VonVictoria Krumbeckschließen
Die Terrororganisation Hamas greift Israel an – die Regierung spricht von Krieg. Es kommt zu schweren Kämpfen am Gazastreifen. Israelis wurden wohl gefangen genommen.
Tel Aviv – Am frühen Samstagmorgen griff die militante palästinensische Gruppe Hamas Israel an. Tausende Raketen wurden aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Die Terrororganisation Hamas kündigte eine Militäroperation gegen Israel an. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass sich Israel in einem Krieg befände. Mittlerweile sollen fast 200 Israelis durch die Angriffe ums Leben gekommen sein. Berichten zufolge wurden Israelis von Mitgliedern der Terrororganisation verschleppt und zur Schau gestellt.
Krieg in Israel ausgebrochen: Hamas ergattern israelischen Panzer – Leichnamen gefilmt
Videos und Bilder, die in den sozialen Netzwerken geteilt werden, zeigen das schwere Ausmaß der Angriffe auf Israel. Zudem kursieren Bilder von feiernden militanten Palästinensern auf einem angeblich gekaperten israelischen Panzer, wie auch die Nachrichtenagentur AFP schreibt. Videos zeigen, wie der Panzer teilweise verbrannt ist und Rauch aufsteigt. Die Männer ziehen einen vermutlich toten Soldaten aus dem Panzer und filmen diesen. Die Echtheit des Videos ließ sich nicht unabhängig überprüfen.
Neben diesen verstörenden Szenen vom Krieg in Israel sollen weitere israelische Soldaten und Zivilisten als Geiseln gefangen genommen worden sein. So bezieht sich Reuters auf den israelischen TV-Sender N12, der berichtete, dass etwa bei dem Angriff auf Israel 50 Geiseln in Kibbuz Beeri, in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen, gefangen gehalten werden. Der TV-Sender Reshet berichtete über 13 gefangene Israelis, die von Hamas-Terroristen in der südisraelischen Stadt Ofakim festgehalten werden, wie der Spiegel schreibt. The Times of Israel berichtet über anscheinend getötete Gefangenen.
Israelisches Militär bestätigt Geiselnahme – Rotes Kreuz erinnert Hamas an Völkerrecht
Das israelische Militär bestätigte die Entführung von Israelis in den Gazastreifen. Darunter seien auch Soldaten, bestätigte am Samstag ein Sprecher der Armee, ohne Angaben zur Zahl der Entführten zu machen. Auf die Berichte über Entführungen nach dem Angriff auf Israel reagierte auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). „Ich will klarstellen, dass es nach dem humanitären Völkerrecht verboten ist, eine Geiselnahme anzudrohen oder durchzuführen“, sagte Fabrizio Carboni, IKRK-Regionaldirektor für den Mittleren und den Nahen Osten.
„Jeder, der festgehalten wird, muss menschlich und mit Würde behandelt werden, und das gilt auch für Kämpfer.“ Das IKRK stehe bereit, in seiner neutralen Kapazität Gefangene zu besuchen und Kontakte mit ihren Familien herzustellen. (vk)
Rubriklistenbild: © Hassan Eslaiah/dpa

