VonNail Akkoyunschließen
Die Bundesanwaltschaft nimmt die Ermittlungen zu dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz auf. Die Behörden gehen von einer linksextremistischen Tat aus.
Berlin/Karlsruhe – Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Dies berichtet der Spiegel unter Berufung auf Sicherheitskreise. Den mutmaßlich linksextremen Tätern wird demnach die Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe vorgeworfen.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Berlins Regierungschef Kai Wegner drängten zuvor darauf, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernimmt. Spranger wiederholte, sie gehe von einem linksterroristischen Anschlag aus. Darüber habe sie am Montag mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gesprochen. „Er sieht es genauso“, sagte sie. Wegner sagte: „Hier ging es um einen terroristischen Akt, und dafür ist das Bundeskriminalamt, die Bundesanwaltschaft, zuständig.“
Berlin: Spekulation über russischen Anschlag – Polizei geht von Linksextremisten aus
Unterdessen kursieren im Internet Spekulationen darüber, ob Russland und einer seiner Geheimdienste hinter dem Berliner Stromanschlag stecken könnten. Die Polizei spricht allerdings klar von Linksextremisten.
Nach Informationen des Verfassungsschutzes bestehen sogenannte Vulkangruppen seit dem Jahr 2011 und verüben seitdem Brandanschläge in Berlin und Brandenburg. Ziele sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, Funkmasten oder die Stromversorgung. Dem Bundesinnenministerium sind derzeit zwölf „strafbare Tatkomplexe“ bekannt, zu denen sich die Akteure der Gruppierung seit 2011 bekannten, wie das Handelsblatt berichtete.
Nach Angaben von Polizeivizepräsident Marco Langner gingen bisher aus der Bevölkerung Hinweise „im mittleren bis zweistelligen Bereich“ ein. Derzeit würden etwa acht Hinweise bearbeitet, die als Erfolg versprechend scheinen. Zudem seien mehrere Hundert Stunden Videomaterial beschlagnahmt worden.
Anschlag auf Berliner Stromnetz: Mehr als 20.000 Haushalte ohne Strom
In Berlin sind im Südwesten der Bundeshauptstadt am Dienstag weiterhin rund 24.700 Haushalte ohne Strom gewesen. Nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin waren zudem noch 1120 Gewerbebetriebe betroffen. Die Bundeswehr hilft inzwischen bei der Logistik und der Betankung von Notstromaggregaten und gibt seit Dienstag auch warmes Essen aus. Grund für den großflächigen Stromausfall war ein durch Brandsätze verursachter Kabelbrand. (Quellen: Spiegel, AFP, dpa) (nak)
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