Beitritt möglich

Baerbock vor Nato-Gipfel: Schweden und Finnland werden Nato stärken

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Die Nato könnte bald um zwei Mitglieder wachsen: Für Finnland und Schweden ist der Weg nun frei. Außenministerin Baerbock sieht darin eine Stärkung.

Berlin/Madrid – Kurz vor dem Nato-Gipfel in Madrid hat die Türkei dann doch schließlich eingelenkt und den Weg frei gemacht für den Nato-Beitritt von Schweden und Finnland. Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zeigte sich angesichts der Entscheidung aus Ankara erleichtert. Damit werde der Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin durchkreuzt, das Militärbündnis zu spalten, sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. „Jetzt ist das Wichtigste, dass wir deutlich machen: Wir stehen beieinander, wir stehen miteinander.“

Vor Nato-Gipfel in Madrid: Finnland und Schweden drängen in die Nato

Kurz nachdem Putins Armee die Ukraine überfallen hatte, war in den beiden nordischen Staaten die Entscheidung gefallen, sich der Nato anschließen zu wollen. Die Reaktion aus Moskau kam prompt: Unter anderem drohte der ehemalige Präsident Dmitri Medwedew offen mit der Stationierung russischer Soldaten an der Grenze zu Finnland. Auch atomfähige Waffen waren im Gespräch – die Gefahr eines Atomkriegs wächst. Während viele Nato-Staaten in beiden Ländern eine Bereicherung für das Bündnis sehen, blockierte die Türkei wochenlang eine Aufnahme der Beitrittsverhandlungen.

Außenministerin und Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock spricht bei einer Pressekonferenz. Die Grünenpolitikerin befürwortet die Entscheidung der Türkei, Schweden und Finnland den Weg in die Nato zu ermöglichen.

Wie Baerbock betonte, seien beide Beitritts-Staaten starke liberale Demokratien und würden über eine starke eigene Armee verfügen, daher werde ihr Beitritt die Nato deutlich stärken. Die Erweiterung des Bündnisses stellt gleichzeitig auch eine Stärkung Europas dar. Derzeit seien die Länder allerdings „verwundbar“ und würden um ihre Sicherheit fürchten. Laut der Außenministerin setze sich Deutschland deshalb dafür ein, dass es keine lange Übergangszeit bis zum Beitritt gebe. Wladimir Putin sieht derweil in der Nato eine Bedrohung für Russland.

Nato stockt Truppe auf: Baerbock spricht von „neuer, bitterer Realität“

In Bezug auf die vergangenen Verhandlungen sagte Baerbock, dass es schwere Wochen mit Gesprächen über die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Nato-Staaten gegeben hätte. Dass nun die schnelle Eingreiftruppe der Nato aufgestockt werden soll, sei laut Außenministerin ein deutliches Signal, dass die das Bündnis jeden Zentimeter des Bündnisgebiets verteidigen werde. Es sei eine „neue, bittere Realität“, dass sich die Nato mit Blick auf Russland jetzt besser verteidigen müsse.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

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