Debatte nach „Terror-Tat“

Boris Palmer fordert nach Messerangriff in Aschaffenburg „endlich Taten“

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Boris Palmer hat nach der Messerattacke in Aschaffenburg auf die Worte von Olaf Scholz reagiert. Der Politiker fordert Taten.

Aschaffenburg - Ein Mann ging am Mittwoch im fränkischen Aschaffenburg mit einem Küchenmesser auf eine Kindergruppe los. Die Kinder waren mit einem Bollerwagen in einem Park unterwegs. Ein 42-jähriger Mann wollte sie offenbar noch schützen und kam dabei ums Leben. Ebenfalls starb ein zweijähriger Junge. Drei weitere Menschen, darunter ein zweijähriges Mädchen, wurden verletzt.

Nach Messerattacke in Aschaffenburg: Mutmaßlicher Täter hätte nicht in Deutschland sein sollen

Eine grausame Tat, die bei Menschen in ganz Deutschland für Bestürzung sorgte – und mal wieder für Diskussionen. Denn der mutmaßliche Angreifer, der aus Afghanistan stammt, hätte gar nicht mehr im Land sein sollen. Er sei, so der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), mindestens dreimal wegen Gewalttaten aufgefallen. Weitere Details nannte er dazu nicht, nur, dass der 28-Jährige immer in psychiatrischer Behandlung kam und jeweils wieder entlassen wurde.

Olaf Scholz reagiert auf „Terror-Tat“ in Aschaffenburg: „Ich bin es leid“

Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von einer „Terror-Tat“ und forderte Aufklärung von den Behörden, warum der Täter noch in Deutschland war. „Ich bin es leid, wenn sich alle paar Wochen solche Gewalttaten bei uns zutragen“, so der SPD-Politiker. Weiter sagte er: „Von Tätern, die eigentlich zu uns gekommen sind, um hier Schutz zu finden. Da ist falsch verstandene Toleranz völlig unangebracht.“

Worte, die bei Boris Palmer (parteilos) Anklang finden. Der Tübinger Oberbürgermeister ist bekannt dafür, die deutsche Flüchtlingspolitik zu kritisieren und für konsequente Abschiebungen zu plädieren. Bei Facebook fragt er schlicht: „Wann hört das auf?“ Den Worten von Scholz stimmt er mit einem kurzen „ja“ zu und fordert den Kanzler zum Handeln auf: „Und jetzt bitte endlich Taten.“ In der Praxis lassen sich solche Abschiebungen allerdings oft schwer umsetzen, da mögliche Straftäter immer wieder untertauchen. Unter einer härteren Abschiebepolitik leiden stattdessen häufig unbeteiligte Menschen, die sich integrieren.

Boris Palmer (parteilos) hat sich nach der Messerattacke in Aschaffenburg geäußert. (Montage)

Wie es mit dem mutmaßlichen Täter aus Aschaffenburg weitergeht

Der mutmaßliche Täter von Aschaffenburg war im November 2022 nach Deutschland eingereist. Aufgrund der mehrfachen Gewalttaten hatte das Amtsgericht Aschaffenburg im Dezember vergangenen Jahres eine Betreuung angeordnet. In einem ähnlichen Zeitraum hatte der 28-Jährige seine freiwillige Rückreise nach Afghanistan angekündigt. Doch dazu kam es letztlich nicht.

Wenige Minuten nach seiner Tat in dem Park in Aschaffenburg wurde der mutmaßliche Messerangreifer von der Polizei festgenommen. Er soll im Laufe des Donnerstags (23. Januar) dem Haftrichter vorgeführt werden. Dieser entscheidet dann, ob der 28-Jährige in einer Psychiatrie untergebracht wird oder in Untersuchungshaft kommt. Die Hintergründe sind derweil noch unklar. Von einem islamistischen Motiv gehen die Ermittler allerdings – Stand jetzt – nicht aus.

Rubriklistenbild: © Daniel Löb/dpa/IMAGO / Ulmer/Teamfoto

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