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Seit Monaten erste Anhörung im Trump-Verfahren wegen Wahlmanipulation

In der seit Monaten ersten Anhörung im Trump-Verfahren setzt Bezirksrichterin Chutkan Fristen für seine Verteidigung, um vor den Wahlen Beweise offenzulegen.

Washington D.C. – Ein Bundesrichter forderte am Donnerstag die Staatsanwälte und Verteidiger auf, in Donald Trumps Fall der Wahluntergrabung 2020 umfangreiche Schriftsätze einzureichen, bevor die Wähler im November zur Wahlurne gehen. Und lehnte den Antrag des ehemaligen Präsidenten auf ein langsameres Tempo ab.

Nach einer spannungsgeladenen einstündigen Anhörung vor einem Bundesgericht in Washington D.C. gab die US-Bezirksrichterin Tanya S. Chutkan einem Antrag des Büros von Sonderstaatsanwalt Jack Smith statt, die Grenzen von Trumps Immunität bis zum 26. September darzulegen, wobei weitere Schriftsätze in den darauf folgenden Wochen eingereicht werden sollen.

Die Anordnung gibt einen ersten Einblick in den weiteren Verlauf des Verfahrens, nachdem der Oberste Gerichtshof entschieden hat, dass Präsidenten nicht für ihr offizielles Verhalten belangt werden können, was die Anklage gegen Trump aufhob und den Sonderstaatsanwalt zwang, eine neue Anklage zu erheben.

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Trump-Verfahren wegen Wahlmanipulation: Am Donnerstag fand die erste Anhörung seit Monaten statt

Chutkans Entscheidung gibt der Regierung die Möglichkeit, neue Beweise gegen Trump vorzulegen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie viel, wenn überhaupt, die Staatsanwälte im Vorfeld der Wahl preisgeben werden.

Vor Gericht hatte sich Trumps Verteidiger John Lauro mit Chutkan über den Zeitplan gestritten und argumentiert, dass die nächsten zwei Monate eine „sehr heikle Zeit“ seien, bevor der republikanische Kandidat Trump gegen die demokratische Kandidatin, Vizepräsidentin Kamala Harris, antritt.

Die Szene vor dem Kapitol, nachdem Trump-Anhänger das Gebäude am 6. Januar 2021 gestürmt hatten.

US-Wahlen für diesen Fall irrelevant: Bezirksrichterin kritisiert Trumps Verteidigung

„Ich habe den Eindruck, dass Sie versuchen, die Beweisführung in diesem Fall so zu beeinflussen, dass die Wahl des Präsidenten nicht beeinträchtigt wird“, sagte Chutkan zu Lauro, nachdem der Trump-Anwalt Einspruch gegen eine Anordnung erhoben hatte, die es der Staatsanwaltschaft ermöglicht hätte, ihren Fall zuerst vorzutragen. „Dieses Gericht kümmert sich nicht um den Zeitplan für die Wahlen“.

In der 6:3-Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA verwiesen die Richter den Fall zurück an Chutkan, um zu klären, ob Trump weiterhin aufgrund seines privaten Verhaltens oder wegen offizieller Handlungen im Rahmen enger Ausnahmen strafrechtlich verfolgt werden kann. Die Staatsanwaltschaft reichte daraufhin eine ergänzende Anklageschrift ein, in der Trump in denselben vier Anklagepunkten angeklagt wurde, die mit seinen angeblichen Versuchen zusammenhängen, Joe Bidens Wahlsieg im Jahr 2020 zu kippen, wobei jedoch einige Vorwürfe gestrichen wurden, die mit der Entscheidung des Gerichts in Konflikt geraten könnten.

