Israels Außenminister Eli Cohen reist am Dienstag für ein Treffen mit Außenministerin Annalena Baerbock nach Berlin.
Tel Aviv - Dies teilte das israelische Außenministerium am Montag mit. Der Besuch sei «Teil von Bemühungen, den Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu erlangen». Cohen werde auch das Holocaust-Mahnmal in Berlin besuchen und sich mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde treffen. Der Minister selbst versicherte: «Wir werden die wichtigen Beziehungen mit Deutschland auf der bilateralen, europäischen und internationalen Ebene bewahren.»
Die Lage in Israel und den palästinensischen Gebieten war zuletzt gefährlich eskaliert. Nach einem palästinensischen Anschlag im Westjordanland, bei dem zwei Israelis getötet wurden, kam es am Sonntagabend zu schweren Ausschreitungen von Siedlern. Dabei wurden ein Palästinenser getötet und Hunderte verletzt. Seit Beginn des Jahres wurden zwölf Israelis und eine Ukrainerin bei palästinensischen Anschlägen getötet. Im gleichen Zeitraum kamen 63 Palästinenser ums Leben - etwa bei Konfrontationen mit der israelischen Armee oder bei eigenen Anschlägen.
Auch innenpolitisch gibt es in Israel starke Spannungen. Seit Wochen gehen immer wieder Zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen eine umstrittene Justizreform der neuen rechts-religiösen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu protestieren. Kritiker sehen das Vorhaben als ernste Gefahr für Israels Demokratie. (dpa)