die skurrilsten Bilder der Bundeskanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel grinst in die Kamera: Lustige und skurrile Fotos der Kanzlerin
Ob als Tier-Freundin, Bier-Freundin oder einfach als Politikerin im Bundestag: Merkel war in ihren 16 Jahren Amtszeit stets eine gesuchtes Fotomotiv - und auch davor schon. Zu ihrem Abtritt nach der Bundestagswahl wird es Zeit, die lustigsten, schönsten und skurrilsten Foto-Momente der langen politischen Karriere der Kanzlerin noch einmal Revue passieren zu lassen.  © Imago
Angela Merkel und die Tiere: eine große Liebe - Die Bundeskanzlerin trägt gleich mehrere, bunte Papageien auf ihrem Kopf.
Blättert man durch die alten Bilder der scheidenden Bundeskanzlerin, wird schnell klar: Angela Merkel ist häufig von schrägen Vögeln umgeben. Manchmal finden die sogar den Weg auf ihren Kopf. © Franzi Zöger/dpa
Angela Merkel zeigt wenig Begeisterung. Vor ihr sitzt ein großer Vogel.
Angela Merkel hat einen Vogel. Nein, das ist nicht beleidigend gemeint, das ist wirklich so: 2007 übernahm Merkel die Ehrenpatenschaft für diesen ausgestopften Seeadler im Berliner Naturkundemuseum.  © Peer Grimm/dpa
Komm zu Mutti! Angela Merkel und die Tiere verbindet eine große Liebe...
Auch im Pinguin-Gehege auf Stralsund gibt Angela Merkel den Ton an. Hier besucht sie ihren Paten-Pinguin „Alexandra“. Das Tier watschelt eifrig zum Fisch. Ob es geahnt hat, dass es sein Futter von der mächtigsten Frau der Welt bekommen hat?  © Stefan Sauer/dpa
Angela Merkel mit Gans Helga auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung
Offenbar reicht Angela Merkels Liebe zum Federvieh noch in die Zeit vor ihrer Kanzlerschaft zurück. Schon 2001 kreuzten sich ihre Wege mit der Diepholzer Gans „Helga“. Die gab‘s geschenkt. War das der Anfang einer langen Freundschaft?  © dpa
CDU-Politikerin Angela Merker steht vor einem Berg gebratener Hühner und zückt einen Spieß mit Hendl.
Ganz nach dem Geschmack von Angela Merkel: Allerdings handelt es sich hier (zum Glück für Helga) nicht um eine Gans, sondern um ein Grillhähnchen, das die Kanzlerin beherzt auf ihre Gabel spießt.  © Johannes Eisele/dpa (zugeschnitten)
Angela Merkel beim Neujahrsempfang: Merkel hat schon glücklicher ausgesehen - Wildschweinbraten für die Kanzlerin
Etwas skeptisch blickt die Kanzlerin beim Anblick dieses gebratenen Wildschweins drein. Nur zu verständlich, wirkt das Ungetüm doch etwas befremdlich. Da zieht es Angela Merkel eher in die Natur, zu lebenden Tieren... © Stefan Sauer/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Kühe und formt mit den Händen eine Raute
Da scheinen der Bundeskanzlerin lebendige Tiere lieber zu sein. Dem tierischen Publikum präsentiert die Kanzlerin die unverwechselbare „Merkel-Raute“. Daumen an Daumen, Zeigefinger an Zeigefinger. Die Rinder schauen interessiert zu ihr hinüber. © Axel Heimken/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch in Neuseeland: Sie streichelt mit der Hand über einen Kiwi-Vogel und macht eine Schnute.
Dass die Bundeskanzlerin ein Händchen für Tiere zu haben scheint, zeigt sie auch auf diesem Foto. Angela Merkel streichelt den Coromandel Brown Kiwi „WhauWhau“. Eine Grimasse gibt es obendrauf. © Kay Nietfeld/dpa
Frankreich, Paris: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beugt sich bei der Betrachtung einer Skulptur nach vorne. Sie kommt zu einem offiziellen Abendessen zum Gedenken an den Waffenstillstand von 1918.
Aber selbstverständlich hatte Angela Merkel in ihrer Politik-Karriere nicht nur mit seltsamen Vögeln zu tun. Sie beschäftigte sich auch mit Kunst und Kultur. Bei diesem Besuch in Paris schien sich die Kanzlerin ganz besonders Mühe zu geben. © dpa/Ian Langsdon
Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft US-Präsident Donald Trump in Washington
Angela Merkel ist dafür bekannt, stets die Ruhe zu bewahren und sich ihre Gefühle nicht anmerken zu lassen. Das gelang ihr auch wirklich fast immer. Fast. © Kay Nietfeld/dpa