Trump vor Gericht: Die wichtigsten Personen beim Prozess in New York

Donald Trump ist der Angeklagte in New York.
Donald Trump ist der Angeklagte in New York. Der ehemalige Präsident der USA ist im Prozess um mutmaßliche Schweigegeldzahlungen in 34 Punkten angeklagt. Vorgeworfen wird ihm dabei nicht die Zahlung von Schweigegeld an sich. Vielmehr soll Trump Geschäftsberichte gefälscht haben, um die Zahlungen geheim zu halten. Damit soll der Kandidat der Republikaner für die US-Wahl 2024 sowohl gegen Steuergesetze wie auch gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen haben. Trump ist der erste Präsident der USA, der sich in einem Strafprozess wiederfindet.  © Pool/Getty Images/afp
Alvin Bragg ist der Staatsanwalt im Prozess gegen Donald Trump.
Alvin Bragg ist der Staatsanwalt im Prozess gegen Donald Trump. Mit seinem Team an Ermittlern ist es sein Ziel, nachzuweisen, dass Trump mit den Schweigegeld-Zahlungen versucht haben soll, die öffentliche Meinung vor der US-Wahl 2016 zu beeinflussen. Bragg ist Mitglied der Demokraten und seit 2022 Bezirksstaatsanwalt des Bezirks New York. © Angela Weiss/afp
Verteidigt wird Donald Trump in New York von Todd Blanche
Verteidigt wird Donald Trump in New York von Todd Blanche. Der ehemalige Staatsanwalt, der seit April 2023 für den Ex-Präsidenten arbeitet, hat beste Beziehungen in das MAGA-Universum. So verteidigte Blanche bereits Igor Furman, ein Mitarbeiter Rudy Giulianis, und Paul Manafort, Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager.  © Mark Peterson/Imago
Unterstützt wird Todd Blanche bei der Verteidigung Donald Trumps von Susan Necheles.
Unterstützt wird Todd Blanche bei der Verteidigung Donald Trumps von Susan Necheles. Sie gilt als sehr erfahrene Strafverteidigerin, auf deren Dienste unter anderem Donald Trumps Firma, die „Trump Organization“, in der Vergangenheit vertraute. Wenn Necheles nicht gerade den Ex-Präsidenten oder seinen Familienkonzern vertritt, verteidigt sie andere zwielichtige Gestalten aus New York - darunter in der Vergangenheit auch Venero Frank Mangano. Der mittlerweile verstorbene Mafiaboss galt Zeit seines Lebens als hochrangiges Mitglied der „Cosa Nostra“ und Chef der berüchtigten „Genovese-Familie“. © Pool/Getty Images/afp
Der Richter im Fall von Donald Trump in New York heißt Juan Merchan.
Der Richter im Fall von Donald Trump in New York heißt Juan Merchan. Geboren wurde er in Kolumbien, aufgewachsen ist er in New York. Dort begann er seine Karriere als Staatsanwalt. Seit 2006 ist er als Richter in der Stadt tätig. Merchan gibt an, kein Mitglied einer politischen Partei in den USA zu sein. Bei der US-Wahl 2020 soll er aber nach Informationen von CNN in drei Fällen kleine Geldbeträge an die Demokraten und ihren damaligen Kandidaten, den heutigen US-Präsidenten Joe Biden, gespendet haben. © Jane Rosenberg/dpa
Der Richter im Fall von Donald Trump in New York heißt Juan Merchan.
Sie brachte den Stein ins Rollen. Stephanie Clifford, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Stormy Daniels. Die Erotikdarstellerin behauptet, im Jahr 2006 eine kurze Affäre mit Donald Trump gehabt zu haben. Kurz vor der US-Wahl 2016 soll Trumps damaliger Anwalt Michael Cohen ihr 130.000 Dollar Schweigegeld gezahlt haben, damit die Affäre nicht ans Licht kommt und Trumps Wahlkampf behindert. Dass Daniels im Prozess gegen Donald Trump aussagen wird, gilt als nahezu sicher. © John Angelillo/Imago
Michael Cohen. Der ehemalige Anwalt Trumps gilt mittlerweile als einer seiner größten Gegner.
Die Eröffnungsplädoyers im Prozess gegen Donald Trump haben bewiesen, dass Michael Cohen der für beiden Seiten wichtigste Zeuge werden wird. Der ehemalige Anwalt Trumps gilt mittlerweile als einer seiner größten Gegner. Das dürfte auch daran liegen, dass Cohen 2018 in Zusammenhang mit Geschäften, die er für Trump abwickelte, wegen Steuerhinterziehung und Falschaussagen vor dem Kongress zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden war. © Spencer Platt/afp
