Rede am 9. Mai erwartet

CIA-Chef urteilt im Ukraine-Krieg: Putin schmort in Kombination „aus Groll, Ehrgeiz und Unsicherheit“

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Russlands Präsident Wladimir Putin bei einer Rede (Archivbild)

Putin wird den Ukraine-Krieg nach Einschätzung des CIA-Chefs weiter vorantreiben, statt nachzulassen. Am 9. Mai könnte das in Russland deutlich werden.

Washington, D.C. - Wladimir Putin einzuschätzen, fällt in den Tagen des Ukraine-Kriegs besonders schwer. Was hat er vor? Was treibt ihn an? Fragen, die sich Experten und Beobachter immer wieder stellen. Der US-Geheimdienste CIA gibt nun einmal mehr zumindest eine Einschätzung ab: Der russische Präsident gehe davon aus, dass er es sich nicht leisten kann, den Krieg in der Ukraine zu verlieren.

Daher intensiviere Putin derzeit das militärische Vorgehen. Es gebe aber keine Anzeichen dafür, dass der Kreml-Chef den Einsatz taktischer Atomwaffen plane, sagte CIA-Direktor William Burns am Samstag (7. Mai) bei einer Veranstaltung der Financial Times.

Putin „in einer Gemütsverfassung, in der er nicht glaubt, dass er sich eine Niederlage leisten kann“

Trotz des Scheiterns der russischen Streitkräfte bei der Einnahme von Kiew und ihrer Schwierigkeiten, entlang der Hauptfrontlinien im südöstlichen Donbass vorzudringen, gehe Putin weiter davon aus, dass seine Truppen die ukrainische Armee besiegen können, sagte Burns. Putins Glaube an die Fähigkeit des russischen Militärs, den ukrainischen Widerstand zu zermürben, sei wahrscheinlich nicht erschüttert worden.

„Ich glaube, er ist in einer Gemütsverfassung, in der er nicht glaubt, dass er sich eine Niederlage leisten kann“, sagte Burns. Putin schmore wegen der Ukraine seit Jahren in einer hochexplosiven Kombination „aus Groll, Ehrgeiz und Unsicherheit“. Derzeit sei der Kreml-Chef offenbar noch „davon überzeugt, dass er mit einer Intensivierung der Mittel immer noch Fortschritte erzielen kann“.

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Putin während des Ukraine-Kriegs: Nato schickt Warnung wegen Atomwaffen

Der US- und andere westliche Geheimdienste hätten jedoch keine Hinweise darauf, dass Moskau zum Einsatz taktischer Atomwaffen gegen die Ukraine oder gegen deren Unterstützer bereit sei, sagte der CIA-Chef. Nato-Chef Jens Stoltenberg warnte Russland kürzlich vor dem Einsatz von Atomwaffen während des Ukraine-Konflikts. „Unsere Botschaft ist eindeutig: Nach einem Einsatz von Nuklearwaffen würde es auf allen Seiten nur Verlierer geben“, sagte er der Welt am Sonntag. „Einen Atomkrieg kann man nicht gewinnen und er sollte nie geführt werden, das gilt auch für Russland.“

Mit Spannung wird die Rede von Putin bei der Militärparade zum „Tag des Sieges“ am 9. Mai erwartet. Die Generalprobe zeigte bereits, womit sich Russland inszenieren möchte. (AFP/cibo)

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