Donald Trump küsst Angela Merkel
„Sie hatten auch gute Zeiten“ - das sagt man oft über Paare, die sich auseinandergelebt haben. Dieses Foto lässt vermuten: Vielleicht herrschte auch zwischen Merkel und Trump nicht stets nur Eiszeit. © Christian Hartmann/dpa
Angela Merkel flüstert Donald Trump zu
Geheime Absprachen beim G7-Gipfel in Frankreich? Wohl kaum. Und trotzdem hätte uns ja interessiert, was Merkel ihrem amerikanischen Kollegen hier zugeraunt hat... © Michael Kappeler/dpa
Angela Merkel und der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl sitzen bei einem Parteitag der CDU nebeneinander.
„Mein Mädchen“ nennt CDU-Chef Helmut Kohl Angela Merkel lange Zeit. 1991 wird Merkel zu seiner Stellvertreterin gewählt. Später distanziert sich die CDU-Politikerin von ihrem Mentor.  © Michael Jung/dpa
Angela Merkel mit den CSU-Politikern Goppel und Hasselfeldt bei ein paar Bier
Zwischen Schwestern kann es schon einmal krachen - und so auch zwischen Schwesterparteien. Die Beziehung von Angela Merkel zur CSU war daher nicht immer ganz so harmonisch, wie dieses Bild aus dem Bierzelt es vermuten lässt.  © Stefan Puchner/dpa
Angela Merkel, damalige Bundesumweltministerin posiert am 1 Oktober 1996 mit Bier einem Kasten Merkel-Bier. (Aufnahmedatum geschätzt)
Quality time in bayerischen Bierzelten ist das eine - ein Kasten „Merkels Bier“ das andere. Darauf ein kräftiges Prosit! © Hermann J. Knippertz/Imago
Angela Merkel verzweifelt
Ob Merkel wohl zu viel ihres eigenen Biers getrunken hat? In diesem Foto wirkt es auf jeden Fall so, als hätte sie ein wenig Kopfweh. Aber wen kann das wundern, wenn man die Geschicke einer ganzen Nation zu verantworten hat...  © Weckelmann/Imago
Angela Merkel mit Boxhandschuh
In der Politik wird mit harten Bandagen gekämpft. Und Angela Merkel - da brauchen wir nicht erst diesen Schnappschuss - hat ihre Durchsetzungskraft während ihrer Karriere unzählige Male unter Beweis gestellt.  © Bernd Settnik/dpa
Angela Merkel hält einen Handball
Angela Merkel gilt als großer Fußballfan. Und wie sieht es mit Handball aus? Wir erspüren eine leichte Skepsis bei der Betrachtung des Spielgeräts... © Michael Kappeler/dpa
Angela Merkel und Horst Seehofer
Wir sind zurück im Bierzelt. Ob Angela Merkel und Horst Seehofer sich hier getroffen haben, um einen Blinzel-Wettbewerb auszutragen?  © Sven Hoppe/dpa
Angela Merkel und Barack Obama
Dieses Foto machte 2015 rund um den G7-Gipfel Schlagzeilen: Angela Merkel gestikuliert, Barack Obama scheint in seiner charakteristisch entspannten Art und Weise die gute Bergluft zu genießen. Da bekommt man fast Lust auf eine Berg-Wanderung mit den beiden Politikern... © Michael Kappeler/dpa
Angela Merkel
Eine Bundeskanzlerin, die Kindern die Zunge rausstreckt? Keine Sorge, hier ging alles gesittet zu. Das Foto stammt aus dem Jahr 2018 - damals besuchte Merkel eine Schule in Beirut - und gab mit den Kindern ein Lied zum Besten, bei dem sie die englischen Wörter für Mund, Nase, Ohren und Co sangen und dabei die entsprechenden Körperstellen berührten. Als die Kinder dann ihre Zunge rausstrecken verschloss sich Merkel dem Spaß nicht und tat es auch.  © Kay Nietfeld/dpa
Angela Merkel und Mesut Özil
Angela Merkel und die Fußball-Nationalmannschaft pflegen ein besonderes Verhältnis. Bei wichtigen Spielen in der Vergangenheit jubelte die Kanzlerin von der Tribüne, nach dem Spiel gratulierte sie den Spielern in der Kabine. Auch, wenn diese wie hier nur spärlich bekleidet sind. © Guido Bergmann/dpa
Angela Merkel und die Nationalmannschaft
Mitten drinnen statt nur dabei: Angela Merkel und der damalige Bundespräsident Joachim Gauck feierten 2014 gemeinsam mit der Nationalmannschaft den Sieg des WM-Pokals.  © Guido Bergmann/dpa
Angela Merkel sucht
Nach 16 Jahren Kanzlerschaft kennt Merkel vermutlich jeden Zentimeter des Reichstags-Gebäudes. Trotzdem scheint sie auf diesem Foto etwas verloren zu haben. Was es war und ob sie es wiederfand ist nicht überliefert.  © Robert Schlesinger/dpa