Der erste Zeuge im Prozess gegen Donald Trump war David Pecker, ehemaliger Herausgeber des National Enquirer.
Der erste Zeuge im Prozess gegen Donald Trump war David Pecker, ehemaliger Herausgeber des National Enquirer. Pecker stammt wie Trump aus New York. Die beiden verbindet eine Geschäftsbeziehung, die bis in die 1990er Jahre zurückreicht. Vor Gericht bestätigte Pecker, dass er Trump dabei geholfen habe, Geschichten über Affären, die der Ex-Präsident gehabt habe, zu vertuschen. So soll der Zeitungsmann unter anderem in die Schweigegeldzahlungen an Stormy Daniels als auch an Karen McDougal verweickelt gewesen sein. © Imago
Neben Stormy Daniels behauptet auch Karen McDougal, sie habe Schweigegeld von Donald Trump erhalten.
Denn neben Stormy Daniels behauptet auch Karen McDougal, sie habe Schweigegeld von Donald Trump erhalten, um eine neun Monate dauernde Affäre geheim zu halten. Das ehemalige Playmate und spätere Model behauptet, sich zwischen 2006 und 2007 mehrmals mit dem späteren Präsidenten getroffen zu haben. Damit die Geschichte geheim bleibt, soll McDougal 150.000 Dollar erhalten haben. © Imago
Ein weiterer Zeuge, der im Prozess gegen Donald Trump vor Gericht erwartet wird, ist Allen Weisselberg.
Ein weiterer Zeuge, der im Prozess gegen Donald Trump vor Gericht erwartet wird, ist Allen Weisselberg. Er ist der ehemalige Finanzvorstand der „Trump Organization“ und hat bereits Erfahrungen mit New Yorker Justiz sammeln dürfen: Im Januar 2023 wurde Weisselberg zu einer neunmonatigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Laut Michael Cohen soll Weisselberg auch in die Schweigegeldzahlungen an Stormy Daniels verwickelt gewesen sein. © Kena Betancur/afp
Eine weitere hochkarätige Zeugin im Prozess gegen Donald Trump könnte Hope Hicks werden.
Eine weitere hochkarätige Zeugin im Prozess gegen Donald Trump könnte Hope Hicks werden. Das ehemalige Model steht seit 2012 mit der Familie Trump in Verbindung und arbeitete unter anderem für Donalds Tochter Ivanka Trump. Ab 2015 war sie Pressesprecherin der Wahlkampagne des späteren Präsidenten und blieb in verschiedenen Positionen auch nach Trumps Wahlsieg für ihn tätig. Im Prozess in New York dürfte sie nach ihren Kenntnissen über mutmaßliche Schweigegeldzahlungen im Wahlkampf 2016 befragt werden. © Andrew Harnik/dpa
Was sagt eigentlich Melania Trump? Die ehemalige First Lady hält sich bislang aus Prozess gegen ihren Mann heraus.
Was sagt eigentlich Melania Trump? Die ehemalige First Lady hält sich bislang aus Prozess gegen ihren Mann heraus. Weder begleitet die dritte Ehefrau Trumps ihn zum Gericht in New York, noch hat sie sich bislang zu den Vorwürfen geäußert, ihr Ehemann habe sie mit Playmates und Pornostars betrogen, während sie mit dem gemeinsamen Kind schwanger war. Bislang steht nicht fest, ob Melania Trump als Zeugin geladen wird. Sollte das geschehen, könnte Donalds Ehefrau wohl von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen. © Lynne Sladky/dpa
Zum Thema vor Gericht in New York wurde auch Barron Trump, der jüngste Sohn Donalds und das einzige Kind von Melania Trump.
Zum Thema vor Gericht in New York wurde auch Barron Trump, der jüngste Sohn Donalds und das einzige Kind von Melania Trump. Der über zwei Meter große Teenager feierte im März 2024 seinen 18. Geburtstag und wird noch dieses Jahr seinen Highschool-Abschluss feiern - womöglich ohne seinen Vater. Dessen Anwälte stellten für ihren Mandanten einen Antrag, dass er am 17. Mai, dem Tag der Abschlussfeier seines Sohnes, dem Gericht fernbleiben könne. Im Anschluss behauptete Trump, Richter Juan Merchan habe ihm das verboten - eine Falschbehauptung. Merchan hatte lediglich gesagt, er sei noch nicht bereit, eine Entscheidung über diesen Antrag zu fällen. Diese hinge vor allem davon ab, wie der Prozess in den kommenden Wochen verlaufen werde. © Damon Higgins/Imago

