Deutschland hat der Republik Moldau weitere Millionenhilfen zugesagt.
Berlin in Deutschland - Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) kündigte am Freitag bei einer internationalen Geberkonferenz in Bukarest an, das Land mit "bis zu 77 Millionen Euro" zu unterstützen. 40 Millionen Euro davon sollen zur Abfederung der hohen Energiekosten für besonders arme Haushalte in dem osteuropäischen Land bereitgestellt werden.
Die Energiefrage sei "eine zentrale Sicherheitsfrage", sagte die Grünen-Politikerin bei einer Pressekonferenz mit Rumäniens Außenminister Bogdan Aurescu, der französischen Staatssekretärin für Entwicklung, Chrysoula Zacharopoulou, und Moldaus Arbeitsminister Marcel Spatari. Vor der Konferenz hatte Baerbock gesagt, dass die Bundesregierung die 40 Millionen Euro als direkte Budgethilfe bereitstellen wolle, "weil mit dieser hohen Inflationsrate gerade die Ärmsten in Moldau wirklich an den Rand ihrer Existenz kommen".
Dies betreffe insbesondere die Energiepreise. Moldau habe im Verhältnis zur Einwohnerzahl "die meisten Geflüchteten aus der Ukraine aufgenommen". Zugleich liege die Inflationsrate im Land bei 29 Prozent.
Deutschland unterstütze Moldau außerdem bei der Sicherung seiner Grenze und stelle dem Land Drohnen, Nachtsichtgeräte und Fahrzeuge bereit, fügte die Ministerin hinzu. Der Haushaltsausschuss des Bundestags muss der Finanzhilfe noch zustimmen.
Bei der Pressekonferenz kündigte Baerbock zudem an, dass es weitere Geberkonferenzen für Moldau "später im Jahr" in Paris geben werde sowie kommendes Jahr in der moldauischen Hauptstadt Chisinau. Da viele Flüchtlinge nicht so bald in die Ukraine zurückkehren könnten, sei es wichtig, zu einer "mittelfristigen Integration von Flüchtlingen und einer langfristigen Unterstützung" Moldaus als Aufnahmegesellschaft überzugehen, sagte die deutsche Außenministerin.
Moldau ist das ärmste Land Europas. Im April waren dem Land bei einer ersten internationalen Geberkonferenz in Berlin Finanzhilfen in Höhe von insgesamt mehr als 700 Millionen Euro zugesagt worden. Im Westen besteht die Sorge, dass der Kreml Moldau als Teil der russischen Einflusszone beanspruchen könnte. Verschärft wird diese Sorge angesichts der Präsenz russischer Armeeeinheiten in der separatistischen Region Transnistrien im Osten des Landes an der Grenze zur Ukraine.
Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten Moldau Ende Juni den Status eines EU-Beitrittskandidaten verliehen. Diese Entscheidung ist allerdings nur der erste Schritt eines langwierigen Beitrittsprozesses. Baerbock sagte in Bukarest, der Beschluss habe deutlich gemacht, dass die EU an der Seite Moldaus stehe. "Mit dem EU-Kandidatenstatus wird unterstrichen: Wir lassen kein Land, auch sei es noch so klein, auch sei der Druck noch so groß gerade aus Russland, in dieser schwierigen Situation allein." mbn/ju