Mehr Ausbildungsförderung

Bafög Reform 2022 – Mehr Geld für Schüler, Studierende und Auszubildende

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Für Auszubildende, Schüler und Studierende gibt es gute Nachrichten: Mit der Bafög Reform 2022 erhalten Empfänger mehr Geld. Nur wie viel mehr?

Berlin – Die Ampelkoalition bringt den ersten Teil ihrer Bafög Reform 2022 auf den Weg. Für Empfänger der Ausbildungsförderung sind das gute Nachrichten. Antragsberechtigte Schüler, Studierende und Auszubildende sollen zukünftig mehr Geld empfangen, doch es gibt Streit über die Höhe der Sätze. Die neue Bundesregierung will wieder mehr in Ausbildungsförderung investieren, zuletzt war die Zahl der Bafög-Empfänger über eine lange Zeit deutlich zurückgegangen. Wie viel mehr Geld gibt es?

Bafög Reform 2022: Ampelkoalition beschließt höhere Zahlungen

Die Ampelkoalition beginnt derzeit mit dem ersten Teil ihrer Bafög Reform 2022. Diese beinhaltet unter anderem mehr Geld für Leistungsempfänger, sprich Schüler, Auszubildende und Studierende. Die Bezüge steigen, allerdings in unterschiedlichem Maße. Bei Studierenden etwa sollen es laut Angaben aus der Politik fünf Prozent mehr Geld werden, ab dem kommenden Wintersemester.

Die Ampelkoalition plant eine Bafög Reform 2022. Studierende, Auszubildende und Schüler sollen zukünftig mehr Geld erhalten. (Symbolbild)

Die Grünen sprechen laut Berichten der Tagesschau davon, dies sei „der erste Schritt einer großen Reform des Bafög“. Diese soll nicht nur höhere Zahlungen beinhalten, sondern auch anderweitig veränderte Modalitäten. Unter anderem soll das Bafög elternunabhängiger werden. Es ist nicht die einzige Entlastung, die die Ampel derzeit plant – das Entlastungspaket 2022 sieht auch einen Kinderbonus von 100 Euro vor.

Wer bekommt Bafög und wie viel? Das gilt mit der Bafög Reform 2022

Die große Frage, die sich viele nun stellen, ist, wer bekommt Bafög und wie viel? Mit der Bafög Reform 2022 soll sich einiges ändern für Antragsberechtigte in Deutschland. Studenten erhalten wie bereits erwähnt rund fünf Prozent mehr Geld als bisher. Im Grundbedarfssatz sollen es 449 Euro sein. Für all diejenigen von ihnen, die zudem nicht mehr bei den Eltern leben, gibt es bei der Ausbildungsförderung überdies einen Mietzuschuss von 360 Euro. Eine weitere Zusatzleistung gibt es zudem für diejenigen, die nicht familienversichert sind und Zuschüsse bei Pflege- und Krankenversicherung erhalten. Für sie steigt der Bafög-Höchstsatz von 861 Euro auf 931 Euro.

Doch die Leistungen steigen nicht nur für Studenten, sondern auch für Schüler und Azubis. Schüler, die nicht mehr zuhause wohnen können fortan etwa bis zu 629 statt 585 Euro beziehen. Auch bei der Frage wer die Gelder beziehen kann, soll es Änderungen geben: Dazu soll etwa der Freibetrag für das eigene Vermögen auf 45.000 Euro angehobenn werden sowie das Einkommen verheirateter Eltern erst ab 2400 Euro auf den Bafög-Anspruch des jeweiligen Kindes angerechnet werden. Ebenfalls praktisch für Auszubildende, Schüler und Studenten: Das Entlastungspaket 2022 bringt das 9-Euro-Ticket im ÖPNV ab 1. Juni.

Die Bafög Reform 2022 bringt noch mehr Änderungen, etwa die Anhebung der Altersgrenze

Doch die Bafög Reform 2022 sieht noch weitere Änderungen vor. Unter anderem soll der Prozess zur Antragsstellung über das Internet vereinfacht werden, so will es der Gesetzesentwurf. Studierende sollen zukünftig zudem bis zu 330 Euro monatlich verdienen dürfen, ohne deshalb mit Kürzungen ihrer Bafög-Bezüge rechnen zu müssen. Eine weitere Änderung soll in der Anhebung des Höchstalters für Empfänger des Zuschusses liegen. Bisher lag die Altersgrenze bei 30. Jahren, zukünftig werden es 45 Jahre sein. Auf diese Weise soll ein Studium auch in höherem Alter ermöglicht werden. Insgesamt rechnet man im Ministerium für Bildung ab 2023 mit dreistelligen Millionenbeträgen zur Finanzierung der Neuordnung – an der es weiter Kritik gibt. Kritik kommt laut Tagesschau unter anderem vom DGB, dem Studentenwerk und der Linkspartei.

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Während das Studentenwerk fordert, die Sätze besonders in Anbetracht der Inflation um „mindestens zehn Prozent“ zu erhöhen, verlangt der DGB eine pauschale Erhöhung der Sätze um 150 Euro. Auch die Linkspartei sieht in der Neuregelung alles andere als einen Meilenstein, insbesondere in Anbetracht der aktuellen Preisentwicklung. Gleiches gilt für die Sätze bei Hartz IV: Während Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Wechsel vom Bürgergeld zu Hartz IV den großen Wurf sieht, betonen auch hier Kritiker, dass die Regelsätze bei Hartz IV kaum gestiegen sind – trotz Inflation. Geht es nach ihnen, muss weiter nachgebessert werden, bei Hartz IV ebenso wie beim Bafög.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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