Staatsanwälte fordern, dass Fragen zu Trumps Immunität Vorrang haben sollten

Der wichtigste Streitpunkt war die Forderung der Staatsanwälte in Smiths Büro, dass Chutkan unabhängig vom Zeitplan die Fragen zu den Grenzen von Trumps Immunität zuerst klären sollte – oder zumindest zur gleichen Zeit wie andere Verteidigungsanfechtungen. Andernfalls, so warnten die Staatsanwälte, würde der Fall durch aufeinanderfolgende Berufungen gegen jede Entscheidung bis zum Obersten Gerichtshof gelähmt werden.

Trumps Anwälte könnten eine überarbeitete Anklageschrift, die darin enthaltenen Behauptungen und die im Prozess zugelassenen Beweise nacheinander anfechten, sagte Staatsanwalt Thomas Windom bei der Anhörung am Donnerstagmorgen.

„Eine fundamentale Unfairness“: Trumps Anwalt kritisiert Pläne der Staatsanwaltschaft

Trump-Anwalt Lauro kritisierte diesen Plan mit der Begründung, dass Angeklagte in der Regel das Recht haben, rechtliche Fragen anzufechten, die von der Staatsanwaltschaft aufgeworfen werden. Sowie dass es für Präsident Trump enorm nachteilig wäre, wenn die Regierung alle Fragen im Zusammenhang mit der Immunität zuerst und gebündelt angehen würde.

„Dass die Regierung selektiv entscheidet, wie sie ihren Fall darstellen will, verstößt völlig gegen die Strafprozessordnung“, sagte Lauro.

„Es zeigt eine fundamentale Unfairness, die es in einem Bezirksgericht noch nie gegeben hat“, fügte er hinzu. „Es ist genau die Art von Verfahren, die laut Oberstem Gerichtshof niemals stattfinden sollte.“

Anklageschrift laut Lauro fehlerhaft und beinhaltet Beweise, die nicht veröffentlicht werden durften

Lauro argumentierte, dass die Anklageschrift fatal fehlerhaft sei, weil sie von einer Grand Jury erhoben wurde, die Beweise gehört hatte, die nach Ansicht von Trumps Anwälten nicht hätten veröffentlicht werden dürfen, einschließlich seiner Gespräche mit Vizepräsident Mike Pence. Das Büro des Sonderanwalts hat Pence‘ Rolle als Präsident des Senats hervorgehoben und nicht seine Aufgaben im Weißen Haus, in der Hoffnung, dass diese Gespräche als zulässig erachtet werden.

Windom sagte, die Regierung sei bereit, einen „umfassenden Schriftsatz“ vorzulegen, der alle Beweise enthält, auf die sich die Staatsanwälte im Prozess stützen würden – eine seltene öffentliche Darlegung von Fakten, die im Rahmen des Immunitätsverfahrens erforderlich sind und die die Staatsanwälte normalerweise zu verbergen versuchen würden. Dieser Schriftsatz könnte bereits veröffentlichte und nicht veröffentlichte Informationen enthalten, wie z. B. Abschriften von Zeugenaussagen vor einer Grand Jury, Staatsanwälten und dem FBI sowie andere Beweisstücke.

Bezirksrichterin Chutkan setzt Trumps Verteidigung neue Fristen

Es ist davon auszugehen, dass ein Teil des Materials versiegelt sein wird, aber alle Enthüllungen in der Öffentlichkeit oder nicht versiegelte Teile könnten in den kommenden Wochen erneut die Aufmerksamkeit auf den Fall lenken, auch wenn Trump seine eigenen Anfechtungen vorbringt und versucht, Beweise zu finden, die für die Verteidigung günstig sind.

„Wir können alle gleichzeitig gehen und Kaugummi kauen“, sagte der Richter. „Sie mögen ein Originalist sein, aber ich bin ein Prozessrichter. (...) Ich glaube nicht, dass ich vom Obersten Gerichtshof dazu angewiesen wurde.“

In ihrer Ansetzungsverfügung sagte Chutkan, Trump könne am 3. Oktober die Statuten anfechten, die für seine Anklage verwendet wurden, und am 17. Oktober die Gültigkeit der Anklageschrift. Die Richterin sagte, Trump könne am 24. Oktober die Erlaubnis beantragen, die Ernennung und die Finanzierung des Sonderanwalts anzufechten, und sie gab der Regierung die Gelegenheit, im selben Monat auf jeden Verteidigungsantrag zu antworten.

Trump-Verteidigung soll alle entlastenden Beweise vorlegen

Chutkan forderte die Regierung außerdem auf, der Verteidigung alle potenziell entlastenden Beweise zu übergeben und Trumps Anwaltsteam aufzufordern, in den nächsten zwei Wochen alle immunitätsbezogenen Beweise zu benennen, von denen es glaubt, dass sie unrechtmäßig zurückgehalten wurden.

„Nach dem Briefing wird das Gericht entscheiden, ob weitere Verfahren notwendig sind, wie mündliche Argumente oder Beweisanhörungen“, schrieb Chutkan in einer zweiseitigen Anordnung.

