VonLukas Rogallaschließen
Die Legion „Freiheit Russlands“ sorgt in Belgorod für Unruhe. Offenbar sind die Kämpfer mit westlichen Waffen ausgestattet.
Belgorod – Der Ukraine-Krieg spielt sich nicht nur innerhalb der Grenzen der Ukraine ab. In der Region Belgorod im Südwesten Russlands, direkt an der Grenze zum Nachbarland, häuften sich in den vergangenen Wochen Angriffe, unter anderem wohl durch die Legion „Freiheit Russlands“. Auch Brände und Explosionen in Militär- oder Infrastruktur-Einrichtungen wurden in Belgorod gemeldet. Die Legion hat sich bereits zu mehreren Anschlägen auf russischem Territorium bekannt. Beziehungen zur Regierung in Kiew streiten sie ab.
Das selbsterklärte Ziel der Legion ist der Sturz von Wladimir Putin und des russischen Regimes. Allerdings schweigt die Gruppe dazu, woher sie ihre militärische Ausrüstung bekommt. Ein Video gibt nun Einblicke in das Waffenarsenal der Kämpfer.
Legion „Freiheit Russlands“ startet Kampf gegen Kreml-Regime in Belgorod
Aufnahmen, die die Legion am 15. Juni selbst auf Telegram geteilt hat, zeigen die Kämpfer, wie sie ein Waldstück im Bezirk Schebekinski in Belgorod durchqueren. Sofort fällt auf, dass einige Waffen im Video nachträglich unkenntlich gemacht worden sind. Das Portal Militant Wire hat die Aufnahmen analysiert und einige Kampfgeräte trotzdem erkennen können.
Die erste identifizierte Waffe soll demnach eine schwedische Pansarskott m/86 sein, auch als AT4 bekannt. Es handelt sich um eine schultergestützte Panzerabwehrwaffe, die die Ukraine letztes Jahr von westlichen Ländern erhalten hat und entsprechend auch von den ukrainischen Streitkräften genutzt wird. Mehrere AT4 seien im Video erkennbar.
Sturmgewehre in ihrem Besitz, die Militant Wire unter anderem an ihrer Form erkannt haben will, sind die DDM4 und M4-Karabiner zweier US-amerikanischer Hersteller sowie eine FN F2000 aus belgischer Produktion. Sie alle würden auch bei der ukrainischen Armee gegen die russischen Invasoren zum Einsatz kommen.
Anti-Putin-Legion nutzt sowjetische und offenbar westliche Waffen
Darüber hinaus seien auch russische beziehungsweise sowjetische Infanteriewaffen zu sehen, unter anderem der Granatwerfer AGS-17, ein Maschinengewehr vom Typ PK sowie ein AK-74-Sturmgewehr mit einem GP-25-Granatwerfer unter dem Lauf. Unklar sei, ob sich die Waffen schon zuvor im Besitz der Legion befanden oder ob die Kämpfer sie erbeutet haben. Keine der russischen oder sowjetischen Waffe wurde unkenntlich gemacht.
Militant Wire kommt zum Schluss, dass es sich bei den im Video zensierten Waffen wohl um Lieferungen aus dem Westen an die ukrainischen Streitkräfte handelt. Möglicherweise wollte man vermeiden, dass Bilder westlicher Waffen auf russischem Boden verbreitet werden. (lrg/dpa)
Rubriklistenbild: © Sergey Bobok/AFP

