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Die Passage durch das Rote Meer ist für viele Reedereien alternativlos. Um sich vor Angriffen zu schützen, greifen Seeleute zu unorthodoxen Methoden.
Sanaa – Die Passage durch das Rote Meer bleibt trotz wiederholter Angriffe durch die Huthi-Rebellen eine bevorzugte Route für zahlreiche Reedereien. Insbesondere für kleinere Unternehmen scheint es kaum Alternativen zu geben. Sie akzeptieren das Risiko für ihre Crews. Um nicht ins Fadenkreuz der radikal-islamistischen Terrorgruppe zu geraten, greifen die Seeleute nun offenbar auf einige unkonventionelle Methoden zurück.
Sie senden direkte Nachrichten und Hinweise an die Huthi-Rebellen. Anstatt ihre Reiseziele anzugeben, enthalten die Trackingsysteme, die die aktuellen Positionen der Handelsschiffe verfolgen können, zunehmend Nachrichten wie „Kein Kontakt zu Israel“, „Bewaffneter Guard an Board“ oder „Nur chinesische Besatzung“. Dies berichtet das US-Nachrichtenportal The Daily Beast. Marco Forgione, Generaldirektor am Institute of Export & International Trade, erklärte gegenüber der Zeitung, dass während einige Crews das Senden von Seedaten deaktiviert hätten, zahlreiche andere Schiffsbesatzungen die Taktik der verschlüsselten Nachrichten anwenden würden.
Für sichere Durchfahrt im Roten Meer: Schiffscrews bitte um freie Fahrt bei den Huthis
Die Durchfahrt durch das Rote Meer hat sich seit Wochen zu einer gefährlichen Herausforderung entwickelt. Die Huthi-Rebellen aus dem Jemen greifen aus Solidarität mit der Hamas im Krieg gegen Israel internationale Handelsschiffe in der Meerenge an – angeblich, um Waffenlieferungen an Israel zu stoppen. Westliche Geheimdienste vermuten, dass die Terrormiliz vom Iran gesteuert und unterstützt wird. Das Regime in Teheran soll die Raketen für die Angriffe liefern und die Miliz mit den jeweiligen Schiffsdaten versorgen.
Die USA haben bereits eine internationale Koalition gebildet und zusammen mit Partnern wie Großbritannien Kriegsschiffe zum Schutz der Handelsschifffahrt in die Region entsandt. Dennoch kommt es trotz direkter Angriffe auf Huthi-Stellungen im Jemen immer wieder zu Seegefechten. Große Reedereien wie das dänische Unternehmen Maersk umgehen daher die Konfliktregion und wählen trotz höherer Transportkosten den Weg um das Kap der Guten Hoffnung in Afrika. Dies setzt kleinere Reedereien jedoch zunehmend unter Druck. Einige von ihnen navigieren weiterhin durch das Rote Meer.
Ob ihre Strategie, den Huthis Nachrichten zu senden, erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Bislang hatten die Rebellen angekündigt, Schiffe von befreundeten Staaten zu verschonen. Dabei waren vor allem russische und chinesische Frachter gemeint, da beide Länder an der Seite des Irans stehen.
Rebellen mit überraschender Ankündigung: Huthi-Angriffe nicht auf deutsche Schiffe?
Am Montag (22. Januar) erweiterte die Huthi-Miliz überraschend auch den Kreis der zu verschonenden Schiffe auf deutsche Schiffe. Mohammed Al-Bukhaiti, Huthi-Gouverneur der Provinz Dhamar, gab in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtensender RTL/ntv an: „Chinesische und russische Schiffe sind nicht in unserem Visier. Sie sind keine Ziele. Auch deutsche Schiffe nicht“, ergänzte der Huthi-Funktionär: „Alle Schiffe der Welt sind sicher, natürlich mit Ausnahme derer, die mit dem zionistischen Regime Israels in Verbindung stehen.“
Er lieferte jedoch keine konkrete Begründung dafür, warum er nun auch deutsche Schiffe verschonen will. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die Unterstützung für Israel zur Staatsräson erklärt. Sicherheitsexperten sehen in der Darstellung der Huthis jedoch auch eine gezielte Propagandastrategie. „Die Huthis kalkulieren, dass eine Medienkampagne, die ihre Vorgehensweise im Roten Meer erklärt, ihre Legitimität im Jemen stärken wird, selbst in Gebieten, über die sie nicht herrschen“, so Jonas Ecke, geopolitischer Analyst und Berater im Bereich der humanitären Hilfe, auf Anfrage von ntv.
Die Reedereien sollten jedoch nicht auf eine vollständige Kehrtwende der Huthis hoffen. Denn die Terrormiliz kündigte am Montag gleichzeitig an, ihre Aktionen im Roten Meer zu intensivieren. (jkf)
Redakteur Jens Kiffmeier hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