Chutkan hatte ihre Neigung, sich auf die Seite der Regierung zu stellen, bereits bei der Anhörung angedeutet, bei der sie sich mehrere kontroverse Wortgefechte mit Trumps Verteidigungsteam lieferte.

US-Wahlen werden nicht berücksichtigt: Chutkan weist Anmerkungen ab

Als Windom darauf hinwies, dass Trumps Mitverteidiger Todd Blanche nur neun Tage nach der Immunitätsentscheidung des Obersten Gerichtshofs einen 52-seitigen Antrag auf Aufhebung seiner Verurteilung wegen Geschäftsbetrugs im Bundesstaat New York eingereicht hatte, bemerkte Chutkan: „Herzlichen Glückwunsch, Mr. Blanche“, woraufhin der Verteidiger kicherte.

Später ärgerte sich Lauro, als Chutkan sagte, sie wolle keine weitere Rhetorik über die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen 2024 hören.

„Das ist keine Rhetorik“, antwortete Lauro. „Das nennt man juristische Argumentation.“

Chutkan unbeeindruckt von Behauptungen, die nächsten zwei Monate seien eine „heikle Zeit“

Chutkan zeigte sich unbeeindruckt von Lauros Behauptungen, dass die nächsten zwei Monate vor der Wahl eine „heikle Zeit“ für Trump darstellen, und wies seine Andeutung eines „ungebührlichen“ vorschnellen Urteils zurück. So etwas habe es in ihrem Gerichtssaal in einem seit Dezember eingefrorenen Fall nicht gegeben, sagte sie: „Ich werde definitiv nicht in Wahlstreitigkeiten hineingezogen. (...) Das ist nichts, was ich in Betracht ziehen werde.“

Sie zeigte sich auch skeptisch gegenüber der Frage, die Trumps Seite eine Woche vor der Wahl aufwerfen wollte, nämlich die Frage, ob Smith rechtmäßig ernannt wurde.

Meinung zu Smiths Ernennung sei „nicht besonders überzeugend“

Der Richter des Obersten Gerichtshofs Clarence Thomas hatte eine solche Anfechtung in einer Nebenbemerkung zum Immunitätsurteil des Obersten Gerichtshofs angedeutet. Die US-Bezirksrichterin Aileen M. Cannon in Florida wies einen anderen Fall über Trumps angeblichen Missbrauch von Verschlusssachen ab, indem sie entschied, dass Smith unrechtmäßig ernannt wurde – eine Entscheidung, die von externen Experten als Verstoß gegen einen Präzedenzfall kritisiert wurde. Smith hat bei dem für Florida zuständigen Bundesgericht Berufung eingelegt.

Chutkan sagte, Trump habe diese spezielle Anfechtung im vergangenen Jahr nicht rechtzeitig eingereicht, und wies darauf hin, dass der US-Berufungsgerichtshof für den D.C. Circuit sich zuvor auf die Seite der Regierung gestellt habe. Sie sagte auch, dass sie Cannons Meinung „nicht besonders überzeugend“ finde.

Festsetzung des nächsten Verhandlungstermins sie eine „Übung in Vergeblichkeit“

Dennoch sagte Chutkan, dass sie Trump die Erlaubnis erteilen würde, eine solche Anfechtung zu beantragen.

Der Fall hat noch einen langen und kurvenreichen juristischen Weg vor sich. Chutkan wies darauf hin, dass die Festsetzung eines neuen Verhandlungstermins eine „Übung in Vergeblichkeit“ wäre, da gegen jede Entscheidung, die sie in Bezug auf Immunitätsfragen trifft, Berufung eingelegt werden würde, wodurch der Fall erneut auf Eis gelegt würde.

Zu den Autoren

Spencer S. Hsu ist ein investigativer Reporter, zweifacher Pulitzer-Finalist und für den nationalen Emmy Award nominiert. Hsu hat über innere Sicherheit, Einwanderung, Politik in Virginia und den Kongress berichtet.

Perry Stein berichtet über das Justizministerium und das FBI für die Washington Post. Zuvor berichtete sie über das Bildungswesen in Washington. Bevor sie 2015 zur Post kam, war sie Mitarbeiterin der Washington City Paper und schrieb für den Miami Herald.

Salvador Rizzo berichtet für The Washington Post über Kriminalität und Gerichte. Von 2018 bis 2021 war er Reporter für The Fact Checker und berichtete zuvor über die Politik in New Jersey.

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Dieser Artikel war zuerst am 6. September 2024 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © Bonnie Jo Mount/The Washington Post

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