„Frauen sind keine Süßigkeit“: Skandal-Aussage aus Katar schlägt Wellen

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Kontroverse Aussagen in Katar: Das Vergleichsbild der Frau mit einer Süßigkeit schlägt hohe Wellen im Netz.
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Im Gespräch mit dem WM-Gastgeber Katar fielen fragwürdige Aussagen. Das Vergleichsbild einer Frau mit einer Süßigkeit sorgt für Wirbel im Netz.

Katar – Frauen sind „Süßigkeiten“ und Homosexualität ein „geistiger Schaden“ – Aussagen, die im Gespräch mit dem WM-Gastgeber in Katar fielen. Sportjournalist Jochen Breyer präsentierte angesichts der ZDF-Dokumention „Geheimsache Katar“ einen Blick hinter die Kulissen und führte Gespräche mit WM-Botschafter Khalid Salman. Im Interview fielen kontroverse Aussagen, die „nichts mit unserer Weltanschauung zu tun haben“, sagte Breyer. Auch auf Twitter werden die Aussagen breit diskutiert.

„Frauen sind doch keine Süßigkeiten“ – Klischeehafter Umgang mit Frauen laut Breyer bestätigt

Bei der Recherche zur Dokumentation habe Breyer gespürt, dass nicht alle Menschen bei der WM willkommen seien, sagte Breyer dem ZDF-Mittagsmagazin. Die WM sollte ein weltweites Fußballfest sein, zu dem sich alle eingeladen fühlen sollten. Schwule seien dort nicht willkommen, sagte Breyer und verwies auf die Aussagen des Botschafters Khalid Salman, den er interviewt habe. Der Botschafter und ehemalige Fußballspieler hatte im Gespräch mit Breyer Homosexualität als „geistigen Schaden“ bezeichnet.

Auch zur Wahrnehmung von Frauen hätten sich leider in den Gesprächen vor Ort viele Klischees bestätigt, so Breyer. Auf Breyers Frage, die die Notwendigkeit von Vollverschleierung von Frauen aufgriff und warum Frauen nicht unverschleiert sein können, seien Vergleiche mit Süßigkeiten gezogen worden. „Es gibt eine verpackte Süßigkeit, die liegt links, da hat noch niemand reingebissen [...] und es gibt eine unverpackte. Welche würdest du nehmen?“, lautete die Aussage eines Gesprächspartners in der ZDF-Dokumentation. Breyer gab zu verstehen, dass Frauen keine Süßigkeiten sind. Besonders die Offenheit, mit der die Thesen verbeitet wurden, überraschte Breyer.

Katar Botschafter mit skandalöser Aussage tritt Diskussion auf Twitter los

Auf Twitter haben beide Aussagen hohe Wellen geschlagen. Bundestagsmitglied Johannes Vogel (FDP) twitterte: Frauen sind keine „Süßigkeit“. Homosexualität ist kein „geistiger Schaden“. Aber die WM-Vergabe nach Katar ist und bleibt ein schwerer Fehler. Breyer selbst hat Tweets von anderen Nutzern, die einzelne Aussagen, wie das Vergleichsbild der Frau mit einer Süßigkeit, empört kritisierten, geteilt.

Auch der Global Public Policy Institute-Mitbegründer Thomas Brenner griff auf Twitter die gefallene Aussage des WM-Botschafters auf: „Es ist haram. Ich bin kein strenger Muslim. Aber warum ist es (Homosexualität) haram? Es ist ein geistiger Schaden“, zitierte Brenner einen Ausschnitt des Gesprächs zwischen Breyer und Salman und schrieb dann ironisch: „Wie einladend“.

Katar WM-Botschafter tätigt homophobe Aussage – VfB-Chef fordert FIFA zum Handeln auf

Bislang gab es keine Einigung auf Konsequenzen, nachdem die Aussagen in Katar gefallen waren. VfB-Chef Alexander Wehrle hatte die Ethikkommission des Internationalen Fußballverbandes FIFA zum Handeln aufgefordert. Man solle nun gegen WM-Botschafter Salman vorgehen, da man nach solchen Aussagen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne, sagte Wehrle dem TV-Sender Sky.

Auch der Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka und Sportvorstand Hasan Salihamidzic vom FC Bayern München kritisierten die Aussage des WM-Botschafters. Ob der FC Bayern die Sponsoren-Beziehung mit Qatar Airways weiterführen wolle, bleibt trotzdem unklar. Es handele sich vorerst um die Aussage einer „Einzelperson“, die geprüft werden müsse, sagte Salihamidzic.

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