Angela Merkel
Ein interessanter Schnappschuss ist hier gelungen: Die Seite von Angela Merkel, die sich in der Oberfläche eines Glaskastens spiegelt, verleiht dem Bild im ersten Moment einen fast picassoesken Touch.  © Julian Stratenschulte/dpa
Angela Merkel und das Internet
Angela Merkel und das Internet © Marcel Mettelsiefen/dpa
Angela Merkel
Während ihrer Kanzlerschaft musste sich Angela Merkel fortwährend gegen Kritiker behaupten. Doch nicht nur im sprichwörtlichen Sinne musste sich die Kanzlerin manchmal dem Gegenwind stellen - auch die Natur hatte es ab und an ganz buchstäblich auf sie (und ihre Frisur) abgesehen.  © Stefan Sauer/dpa
Angela Merkel Sixt-Werbung
Nicht nur politische Widersacher arbeiteten sich an der Bundeskanzlerin ab, auch die Werbebranche nahm Angela Merkel immer wieder aufs Korn. So wie der Autovermieter Sixt, der einen neuen Frisur-Vorschlag auf Plakate druckte.  © Sixt/dpa
Angela Merkel
50 Minister dienten Angela Merkel in vier Kabinetten. Die Bundeskanzlerin zeigte in den 16 Jahren die Richtung der Regierung an. Zehn Mal in Folge kürte das Forbes-Magazin die gebürtige Hamburgerin zur mächtigsten Frau der Welt.  © Marc Strohfeldt/dpa
Merkel mit Lemur
Auch mit exotischen Tieren scheint die Bundeskanzlerin umgehen zu können. Der Katta auf Merkels Schulter sieht sieht so aus, als würde er sich auf dem tropengrünen Blazer der Bundeskanzlerin pudelwohl fühlen.  © Jens Büttner/dpa
Angela Merkel bei Pressekonferenz
Fußball-Star Cristiano Ronaldo sorgte bei der Europameisterschaft 2021 für Aufsehen. Bei einer Pressekonferenz schob er die Flaschen des Sponsors Coca-Cola beiseite und forderte Wasser. Das Unternehmen musste daraufhin einbrechende Aktienkurse hinnehmen. Ob Angela Merkel vielleicht lieber etwas anderes als Wasser bekommen hätte? Das Lieblingsgetränk der scheidenden Kanzlerin soll übrigens Rotwein sein... © Jens Büttner/dpa
Angela Merkel trinkt
... aber den gibt es natürlich nicht bei der Arbeit! Während einer langen Bundestagsdebatte nahm Merkel gerne mal den einen oder anderen beherzten Schluck Wasser.  © Christoph Soeder/dpa
Angela Merkel und der Bernoulli-Effekt
Dass es in der Politik nicht immer spaßbefreit zugeht zeigt dieses Foto. Angela Merkel und Armin Laschet (rechts) halten mit Föhn bewaffnet einen Tischtennisball in der Luft. Hintergrund: Gemeinsam mit Ernst-Andreas Ziegler, dem Gründer der Wuppertaaußerschulischen Bildungs- und Forschungseinrichtung für 4- bis 20-Jährigeaußerschulischen Bildungs- und Forschungseinrichtung für 4- bis 20-Jährigeaußerschulischen Bildungs- und Forschungseinrichtung für 4- bis 20-Jährigeeiner außerschluler Junior Universität (einer außerschulischen Bildungs-und Forschungseinrichtung für Vier- bis 20-Jährige in Wuppertal), führen sie ein Experiment zum sogenannten Bernoulli-Effekt durch. © Oliver Berg/dpa
Angela Merkel nimmt Mundschutz ab
Die Corona-Pandemie beherrschte den politischen Betrieb zum Ende der „Merkel-Ära“. Merkel setzte sich in der Pandemie stets für strikte Regeln zur Eindämmung des Infektionsgeschehens ein - aber genau wie unsereins hatte sie manchmal mit ihrer Maske zu kämpfen. © John Macdougall/dpa
Angela Merkl bei Pharmaunternehmen
Mit dem „Einfluß der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien“ beschäftigte sich Angela Merkel in ihrer Promotionsarbeit. Die Physikerin ist in den Naturwissenschaften zuhause - einen weißen Kittel zu tragen, ist für sie nichts Neues. © Torsten Silz/dpa
Angela Merkel bei LKW-Produktion
Ob es an Angela Merkel nach der Politik vielleicht ins Auto-Tuning verschlägt? Jedenfalls lehnt sie sich in diesem Bild während der Besichtigung einer LKW-Produktionsstätte in Manier einer echten Tüftlerin nach unten. Die Herren um sie herum scheinen froh zu sein, dass Merkel so viel Begeisterung für ihre Arbeit zeigt.  © Michael Kappeler/dpa
Angela Merkel beim IT-Gipfel
Etwas skeptischer wirkt die Bundeskanzlerin beim Anblick eines 3D-Druckers. Vielleicht kommen ihr die Geräte etwas zu futuristisch vor? Immerhin: Als Angela Merkel 2005 erstmals ins Kanzleramt einzog, war das erste iPhone noch nicht einmal auf dem Markt.  © Wolfgang Kumm/dpa
Angela Merkel und Barack Obama
Doch natürlich täte man Merkel unrecht, wenn man ihr das Interesse an neuer Technik abspräche. Während eines Besuchs der Hannanoveraner Messe 2016 scheint sie ganz begeistert - der damalige US-Präsident Barack Obama grinst verschmitzt.  © Christian Charisius/dpa
Angela Merkel mit Windrand
Die Energiewende, die während der Ära Merkel angestoßen wurde, ruft bei der Kanzlerin wohl gemischte Gefühle hervor. Teure Abfindungen an Energiekonzerne und Unverständnis bei vielen Bürgern nicht nur zwei der Kehrseiten. Da bereitet ein buntes Windrädchen schon mehr Freude. © Bernd Wüstneck/dpa
Angela Merkel und Käse
„So ein Käse!“, scheint sich Klaus Wowereit zu denken. Und wer kennt es nicht: Die heiße Schlacht am kalten Büffet. Das volle Tablett und das einladende Lachen der Dame mit Hut lassen aber vermuten, dass für alle genug da ist. © Wolfgang Kumm/dpa
Angela Merkel und Dilma Rousseff
Ob es bei politischen Verhandlungen auch zu peinlichen Pausen kommt? Das Foto von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff würde sich zumindest gut dafür eignen, das Thema in Form eines „Memes“ aufzugreifen. © Kay Nietfeld/dpa
Angela Merkel beim Karneval
Ob Angela Merkel musikalisches Talent hat? Wissen wir leider nicht. Das passende Outfit für die Veröffentlichung eines Rap-Songs hätte sie an dieser Karnevals-Veranstaltung jedenfalls schon mal angehabt. Die jungen Leute würden jetzt sagen: Lit!  © Sebastian Kahnert/dpa
Angela Merkel
Der Ohrwurm lässt bei der Betrachung dieses Bildes nicht lange auf sich warten: „Walk like an Egyptian“ heißt ein Lied der Band The Bangles. Dass Merkel wirklich den entsprechenden Tanz nachahmen wollte, darf freilich bezweifelt werden.  © Imago
Angela Merkel beim Besuch des Europäischen Astronautenzentrums (EAC)
Bundeskanzlerin, mächtigste Frau der Welt und Modeikone? Für extravagante Outfits war Angela Merkel während ihrer Kanzlerschaft nicht bekannt. Umso mehr sticht dieses modische Brillen-Modell ins Auge. © Imago
Angela Merkel zieht eine Schnute
Während ihren 16 Jahren im Kanzleramt musste Angela Merkel auch viel Kritik einstecken. Die Fassung verlor sie dabei selten. Fotos, die die CDU-Politikerin schlecht gelaunt zeigen, sind selten. Dieser Schnappschuss gehört jedoch dazu. © Götz Schleser/Imago
Angela Merkel und Bratwurst
Wahlkampfveranstaltungen können an den Politiker-Nerven zerren. Dieser Termin in Thüringen war anscheinend eine Ausnahme, gab es für die Kanzlerin doch eine Bratwurst-Semmel als Verpflegung. Ihre Begeisterung wirkt vollkommen authentisch. © Oliver Berg/dpa
Angela Merkel isst Bratwurst
Zeitsprung in die Vergangenheit, ähnliche Umstände: Angela Merkel beißt herzhaft in eine Bratwurst. Da bekommt man auch gleich Hunger... © Imago
Angela Merkel gratuliert David Odonkor
Dass Angela Merkel bei Spielen der Nationalmannschaft von der Tribüne mitgefiebert hat, ist bekannt. Beim „Sommermärchen“ 2006 wagte sie sogar den Sprung auf den Rasen, als sie David Odonkor zum dritten Platz bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land gratuliert. © Norbert Schmidt/Imago
Angela Merkel beim Kuchenessen
Man könnte meinen, das Anscheiden eines überdimensionalen Kuchens gehöre zu den eher fröhlichen Aufgaben eines Politikers. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht aber einigermaßen verstimmt aus. Wir hoffen im Namen der Parteikollegen, dass es zum Ausstand trotzdem einen Kuchen geben wird?!  © Imago
Angela Merkel liest
Ob Angela Merkel nach 16 Jahren Kanzlerschaft wohl zu Hause langweilig wird? Oder wird sie sich einfach ein gutes Buch schnappen und endlich mal in Ruhe lesen? Wir hoffen, wir werden es bei Zeiten erfahren...  © Ralf Hirschberger/dpa

Die Ruheständlerin, die im kleinen Kreis einen sehr feinen, scharfen Humor hat, würde bestimmt auch einiges über Ex-CSU-Chef Horst Seehofer schreiben können, oder gar über dessen Erben. Und der Termin für die Buchpräsentation, seit Monaten exakt geplant, ist angesichts der vorgezogenen Neuwahl heikel. Jeder kritische Satz entfaltet da Sprengkraft, die aktuelle Harmonie in der Union könnte das zerreißen. Was also droht da? Kocht der Asyl-Streit voll hoch? Oder geht es wieder glimpflich aus?

Nach allem, was zu hören ist, hat keiner in der CDU- und CSU-Spitze Merkels Buch „Freiheit“ bisher komplett in die Finger bekommen. Der Verlag hat bis Dienstag höchste Geheimhaltung verordnet, plant eine strenge Marketingstrategie für die Veröffentlichung in 30 Ländern. Teil davon: Die „Zeit“ hat am Donnerstag erste Auszüge der Autobiografie veröffentlicht. Es sind nicht die Passagen, die die deutsche Politik aufwühlen könnten, aber es gibt Einblicke: Merkel mag als Rednerin dröge, als Interviewpartnerin kontrolliert gewesen sein – Schreiben kann sie unterhaltsamer.

Merkel muss aus „DDR-Vorlesung“ rausfliegen

Da ist zum Beispiel die Anekdote, wie die Studentin in der DDR aus der Vorlesung „Marxismus-Leninismus“ flog, und zwar „achtkantig“. Ein Spitzel in der letzten Reihe hatte entdeckt, dass sie Physik-Übungsaufgaben machte, statt dem DDR-Dozenten zu lauschen. „Ich war richtig kalt erwischt worden“, das habe sie „ins Mark getroffen“. Dass dieser Staat es dennoch nie geschafft habe, ihr ein „gewisses Maß an Unbekümmertheit“ zu nehmen, empfinde sie heute „als einen meiner größten persönlichen Siege über das System“.

Angela Merkel stellt ihre Memoiren vor.

Für Merkel, die fast nie über Privates spricht, sind so etwas schon ungewöhnliche Einblicke. Und sie sind ungefiltert, denn sie schrieb das Buch selbst, ohne Ghostwriter, begleitet nur von ihrer ewigen Vertrauten und Büroleiterin Beate Baumann. Beide entwickelten schon 2015 die Idee zu Memoiren, beide saßen nach dem Regierungswechsel Ende 2021 Monate, nein Jahre, an den 736 Seiten.

Psychospiele von Putin gegen Merkel

Was bisher bekannt ist, enthält viel Rechtfertigung, dabei sind die Migrations-Konflikte noch gar nicht dabei. Die Russland-Politik jener Kanzlerinnen-Jahre wird heute weitgehend als fataler Fehler empfunden, als Putin-gefälliger Weg in die Energie-Abhängigkeit. In den „Zeit“-Passagen gibt Merkel einen Einblick, wie sie den russischen Machthaber erlebte. Sie schreibt über die Treffen bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2007. Da „präsentierte sich Putin, so wie ich ihn erlebte: als jemand, der immer auf der Hut war, bloß nicht schlecht behandelt zu werden, und jederzeit bereit, auszuteilen, Machtspiele mit Hund und Andere-auf-sich-warten-Lassen inklusive. Das alles konnte man kindisch, verwerflich finden, man konnte den Kopf darüber schütteln. Aber damit verschwand Russland nicht von der Landkarte.“ Die Hunde-Sache bezieht sich auf ein Treffen 2007, als Putin seine Labrador-Hündin um Merkel herumwuseln ließ, wissend, dass sie Angst vor Hunden hat.

Inhaltlich verteidigt die Ex-Kanzlerin ihren Kurs, der Ukraine und Georgien beim entscheidenden Gipfel 2008 den Status als Nato-Kandidaten verwehrt zu haben. „Ich hielt es für eine Illusion anzunehmen, dass das der Ukraine und Georgien Schutz vor Putins Aggression gegeben hätte.“

Trump tritt laut Merkel konfrontativ auf

Auch über Donald Trump schreibt Merkel; zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht den Ausgang der US-Wahlen kannte. Sie sagt unverblümt, Kamala Harris „von Herzen“ den Sieg zu wünschen. Trump schildert sie aus ihren Begegnungen in seiner ersten Amtszeit als harten, manchmal wunderlichen Machtpolitiker. Merkel beschreibt, wie er ihr vor laufenden Kameras im Oval Office einen Handschlag verweigerte. „Anstatt die Szene stoisch durchzustehen, flüsterte ich ihm zu, dass wir uns noch einmal die Hände schütteln sollten. Kaum hatte ich das gesagt, schüttelte ich innerlich über mich selbst den Kopf. Wie konnte ich vergessen, dass Trump genau wusste, welche Wirkung er erzielen wollte.“ Wann immer es Ohrenzeugen gebe, trete er konfrontativ auf: „Wenn er meinen Argumenten doch einmal Aufmerksamkeit schenkte, dann zumeist nur, um daraus neue Vorhaltungen zu konstruieren.“ Trump sei einer, den „Politiker mit autokratischen und diktatorischen Zügen“ angezogen hätten.

Putin, wie ich ihn erlebte, war immer auf der Hut, bloß nicht schlecht behandelt zu werden, jederzeit bereit, auszuteilen.

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel

Vor Merkel liegen nun spannende Wochen. Eine Art Lesereise ist geplant, Start am 26. November mit einem Auftritt mit TV-Moderatorin Anne Will in Berlin, längst ausverkauft. Es folgen Reisen durchs Bundesgebiet, Stralsund sogar, dann Paris, Barcelona, Mailand und Amsterdam, vorher auch in die USA. In Washington tritt Merkel am 2. Dezember gemeinsam mit Ex-Präsident Barack Obama auf.

Spekulation um zweistelligen Millionenbetrag für Merkel-Biographie

Die Neugier darauf ist groß, für Karten werden hunderte Euro geboten. Muss wohl auch so sein, denn finanziell hängt am Verkaufserfolg enorm viel. Die „FAS“ spekulierte Anfang 2024, dass Merkel und Baumann ein aberwitzig hoher Vorschuss im zweistelligen Millionenbereich gezahlt worden sei; bestätigt wurde das nicht. Aber es ist die Obama-Liga, der für seine Buchrechte 65 Millionen US-Dollar erhalten (und zum Teil gespendet) haben soll.

Merkel rechnet in ihrem Buch auch mit SPD-Vorgänger Schröder ab

Bleibt es also bei persönlichen Einblicken und ansonsten viel Weltpolitik? Merkel schreibt auch hart über Zeitgenossen in Berlin, besonders über ihren SPD-Vorgänger Gerhard Schröder und den legendären Wahlabend 2005, als er im Fernsehen breitbeinig seine Niederlage nicht eingestehen wollte. Merkel, direkt neben ihm, schildert diese Minuten. „Ich dachte: Wahnsinn! Was ist denn hier los?“ Sie habe sich leise gesagt: „Reg dich bloß nicht auf, sprich nur, wenn du angesprochen wirst. Immer wieder sagte ich mir: Begib dich nicht mit den anderen in den Clinch, dann fängst du auch noch an, dich im Ton zu vergreifen.“

In der Union warten sie angespannt auf das gesamte Buch, oder auf die nächsten Schnipsel, die zur PR-Strategie gestreut werden. Seehofer, der alte Gegenspieler, hat sogar mal öffentlich gesagt, er wolle darin am liebsten gar nicht vorkommen. „Aber es kann natürlich sein, und das kann dann mit darüber entscheiden, ob ich auch noch ein Buch schreiben muss.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Janine Schmitz/photothek.de/imago

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